Bewegung bei DSL-Alternativen
Wer in einer Region lebt, in der keine schnellen Internetzugänge via DSL angeboten werden, kann endlich hoffen, dass sich daran bald etwas ändern wird. Neben DSL-Anschlüssen werden bei der Erschließung von Gebieten, die oft als "weiße Flecken" bezeichnet werden, Internet über Funk und Kabelinternet eine wichtige Rolle spielen.
Schon im vorigen Monat hatte die Bundesregierung beschlossen, bis Ende 2010 Breitbandinternet endlich flächendeckend verfügbar zu machen. Diese Woche wurde die Frequenzbereichszuweisungsplanverordnung beschlossen, der allerdings der Bundesrat noch zustimmen muss. Die Verordnung sieht vor, einige im Zuge der Digitalisierung im Rundfunk frei werdenden Frequenzen ("Digitale Dividende") für Breitbanddienste freizugeben. Stimmt der Bundesrat im Mai zu, könnten noch in diesem Jahr Frequenzen zugeteilt werden, sodass schon 2010 mit der Nutzung begonnen werden könnte.
Der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V. (BITKOM) begrüßte den Beschluss: "Die verabschiedete Frequenzbereichszuweisungsplanverordnung kann so wichtig für den Standort Deutschland werden wie der Begriff lang ist. Der Regierungsbeschluss zur Digitalen Dividende ist ein Meilenstein für das flächendeckende Angebot mit schnellen Internetzugängen in ländlichen Räumen", äußerte sich BITKOM-Präsident Prof. Dr. August-Wilhelm Scheer.
Rund 800 Kommunen in Deutschland haben nur via Satellit Zugang zu schnellem Internet, was jedoch meist nur eine Notlösung darstellt. Die Frequenzen zwischen 790 und 862 MHz eignen sich besonders gut zur kostengünstigen Versorgung mit Internetanschlüssen via Funk.
Der Verband Deutscher Kabelnetzbetreiber e. V. (ANGA), der im Januar vor einer einseitigen Förderung der DSL-Provider im Rahmen des Konjunkturprogramms gewarnt und in diesem Zusammenhang Internet via Kabelanschluss mit 100 MBit/s in Aussicht gestellt hatte, übte auch diesmal wieder Kritik: Die Frequenzbereichszuweisungsplanverordnung vernachlässige eine erforderliche Untersuchung der Auswirkungen auf Rundfunkdienste im Kabel. Der ANGA befürchtet eine massive Beeinträchtigung der über Kabel übertragenen TV-Programme und Datendienste, wenn der Frequenzbereich künftig vorrangig zur mobilen breitbandigen Internetversorgung genutzt wird.
Thomas Braun, Präsident des ANGA, erklärte dazu: "Bei dem derzeit durchgeführten Versuch zur digitalen Dividende in Wittstock/Dosse und dem angekündigten Pilotprojekt in Baden-Württemberg sollen jeweils die Auswirkung auf DVB-T untersucht werden. Die Folgen für die Rundfunk- und Datenübertragung im Kabel und auf die daran angeschlossenen Endgeräte werden unseres Wissens in keinem dieser Piloten untersucht. Damit bleiben Störpotenziale, die jeden zweiten Haushalt in Deutschland treffen könnten, unberücksichtigt."
Viele Netze wurden inzwischen von den Kabelnetzbetreibern in den betroffenen Frequenzbereichen ausgebaut, um neben zahlreichen TV- und Radioprogrammen auch Telefon- und Internetdaten über den Kabelanschluss zugänglich zu machen.
Der Kabelnetzbetreiber Unitymedia hat erst diese Woche für die Bundesländer Hessen und NRW eine eigene Breitband-Offensive angekündigt, um speziell Haushalte außerhalb von Großstädten mit schnellem Internet über Kabelanschluss zu versorgen. 730.000 Haushalte in 99 ländlichen Gemeinden sollen im Zuge der "Breitband Regional" genannten Initiative vom Netzausbau profitieren.
Unitymedia-Geschäftsführer Parm Sandhu grenzt die Triple-Play-Angebote seines Unternehmens gegenüber den Konkurrenzangeboten so ab: "Während die Bundesregierung über Staatssubventionen die Breitbandnetze ausbauen will, hat Unitymedia bereits aus eigener Kraft hunderttausende ländliche Haushalte an eines der modernsten Netze Europas angeschlossen. Wettbewerb schafft Wachstum, deshalb rufen wir Politik und Regulierung auf, einen fairen, gleichberechtigten Wettbewerb zwischen Breitband-Kabelnetzbetreibern und DSL-Anbietern zu ermöglichen."
