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IPTV legt um 150 % zu

26. November 2009

Einen starken Anstieg bei der Nutzung von IPTV in Deutschland vermeldet das Beratungsunternehmen goetzpartners als Ergebnis einer Verbraucherbefragung. Die Nutzungsgewohnheiten beim Fernsehen verändern sich radikal. Außerdem sind die Zuschauer sehr an HDTV interessiert.

Die großen Zahlen, mit denen im Pressetext von goetzpartners hantiert wird, sind zwar der insgesamt noch relativ geringen Nutzung von IPTV und HDTV geschuldet, dennoch sind die Trends unübersehbar. Im Oktober und September wurden Personen zwischen 14 und 69 Jahren zu Nutzungsgewohnheiten, Wünschen, Vorstellungen und Zahlungsbereitschaften gefragt.

Aus den Ergebnissen der Umfrage ergebe sich deutlich, dass sich die Verbraucher verstärkt IPTV-Angeboten zuwenden würden: “So nutzen 73 Prozent der Befragten (davon 67 Prozent unregelmäßige und 6 Prozent regelmäßige (mindestens ein Mal pro Woche) Nutzer) Web-TV-Angebote; dies sind 45 Prozent mehr im Vergleich zum Vorjahr. Video on Demand werden von gut 34 Prozent der Befragten (davon ca. 1 Prozent regelmäßige Anwender) genutzt. Dies entspricht einem bemerkenswerten Zuwachs von insgesamt 111 Prozent im Vergleich zur Befragung in 2008. Noch höher fällt die Zunahme der Nutzung von IPTV-Angeboten über geschlossene Netzwerke aus: Wenn auch die Nutzerrate in 2008 noch sehr gering ausfiel, ist das Nutzerwachstum von 467% von 2008 auf 2009 ausgesprochen hoch und stieg bei den regelmäßigen Nutzern von 1,2 auf 4,5 Prozent und bei den unregelmäßigen Nutzern von 0,6 auf 5,7 Prozent der Befragten.”

Unter Web-TV fallen zwar verschiedene Inhalte, von denen man nicht alles als “Fernsehen” bezeichnen würde, doch andererseits zeichnet sich schon länger ab, dass TV-Inhalte auf Videoportalen sehr gefragt sind; zudem bestücken die Fernsehsender ihre eigenen Videoportale immer umfangreicher mit ihrem TV-Content.

Dem herkömmlichen Fernsehen sehr nahe kommen IPTV-Angebote wie T-Entertain von der Deutschen Telekom, die voraussichtlich bald ihren Millionsten Abonnenten verzeichnen kann. Wieder eine andere Möglichkeit, über das Internet fernzusehen, bieten Services wie Zattoo, wofür die Umfrage fast 1,8 Millionen User angibt. Besonders spannend sind die knapp 1,9 Millionen User von Maxdome, wobei in der Presseinfo leider nichts dazu steht, wie hoch der Anteil der zahlenden Abonnenten ist. Immerhin lässt sich ein Teil des Angebotes von Maxdome sogar kostenlos nutzen. Als Video-on-Demand-Service handelt es sich jedenfalls um ein Angebot, auf dem viele TV-Inhalte verfügbar sind, bei dem die Nutzung jedoch völlig individuell erfolgt.

Sogar Videoportale wie MyVideo.de, die vor allem als User Generated Content-Plattformen bekannt sind, in die IPTV-Nutzung einzurechnen, erscheint auf den ersten Blick problematisch, doch eine strikte Unterscheidung der Nutzung verschiedener Formen von Bewegtbildangeboten dürfte der Lebensrealität vieler junger Nutzer widersprechen.

“Wir werden Zeugen eines radikalen Wandels der Nutzungsgewohnheiten von Bewegtbildern. Hat sich der Konsument bisher bereitwillig dem Diktat fester Sendezeiten unterworfen, wird heute der Wunsch nach echter Programm- und Zeithoheit auf Knopfdruck lauter”, erläutert Marcus Worbs, Senior Manager bei goetzpartners Management Consultants. Für 51 % der befragten Verbraucher ist es vorstellbar, für zeitversetzes Fernsehen ohne Programmierung eines Videorekorders zu einem IPTV-Anbieter zu wechseln.

