Mehr Lebensqualität durch das Internet
Für die allermeisten Menschen in Deutschland bedeutet das Internet ein Plus an Lebensqualität. In einer aktuellen BITKOM-Umfrage äußerten sich satte 90 Prozent in dieser Weise. Allerdings nutzen noch lange nicht alle Menschen in Deutschland das Netz, was allerdings keine Frage von zu langsamen Internetzugängen ist.
Wenn 96 Prozent der Befragten das Internet als einen Gewinn im Hinblick auf Informationen sehen, überrascht das nicht. Ich frage mich eher, ob die restlichen vier Prozent die Frage überhaupt verstanden haben. Wenn aber 90 Prozent der Befragten im Internet einen Gewinn hinsichtlich der Lebensqualität sehen, finde ich das schon erstaunlich.
Als Gewinn begreifen die Internetnutzer in Deutschland das Netz in Bezug auf Flexibilität (88 Prozent), Unterhaltung (82 Prozent) und Produktivität (71 Prozent). Immerhin 56 Prozent der Onliner sehen das Internet als eine Hilfe für ihr Zeitmanagement.
Interessant: Das Alter der Internetnutzer spielte dabei kaum eine Rolle, die Antworten von Menschen aus unterschiedlichen Altersgruppen stimmten weitgehend überein. Wer das Internet erst einmal nutzt, möchte nicht mehr darauf verzichten. Acht von zehn Usern können sich kein Leben ohne Internet mehr vorstellen. "Das Internet wird von den Menschen als Bereicherung empfunden und ist für die meisten unverzichtbar geworden", kommentierte BITKOM-Präsident Prof. Dr. August-Wilhelm Scheer bei der Vorstellung der Ergebnisse.
Einen positiven Effekt sieht die Mehrheit (62 Prozent) der Internetnutzer in Bezug auf ihre Allgemeinbildung, was beispielsweise andere Kulturen und Länder angeht. Freundschaften wiederbelebt hat bei einem Wert von 57 Prozent bereits mehr als jeder zweite Onliner. 55 Prozent der Befragten konnten mithilfe des Internets bei Einkäufen und Anschaffungen Geld sparen, 46 Prozent sehen Vorteile für Hobbys und Freizeit. "Das Internet ist für die meisten Deutschen eine echte Hilfe in puncto Wissen, Freizeit und Privatleben", so Scheer.
Die repräsentativen Erhebung der ARIS Umfrageforschung für den BITKOM beschränkte sich nicht auf Internetnutzer und lieferte so außerdem Werte darüber, wer überhaupt einen Internetanschluss nutzen kann: Personen bis zum Alter von 29 Jahren sind zu 92 Prozent online, Personen ab einem Alter von 65 Jahren aber nur zu 32 Prozent. "Wir müssen alle Altersgruppen auf Augenhöhe bringen“, sagte Scheer. "Gerade für ältere Menschen kann das Internet eine große Hilfe sein."
Damit hat er recht! Aktuell wird ja im Zusammenhang mit der Frequenzversteigerung durch die Bundesnetzagentur wieder von den "weißen Flecken" geredet, den Gebieten ohne schnelles Internet über Kabel oder DSL. Zum Schließen dieser Lücken bei der Breitbandversorgung wird vor allem auf die "digitale Dividende" gesetzt, also den durch den Umstieg von der analogen zur digitalen Ausstrahlung von TV-Signalen (DVB-T) freigewordenen terrestrischen Frequenzen.
Das ist (!) ein wichtiges Thema. Aber ist das Problem der digitalen Spaltung der Gesellschaft nicht deutlich größer? "Zwar sind laut (N)ONLINER Atlas 2009 knapp 70 Prozent der Deutschen online, aber für nur 26 Prozent der Bevölkerung sind die digitalen Medien fester Bestandteil des täglichen Lebens", informierte letzten Monat die Initiative D21. "Diese neue Digitale Spaltung zieht sich nicht mehr ausschließlich entlang einer Ausstattungsgrenze, sondern definiert sich im Hinblick auf Kompetenz, Wissen, Nutzungsvielfalt und -intensität sowie der Einstellung gegenüber den digitalen Medien", heißt es an anderer Stelle im Pressetext.
Wenn das Schließen der relativ kleinen Lücken bei der Breitbandversorgung so wichtig ist, wie allgemein betont wird. Was für Anstrengungen sollten wir dann erst unternehmen, um die digitale Spaltung zu überwinden?
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