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Bewegtbildangebote im Netz boomen

Das Internet wird immer stärker für Bewegtbildangebote wie Video-on-Demand und Web-TV genutzt. Fast jeder dritte Internetnutzer in Deutschland verbringt mehr Zeit im Netz als vor dem Fernsehgerät. Die Intensivnutzer von Onlinevideos verbringen besonders viel Zeit im Netz und sind überwiegend täglich online.

Die Zukunft des Fernsehens liegt im Internet, hört man immer wieder. Die Ergebnisse einer aktuellen Umfrage des Branchenverbands paneuropäischer Online-Vermarkter und Technologiedienstleister European Interactive Advertising Association (EIAA) deuten ebenfalls in diese Richtung. Aus der Studie "Mediascope Europe 2009", bei der das Mediennutzungsverhalten in 15 europäischen Ländern untersucht wurde, geht hervor, dass 30 Prozent der Internetuser in Deutschland regelmäßig TV-Inhalte auf Abruf, Videoclips und andere Bewegtbildinhalte ansehen.

Diese intensiven Nutzer von Online Videos verbringen im Wochenschnitt 13,8 Stunden im Netz und nur 12,2 Stunden vor dem TV-Gerät. 67 Prozent der regelmäßigen Nutzer von Online Videos sind täglich online, im Jahr 2006 lag dieser Wert erst bei 63 Prozent. Den Fernseher schalten nur 59 Prozent von ihnen täglich ein. Sie gehen zu 13 Prozent über mobile Endgeräte online und verbringen im mobilen Internet 6,3 Stunden unterwegs im Internet.

Damit sind die Online Video-Nutzer dem Durchschnitt der Internetnutzer in Deutschland voraus: Die Durchschnittsnutzer sind nur an 5,5 Tagen pro Woche online, der Online Video-Nutzer an 6,2 Tagen. "Beim Konsum bewegter Bilder verbringen Online Video-Nutzer mit 12,2 Stunden dafür weniger Zeit vor dem Fernseher als der durchschnittliche Internetnutzer (12,8 Stunden)", schreibt die EIAA.

Die regelmäßigen Nutzer von Online Videos sind übrigens auch gegenüber dem Onlineshopping aufgeschlossener. Mit elf Einkäufen im Halbjahr liegen sie über dem Durchschnitt von neun Einkäufen im Netz. Interessant: Wer sich besonders für Videos aus dem Internet interessiert, verzichtet deshalb nicht auf das Lesen von Büchern. 57 Prozent von ihnen kaufen online Bücher, 48 Prozent elektronische Geräte und 47 Prozent Kleidung.

"Für Werbetreibende sind diese Zahlen ein Beleg dafür, dass Online Video-Advertising kein reines Trend-Thema mehr ist. Zu Recht hat Online Video-Advertising bei vielen Unternehmen inzwischen seinen festen Platz in den Mediaplänen", kommentiert Alison Fennah, Executive Director der EIAA. "Nicht zuletzt gelten reichweitenstarke und zielgruppengerichtete digitale Bewegtbild-Kampagnen als Schlüssel erfolgreicher Markenkommunikation. Und das mit steigender Tendenz, wie das aktuelle EIAA Marketers' Internet Ad Barometer für das zweite Halbjahr 2009 zeigt: 33 Prozent der Werbetreibenden geben hier an, dass sie Video-Werbeformate vermehrt einsetzen und bei 20 Prozent der Befragten stammen diese Zuwächse aus anderen Werbebudgets."

Das sind übrigens gute Nachrichten für alle, die gerne kostenlos Web-TV, Musikvideos, Video-on-Demand etc. nutzen. Über mehr Werbung freut man sich zuerst vermutlich nicht, aber die Zahlen sagen auch: In Zukunft wird es mehr kostenlose Filme, Serien, Dokus, Musikvideos etc. im Internet zu sehen geben, weil die Firmen mit ihrer Werbung dort ihre Zielgruppen erreichen.

Für den Zuschauer kostenlos sind die Video- und TV-Angebote im Internet schließlich nur, weil jemand anderes Technik, Lizenzen, Personal, Traffic usw. bezahlt. Der Vorteil gegenüber dem herkömmlichen über Werbung finanzierten Fernsehen ist zudem, dass jeder Zuschauer sich viel weniger Werbung anschauen muss, weil Online-Werbung deutlich zielgerichteter eingesetzt werden kann. Das ist doch viel besser, als gleich ein ganzes Dutzend oder sogar noch mehr Werbespots in einem Werbeblock sehen zu müssen, oder nicht?





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