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Ist der Preis bei Pay-TV überhaupt wichtig?

Der neue Chef des Bezahlsenders Sky, Brian Sullivan, rechnet im Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung die Kosten für ein Sky Welt-Abo auf "umgerechnet billiger als eine Tasse Kaffee am Tag" herunter. Sky-Vorstand Marcello Maggioni bezeichnet Sky Quotenmeter.de gegenüber als "Premiumprodukt". Das passt nicht zusammen. Aber ist Pay-TV überhaupt eine Frage des Preises?

Nein, behaupte ich. Auf die Kosten für Pay-TV kommt es nicht so sehr an. Aber man sollte den Fernsehzuschauern den Einstieg ins Pay-TV leichter machen und sie besser informieren, was sie im Pay-TV zu sehen bekommen. Spielfilme und Sport (dabei vor allem Fußball) sind wichtige Zugpferde für das Programmangebot von Sky. Die Spielfilmkanäle von Sky bieten ein Filmangebot, dem die Konkurrenz nicht viel entgegenzusetzen hat. Das Sportangebot mit der "7 Tage Fußball-Woche" ist deutlich größer als das der Konkurrenz. Doch Sport und Filme sind nun wirklich nicht alles!

Wo bleibt die gezielte Ansprache der Doku-Fans, Science-Fiction Fans, Serien-Fans und beispielsweise von Eltern, die ihre Kinder nicht einer Flut von Werbespots aussetzen wollen? Bei einem Werbebudget im dreistelligen Millionenbereich müsste es doch möglich sein, die verschiedenen Zielgruppen unterschiedlich anzusprechen.

Markenbekanntheit ist zwar nicht unwichtig, aber gerade weil Sky ein vielfältiges Programmangebot hat, lässt sich schwer auf den Punkt bringen, wofür Sky eigentlich steht. Die Zuschauer sind letztlich an  Programminhalten wie Krimis, Soaps, Kinderprogrammen, Actionfilmen, Motorsport, Erotik, Tier-Dokumentationen, Schlager oder Klassik interessiert, nicht an großer Programmvielfalt an sich oder einer starken, internationalen Marke.

Sky sollte es den Fernsehzuschauern außerdem leichter machen, sich für Pay-TV zu entscheiden. Lange Mindestvertragslaufzeiten und der Zwang, das Basispaket Sky Welt zu abonnieren, schrecken viele Menschen ab. Es ist ein allgemeines Phänomen, dass sich Menschen heute immer seltener lange binden wollen. Und die Sorge, aus einem einmal abgeschlossenen Abo nur schwer wieder herauszukommen, ist (ganz allgemein) leider nicht völlig unberechtigt.

Die Lösung wäre hier ganz einfach: So wie einige Internetprovider Tarife mit und ohne lange Mindestvertragslaufzeit anbieten, könnte auch ein Pay-TV-Anbieter wie Sky den Kunden die Wahl lassen: Wer bereit ist, sich eine Weile zu binden, profitiert von niedrigeren Preisen. Ansonsten zahlt man ein wenig mehr.

Was den Zwang angeht, Sky Welt zu abonnieren, selbst wenn man vielleicht nur Sport im Pay-TV möchte: Kunden möchten schlichtweg selbst entscheiden, welche Sender sie abonnieren. Die 16,90 Euro im Monat dürften weit geringer ins Gewicht fallen als der Umstand, den Kunden nicht die Wahl zu lassen. Außerdem erweckt der Zwang den Eindruck, die Sender im Paket Sky Welt seien nicht attraktiv genug, als dass man sie freiwillig abonnieren würde. Für mich als Serienfan ist Sky Welt das Beste bei Sky.

Wenn Sky ein "Premiumprodukt" ist, wie Sky-Vorstand Marcello Maggioni bei Quotenmeter.de sagt, sollten sich doch ohne Mindestvertragslaufzeiten und Pflicht-Abos genügend Fernsehzuschauer begeistern lassen.

In einem aktuellen Gespräch mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung rechnet der neue Vorstandsvorsitzende der Sky Deutschland AG, Brian Sullivan, vor, wie billig ein Sky-Abo ist. Brian Sullivan vergleicht die Ausgaben für ein Sky-Abo mit denen für andere Arten von Unterhaltung. "Der Einstiegspreis für Sky von 16,90 Euro im Monat ist umgerechnet billiger als eine Tasse Kaffee am Tag", lautet ein Vergleich.

Das klingt nicht nach "Premiumprodukt", aber der Mann hat recht. Ob Kaffee, Kino, Restaurantbesuche oder andere Vergnügungen, die Menschen geben Geld dafür aus. Für das Unterhaltungsmedium Nummer eins fallen allerdings schon an anderer Stelle Kosten an: GEZ und ggf. Kabelgebühr lauten hier die Stichworte. Dennoch...

Ich bin gespannt, ob Sky die besondere Chance im Zusammenhang mit HDTV nutzen wird. Mit seinen sieben HD-Programmen, die 2010 um vier zusätzliche HD-Sender ergänzt werden sollen, befindet sich der Pay-TV-Anbieter schon in einer sehr guten Ausgangsposition.

Angesichts der deutlichen Einschräkungen für die Fernsehzuschauer bei den HD-Versionen der Free-TV-Sender Sat.1, kabel eins, ProSieben, VOX und RTL (HD+/CI+) bietet sich Sky eine unglaubliche Chance: Pay-TV zu empfangen könnte erstmals einfacher sein als Free-TV-Sender zu sehen. Zudem ist der Kopierschutz, der ein Vorspulen der Werbung verhindert, eine Steilvorlage für Sky.

Die Free-TV-Konkurrenz riskiert bei dem Versuch, ihr Geschäftsmodell zu schützen, gerade, sich selbst ins Abseits zu stellen. Hier sollte Sky angreifen!

Kommentare

  1. Unitymedia: Telefon, Internet und Digital-TV ab 20 Euro im Monat | Der Kabel Blog

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  2. Fußball-Bundesliga: LIGA total künftig mit persönlicher Konferenz | Der Kabel Blog

    [...] Konferenz gibt es im IPTV-Angebot Entertain einen Service, den es im Konkurrenzangebot des Pay-TV-Senders Sky in dieser Form nicht [...]





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