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YouTube auf dem Weg zur Online-Videothek

YouTube wird zur Konkurrenz von Online-Videotheken, bei denen man sich gegen Gebühr Filme auf Abruf ansehen kann. Die Google-Tochter testet ihr neues Geschäftsmodell mit Produktionen unabhängiger Filmemacher, hat aber schon weitere Kooperationen für mehr Inhalte angekündigt.

YouTube ist Sponsor des berühmten Sundance Film Festivals, das vom 21. bis 31. Januar stattfindet. Während dieser Zeit wird es laut offiziellem YouTube Blogpost möglich sein, fünf Filme kostenpflichtig "auszuleihen". Abgerechnet wird über das konzerneigene Bezahlsystem Google Checkout. Das ist erst einmal kaum der Rede wert, immerhin experimentiert YouTube schon seit einer Weile mit Spielfilmen auf seiner Plattform, weil von Nutzern erstellte Videos in den Augen vieler Werbetreibender ein riskantes oder zumindest wenig attraktives Umfeld für ihre Werbung bieten.

Was diesen Schritt bedeutsam macht, ist der Umstand, dass YouTube erstmals auf Bezahlinhalte setzt. Google ist auf einer kaum überschaubaren Zahl von Feldern aktiv, doch fast alles hat irgendwie mit Werbung zu tun, denn obwohl Google auch Software und seit kurzem mit dem Smartphone Nexus One Hardware anbietet, ist der Konzern vor allem im Bereich Werbung aktiv. Alles gratis für alle und durch Werbung finanziert, so konnte man die Google-Services bisher beschreiben. Nun sollen auf YouTube Spielfilme und andere Inhalte hinter Bezahlschranken liegen, das ist ein Richtungsschwenk, der den Verfechtern der Gratis-Kultur zu denken geben sollte.

Unabhängigen Filmemachern nicht nur ein großes Forum, sondern eine attraktive Vertriebsmöglichkeit zu bieten, bei der sie zu 100 % die Rechte an ihren Werken behalten und selbst festlegen können, wer, wo und wie lange zu welchem Preis ihre Filme online anschauen kann, könnte sich auf den Independent-Bereich sehr positiv auswirken. Man sollte diesen Schritt Googles jedoch nicht als bloße PR-Maßnahme zur Kulturförderung missverstehen.

Mit Video-on-Demand (VOD) lässt sich sehr viel Geld verdienen. Meiner Ansicht nach wird Video-on-Demand zusammen mit IPTV die Fernsehlandschaft nachhaltig verändern, geradezu erschüttern bereits in diesem Jahrzehnt. Bereits jetzt ist das Interesse an kostenlosen Kinofilmen im Internet bei den Usern sehr groß, doch je mehr sich schnelles Internet über Kabel oder VDSL durchsetzt und je mehr Menschen ihre großen Flachbildfernseher im Zuge der Heimvernetzung oder direkt mit Inhalten aus dem Internet versorgen können, desto größer wird die Nachfrage nach Video-on-Demand. Ältere Filme können mittels Werbefinanzierung kostenlos online gezeigt werden, so wie beispielsweise bei Bild.de.

Neuere Filme sind dagegen ein Fall für Online-Videotheken. In Deutschland hat sich Maxdome mit überzeugender Technik und einem riesigen Pool an Inhalten eine starke Stellung aufgebaut, die Herausforderer wie die Kabelnetzbetreiber Kabel BW und Kabel Deutschland mit ihren VOD-Projekten nicht so leicht werden knacken können. Sollte YouTube jedoch nach einer erfolgreichen Testphase groß ins Geschäft mit kostenpflichtigen Onlinevideos einsteigen, könnten sogar große VOD-Anbieter unter Druck geraten.

Auf der anderen Seite würden sie jedoch davon profitieren, wenn sich dadurch kostenpflichtige Online-Videotheken viel schneller bei der breiten Masse an Nutzern durchsetzen. Google sammelt weltweit extreme Mengen an Daten, der Konzern steht selbst aber ebenfalls weltweit unter Beobachtung. Alle schauen, was Google macht. Wenn Google sagt, es muss nicht alles gratis sein, Paid Content ist gut, hat das Folgen. Nicht nur für Video-on-Demand, sondern für die unter der Umsonst-Mentalität so vieler Nutzer leidende Medienbranche insgesamt.

Kommentare

  1. Boom bei Fernsehern mit Internetzugang | Der Kabel Blog

    [...] durch Onlinevideotheken, sondern Web-TV, Video Podcasts und von Nutzern erstellte Inhalte wie auf YouTube können alternativ zum Fernsehprogramm jederzeit abgerufen werden.CommentsThere are no comments yet [...]

  2. Unitymedia: Telefon, Internet und Digital-TV ab 20 Euro im Monat | Der Kabel Blog

    [...] Bandbreitenbedarf: Immer mehr Internet-Inhalte wie beispielsweise hochauflösende Videos auf YouTube, Online-Spiele und große Programmdownloads erfordern einen schnellen Netzzugang”, [...]





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