EPGs: Große Zukunft für elektronische Programmführer?
Einer aktuellen Studie zufolge werden elektronische Programmführer bald kein Nischenprodukt mehr sein, sondern den Massenmarkt erreichen. Von aktuell 5 Millionen Nutzern heute soll sich die Zahl auf 23 Millionen im Jahr 2014 steigern. Mehrere Entwicklungen im Bereich der Programminhalte treiben die Entwicklung an.
Ein Electronic Program Guide (EPG) wird meist als kostenloses Zusatzangebot zu TV- und Radioprogrammen ausgestrahlt und bietet Programminformationen, wie man sie in ähnlicher Form in gedruckten Programmzeitschriften findet. "Wachsende Programmdichte und steigende Zahl an TV-Plattformen und Übertragungswegen schaffen einen lukrativen Markt für Entertainmentnavigation", verkündet die Strategieberatung Goldmedia GmbH in einer Presseinformation über die aktuelle Studie "EPGs in Europa 2014".
Noch gibt es erst ca. 5 Millionen Haushalte, "die zur Navigation durch die audiovisuelle TV-Vielfalt einen hochwertigen elektronischen Programmführer" nutzen, was 13 % der deutschen Fernsehhaushalte entspricht. Bereits im Jahr 2014 werde über die Hälfte der deutschen TV-Haushalte über einen EPG verfügen, in Westeuropa im Schnitt sogar mehr als drei Viertel der Fernsehhaushalte.
Schon jetzt gibt es über 2.700 Fernsehprogramme und ungefähr 700 Catch-Up-TV- und Video-on-Demand-Portale in Europa. "EPGs übernehmen so die zunehmend wichtige Funktion eines Entertainment-Guides im digitalisierten Wohnzimmer, der durchs Labyrinth der TV-und Videoangebote führt und zugleich die ganze private Entertainment-Library organisiert", schreibt Goldmedia. Durch eine wachsende Nachfrage nach Content-Navigation werde der EPG-Markt stark wachsen.
"Darüber hinaus gewinnt der EPG künftig als Transaktions-, Werbe- und Kommunikationsplattform massiv an Bedeutung", ist man überzeugt. Der elektronische Programmführer übernehme die Funktion der zentralen Schnittstelle zwischen Kunden und Inhalte-Anbietern, etwa aus dem Bereich Pay-TV, aber auch für weitere Content-Anbieter aus Bereichen wie Musik, Spiele und Filme. Erwartet werden indirekte Erlöse in Milliardenhöhe. Immerhin wurden im Jahr 2008 schon ca. 1,3 Milliarden Euro mit Video-on-Demand umgesetzt, davon nahezu die Hälfte via EPG.
Wie weit der Markt für elektronische Programmführer entwickelt ist, hängt entscheidend davon ab, wie weit der Umstieg vom analogen auf digitales Fernsehen im jeweiligen Land schon fortgeschritten ist. "In Frankreich, Europas Vorreiter in Sachen IPTV-Distribution, gibt es besonders viele IPTV-basierte EPGs. Der Telekommunikationsanbieter Orange etwa bietet seinen EPG nicht nur auf der Set-Top-Box und der eigenen Website an, sondern zusätzlich auf dem Handy und als Facebook-Applikation", informiert Goldmedia. Deutschland liegt bei EPGs im europäischen Vergleich relativ weit zurück, was durch "vergleichsweise geringe Durchdringung von Digital-TV und Pay-TV" begründet wird.
Künftig werden die Anbieter elektronischer Programmführer verstärkt auf neue Bedienkonzepte, größere Nutzerfreundlichkeit und ansprechendere Gestaltung setzen. Zu den wichtigsten Voraussetzungen zählen daneben natürlich tatsächlich hochwertige Programminformationen.
"Mit der Quantität und Qualität der verfügbaren Metadaten der Programme und Angebote steigt die Leistungsfähigkeit und Attraktivität des EPGs bzw. Entertainment-Guides", hebt Christian Töpper, Geschäftsführer der Presse-Programm-Service GmbH (pps), hervor. "Die Bedeutung der Programmdaten wird zukünftig noch stark zunehmen, da sie nicht nur die Grundlage für etablierte EPG-Features wie Suchfunktionalitäten bilden, sondern die Basis für Personalisierungsfunktion oder automatisierte Empfehlung über Recommendation Engines sind."
"Die Entwicklung von hochwertiger Programm- und Entertainmentnavigation steht derzeit in Deutschland noch am Anfang", sagt Klaus Goldhammer, Geschäftsführer der Goldmedia GmbH, zusammenfassend über die Untersuchungsergebnisse. "EPG-Innovationen entstehen nicht nur auf den Plattformen der Pay-TV-, IPTV- und Kabelnetzbetreiber. Durch das Zusammenwachsen von TV und Internet sowie durch konvergente Endgeräte wie die Spielekonsolen der neuesten Generation drängen auch Global Player wie Apple, Google oder Microsoft in die Wohnzimmer. Damit befinden sich Anbieter aus TV, Online und Consumer Electronics in einem spannenden Wettlauf um die zentrale Position im vernetzten Heim."
Das klingt zwar einerseits sehr überzeugend. Wer technisch auf der Höhe der Zeit ist, Pay-TV abonniert hat und die Vorteile digitaler Videorekorder und Onlinevideotheken wie Maxdome bereits nutzt, sich auf Programm-Info-Plattformen wie tvister.de oder auf Video-Suchportalen für TV-Inhalte wie www.sendungverpasst.de nach den Inhalten der Fernsehsender sucht, wird sich nicht wundern.
Ich wäre gerne optimistischer, doch ich fürchte, dass es hierzulande länger dauern wird, bis das beschriebene Szenario eintritt. Die meisten Fernsehzuschauer nutzen nur sehr wenige TV-Sender, Pay-TV kämpft um Akzeptanz und bei Themen wie HDTV und sogar dem Umstieg auf Digital-TV fehlt es oft an Informationen. Wer weiß denn, ohne dass es auf den Begriff ankäme, was Triple-Play eigentlich ist? Die Digitalisierung der Kabelhaushalte birgt noch großes Nachholpotenzial, um es beschöndigend auszudrücken. Die Anbieter sind nicht unschuldig am mangelnden Schwung, Grundverschlüsselung, zu viele technische Standards, Kopierschutz, fehlende Investitionsischerheit für Konsumenten seien hier als Stichworte genannt. Daneben spielt natürlich die Mentalität eine Rolle, Begeisterung für neue technische Entwicklungen geht der Mehrheit der Bevölkerung ab. Und wenn das Internet in der öffentlichen Debatte ein Thema ist, geht es meist um die Gefahren, nicht um die Chancen und Vorteile.
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am 10. February 2010 um 00:11 Uhr #
[...] 5 Euro Miete (Mindestvertragslaufzeit: 24 Monate), der Kaufpreis beträgt 249 Euro. Neben einem elektronischen Programmführer (EPG) bietet der HUMAX iHD-PVR C die Möglichkeit zum zeitversetzten Fernsehen und zum [...]
am 28. May 2010 um 14:28 Uhr #
[...] guter Ansatz ist der Electronic Program Guide (EPG), der auf einer Zeitachse Infos zum laufenden TV-Programm bietet. Insgesamt überzeugt die [...]
am 8. July 2010 um 11:43 Uhr #
[...] gedruckte Programmzeitschriften, sondern stattdessen über elektronische Programmführer (EPGs) über das Programmangebot informieren, dürfte es zu Verschiebungen kommen. Ein gedrucktes [...]