Laut Angaben von Unitymedia stünden bereits in 83 % des eigenen Netzwerks Internetzugänge mit Bandbreiten bis 32 MBit/s zur Verfügung. In einer Presseerklärung des Kabelnetzbetreibers heißt es: "Die Übertragungsrate, wichtig zum Beispiel für schnelle Downloads, bleibt zudem auch in dünner besiedelten Gegenden unabhängig von der Entfernung konstant, während sie bei DSL-Technologien rapide abfällt, je weiter der Haushalt von der nächsten Vermittlungsstelle entfernt liegt."
FAZIT: Die Zeiten, in denen schnelle Internetzugänge mit DSL gleichgesetzt wurden, scheinen also langsam vorbei zu sein. Wer an seinem Wohnort kein DSL bekommen kann, sollte sich mal bei seinem Kabelnetzanbieter erkundigen, ob dieser ihm Highspeed-Internet ins Haus liefern kann. Preislich können die Kombi-Angebote aus digitalem Kabelanschluss mit zahlreichen TV-Programmen, Telefonanschluss und schnellem Internet gut mit den Konditionen der DSL-Anbieter mithalten. Bewegt sich auch im Kabel nichts, könnte schon im nächsten Jahr Internet über Funkfrequenzen die Erlösung bringen.
Quellen: Pressemitteilungen von BITKOM, ANGA, Unitymedia sowie des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie
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am 17. March 2009 um 12:49 Uhr #
Habe in einem Artikel gelesen das wohl bis 2010 als Lücken im Bandbreiten-Netz ausgebaut werden sollen und sich dafür auch die Bundesregierung einsetzt.
am 8. June 2009 um 12:27 Uhr #
[...] wären die BITKOM-Zahlen noch höher, hätte es schon früher Bewegung bei DSL-Alternativen gegeben, denn noch sind einige Regionen Deutschlands vom schnellen Internet abgeschnitten, weil die [...]
am 4. July 2009 um 20:58 Uhr #
[...] gehen möchte, wo nur ein mobiler Internetzugang denkbar ist, etwa im Auto, UMTS ist eine Alternative zu DSL. Da die UMTS-Anbieter nicht bloß sehr unterschiedliche Tarifmodelle, sondern dazu sehr [...]
am 16. July 2009 um 23:03 Uhr #
[...] 16 MBit/s entfernt sind, sofern DSL überhaupt verfügbar ist, macht das digitale Kabel zur DSL-Alternative. Neben Unitymedia in NRW und Hessen hat der Kabelnetzbetreiber Kabel BW ehrgeizige Ziele: Bis Mitte [...]
am 23. July 2009 um 21:39 Uhr #
[...] DSL zu langsam ist, bekommt bald etwas mehr Auswahl bei den Alternativen zum klassischen DSL-Anschluss. Die Deutsche Telekom öffnet ihr VDSL-Netz für Konkurrenten, wurde vor einigen Tagen [...]
am 30. July 2009 um 21:43 Uhr #
[...] bei UMTS-Flatrates attraktiv geworden: ganz auf den Mobilfunk zu setzen. UMTS muss nicht nur eine DSL-Alternative für Gebiete sein, wo es sonst keine schnellen Internetzugänge gibt. Internet ohne [...]
am 13. August 2009 um 17:09 Uhr #
[...] ist, ob über den Kabelanschluss, mittels DVB-T oder zumindest via Satellit, gibt es trotz Bewegung bei den DSL-Alternativen immer noch einige weiße Flecken in Deutschland, die von schnellem DSL abgeschnitten sind. [...]
am 13. August 2009 um 17:12 Uhr #
[...] ein? Meint Ihr, ein Netzausbau in ländlichen Gebieten, besonders schnelles Internet und mehr Bewegung bei DSL-Alternativen wie Kabelinternet könnten Online-Shopping noch weiter voranbringen? Wenn der Artikel [...]
am 18. November 2009 um 19:14 Uhr #
[...] Nutzer, denen ihr DSL-Anschluss zu langsam ist, werden sich deshalb noch für Kabelinternet als DSL-Alternative entscheiden. Wenn der Artikel hilfreich war, setze ein Bookmark auf diese [...]
am 14. December 2009 um 22:59 Uhr #
[...] vor wenigen Jahren spielte das TV-Kabel als DSL-Alternative für schnelles Internet fast keine Rolle, jetzt sind es die Kabelnetzanbieter, die den [...]
am 28. January 2010 um 13:23 Uhr #
Nach dem Umzug hatten wir statt DSL16000 nur noch DSL 0 bis 1000
mit Abbrüchen im Internet und sogar beim Telefonieren.
Hier ist kein Kabel TV möglich, kein UMTS-Empang,
andere Anbieter wollen und können mir kein Zugang geben.
Sogar Papierwerbung bekommen wir nicht.
Dabei wohnen wir nur ca.2km vom Ortszentrum weg.
Wir wohnen zwischen den Orten, Postalisch gehören wir zu Bielefeld und Telefonvorwahl ist Leopoldshöhe, das viel weiter weg ist.