Bei goetzpartners sieht man daher Chancen für neue Geschäftsmodelle, bei denen die Verbraucher mehr geboten bekommen als beim klassischen Fernsehen: zeitliche Unabhängigkeit, Interaktivität, persönlich konfigurierbare Programme, mehr Vielfalt bei den Programminhalten sowie HDTV. Angesichts des sich nur langsam vollziehenden Umstiegs von analogem auf digitales Fernsehen frage ich mich, ob man da nicht schon viel zu weit denkt, vorbei an der Realität der Menschen. Andererseits bereiten Kabelnetzbetreiber wie Kabel BW und Kabel Deutschland bereits eigene Video-on-Demand-Angebote für 2010 vor. Aber vielleicht ist man dort ebenfalls zu optimistisch. Die Technik ist ohne Frage so weit, um den Fernsehkonsum auf eine ganz neue Stufe zu heben. Wir haben letztes Jahr schon bei unserem Test von Maxdome festgestellt, wie gut die Technik bereits funktioniert. Doch entscheidend wird sein, die Konsumenten besser zu informieren.

Immerhin: Unter HDTV können sich viele Fernsehzuschauer inzwischen etwas vorstellen. Das Interesse an HD-Programmen soll sogar so weit gehen, dass rund zwei Drittel der Umfrageteilnehmer für den Empfang der hochauflösenden TV-Signale von ihrem derzeitigen Fernsehanbieter zu einem IPTV-Anbieter wechseln würden. 40 % der Konsumenten würden für HD-Qualität sogar mehr bezahlen als bisher. “Als besonders attraktive HD-Inhalte gelten vor allem Dokumentationen und Spielfilme”, hebt Dr. Alexander Henschel, Managing Director bei goetzpartners Management Consultants.

Über die Vorteile von IPTV wussten die Befragten ansonsten wenig: “So kann IPTV im Vergleich zu herkömmlichen Programmbouquets durch eine breite Anzahl an Angeboten hohe Vielfalt, Nischencontent und teils auch exklusive Inhalte bieten. Gerade die Konvergenz von geschlossenen und offenen IPTV-Plattformen, die durch technische Entwicklungen wie z.B. hybride Set-Top-Boxen geprägt sind, wird die Nutzung für den Verbraucher zunehmend vereinfachen. Darüber hinaus stellen interaktive Applikationen, beispielsweise die Mitgestaltung eines Programms oder die Auswahl einer Kameraperspektive, einen echten Mehrwert gegenüber dem bekannten linearem TV dar”, schreibt goetzpartners. “All diese über die Zeitsouveränität hinausgehenden USPs sollten die IPTV-Anbieter noch stärker ausbauen bzw. in ihre Produktangebote integrieren und vor allem intensiver vermarkten, um die IPTV-Nutzung noch weiter zu steigern”, so Henschel.

Es liegt vermutlich daran, dass ich vorhin einen schönen Artikel zu fehlender Medienkompetenz auf netzwertig.com gelesen habe, dass ich heute besonders skeptisch bezüglich der Chancen von IPTV in der nahen Zukunft bin. Was IPTV jedoch schnell voranbringen könnte, das erwähnen auch die Berater von goetzpartners, ist der Trend zu Triple-Play-Angeboten, denn IPTV ist schließlich (in unterschiedlichem Umfang) oft schon Bestandteil eines anderen Produkts, für das sich der Kunde schon interessiert: dem Zugang zu DSL oder VDSL. Sogar die Kabelnetzbetreiber machen die Erfahrung, dass es vor allem die extrem schnellen Internetzugänge sind, die den digitalen Kabelanschluss so attraktiv machen, nicht das digitale Fernsehen.

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Kategorie: HD-TV, IPTV

4 Kommentare zum Thema IPTV legt um 150 % zu

[...] IPTV-Angebot der Telekom ist beim wichtigen Thema Fußball besonders attraktiv. Ab sofort [...]


IPTV: Bundesliga live und in HD mit Einzeltickets ohne Abo sehen | Der Kabel Blog | 14. Januar 2010

ich glaube auch, dass aufgrund des Konsumverhaltens der Bevölkerung es immer mehr interessante Alternativen geben wird.

Eine hiervon, denke ich, wird das Internetfernsehen sein.

Hier gibt es z.b. bereits eine Tolle Erfindung eines Münchner Unternehmens, das in einer Box sehr viele Contents zusammen fasst.

Neben dem Fernsehen auch VOIP, Telefonie, E-Mail, Internet, Computer uvm und das alles mit nur einer kleinen Kiste direkt am Fernseher.


Uwe | 17. Januar 2010

[...] lässt sich sehr viel Geld verdienen. Meiner Ansicht nach wird Video-on-Demand zusammen mit IPTV die Fernsehlandschaft nachhaltig verändern, geradezu erschüttern bereits in diesem [...]


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