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Internet über Kabelanschluss heizt Wettbewerb an

Die Zahl breitbandiger Internetanschlüsse in Deutschland wächst weiter, allerdings nicht mehr ganz so schnell, denn es machen sich Sättigungstendenzen bemerkbar. 60 % der Haushalte in Deutschland verfügen inzwischen über einen Breitbandanschluss. Besonders die Kabelnetzbetreiber sorgen bei schnellen Internetzugängen für eine Belebung des Wettbewerbs.

Mit den aktuellen Zahlen vom Breitbandmarkt sieht Matthias Kurth, Präsident der Bundesnetzagentur, Deutschland in Europa bei der Breitbandabdeckung auf der Überholspur, wie es heute in einer Pressemitteilung heißt. "60 Prozent der Haushalte nutzen einen Breitbandanschluss. Wir haben inzwischen alle großen Flächenländer wie Frankreich, England, Spanien und Italien beim Breitbandwachstum überholt und liegen weit über dem europäischen Durchschnitt", verkündete Kurth bei der Vorstellung des Tätigkeitsberichts 2008/2009 für den Telekommunikationsbereich. "Nur kleinere Mitgliedsländer wie Luxemburg, Holland und Dänemark haben pro Kopf der Bevölkerung mehr Breitbandanschlüsse."

In den Krisenjahren 2008 und 2009 ist die Zahl der vermarkteten Anschlüsse für breitbandiges Internet weniger stark gewachsen als zuvor. Im Jahr 2008 waren es 3 Millionen neue Breitbandanschlüsse, was gegenüber dem Vorjahr einen Rückgang bei den Neuschaltungen in Höhe von 1,6 Millionen Anschlüssen bedeutet. Für das laufende Jahr geht die Bundesnetzagentur von ähnlichen Zuwächsen aus. Mit Ende des ersten halben Jahres lag die Gesamtzahl der Breitbandanschlüsse in Deutschland bei 24,1 Millionen. "Die abflachende Wachstumskurve dürfte weniger der Wirtschaftkrise geschuldet sein als mehr der Tatsache, dass sich die Nachfrage nach Breitbandanschlüssen langsam der Sättigungsgrenze nähert. Die Breitbandpenetration bezogen auf die Zahl der Haushalte liegt derzeit schon bei über 60 Prozent", bewertete der Präsident die Zahlen.

Schnelles Internet bedeutet in Deutschland in den allermeisten Fällen immer noch DSL, 91 % der Breitbandanschlüsse entfallen auf DSL-Technik. Doch die Kabelnetzbetreiber mit ihren digitalen Kabelanschlüssen haben stark aufgeholt und werden bis Jahresende auf vermutlich 2,4 Millionen schnelle Internetanschlüsse kommen. Kabel Deutschland meldete vor knapp einem Monat, die Marke von 1 Million Kunden für die eigenen Internet- und Telefonprodukte geknackt zu haben.  "Die zunehmende Attraktivität der TV-Kabelanschlüsse ist auf die zügige Netzmodernisierung zurückzuführen. Etwa 24 Mio. Haushalte können bei einem günstigen Preis-Leistungs-Verhältnis Internetzugänge und VoIP-Dienste über die TV-Kabelinfrastruktur nutzen. Die Technik ermöglicht durchgängig sehr hohe Bandbreiten", erklärte Kurth.

Noch vor wenigen Jahren spielte das TV-Kabel als DSL-Alternative für schnelles Internet fast keine Rolle, jetzt sind es die Kabelnetzanbieter, die den Wettbewerb antreiben. "Nicht zuletzt dank der starken Zuwächse bei den TV-Kabelanschlussanbietern konnten die Wettbewerber der Deutschen Telekom insgesamt ihre Marktanteile bezogen auf sämtliche Breitbandanschlüsse weitgehend stabil halten. Seit 2007 halten sie einen Marktanteil von etwa 53 Prozent. Dies ist ein Ergebnis, das auch im Hinblick auf den sich langsam sättigenden Markt als ein Erfolg zu werten ist. Die Erfolge der TV-Kabelanschlussanbieter auf den Breitbandmärkten gingen vor allem zu Lasten der alternativen DSL-Anschlussanbieter, nicht der Deutschen Telekom", so der Präsident weiter.

Ähnlich sieht es bei den Telefonanschlüssen aus: Die Konkurrenten des Ex-Monopolisten können an immer mehr Orten Komplettangebote bieten, sodass der Anteil der Wettbewerber der Deutschen Telekom in den letzten drei Jahren von nur 13 % auf 30 % stieg. Gerade die Kabelnetzbetreiber konnten sich dank Netzausbaus steigern: Im Jahr 2006 hatten sie erst rund 0,3 Millionen Telefonanschlüsse dieser Art geschaltet, Ende des Jahres werden es voraussichtlich fast 2,4 Millionen sein.

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