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Digitale Set-Top-Boxen sind sehr gefragt

Die Fernsehzuschauer in Europa kaufen so viele digitale Set-Top-Boxen, dass sich die Hersteller über einen Umsatzrekord freuen können. Neben HDTV und Internet spielt dabei die große Beliebtheit von Kombigeräten eine Rolle, die das Aufzeichnen von TV-Sendungen auf eingebauten Festplatten ermöglichen.

Dieses Jahr wächst der Markt für digitale Set-Top-Boxen innerhalb der EU voraussichtlich auf ein Volumen von 2,2 Milliarden Euro, was einem Plus von 9,6 Prozent entspricht. Im Vergleich zu 2009 werden dieses Jahr 6,3 Prozent mehr Set-Top-Boxen gekauft, was insgesamt 32 Millionen Geräten entspricht. Die Zahlen nennt der BITKOM unter Berufung auf Daten des European Information Technology Observatory (EITO).

"Der Markt für digitale Set-Top-Boxen wird von den neuen technologischen Trends im Fernsehbereich angetrieben: Digitalisierung des TV-Empfangs, hochauflösendes Fernsehen sowie Integration von Internet und TV", sagte Jeffry van Ede, Präsidiumsmitglied des BITKOM. Dank Set-Top-Boxen erhalten ältere Fernsehgeräte neue Funktionen. Das ist wichtig, schließlich möchte man einen teuren Flachbildfernseher nicht nach kurzer Zeit durch ein neues Modell ersetzen, weil die Innovationszyklen so kurz sind.

Interessant: Die Marktentwicklung verläuft in den größten fünf EU-Mitgliedsstaaten ganz unterschiedlich. Einen Boom erlebt das Geschäft mit digitalen Set-Top-Boxen gerade in Frankreich, wo das EITO mit einem Plus von 86 Prozent auf 320 Millionen Euro rechnet. Schon deutlich schwächer fällt das prognostizierte Plus von 38 Prozent auf 720 Millionen Euro für Deutschland aus. Dahinter folgt Italien mit 29 Prozent (auf 500 Millionen Euro), während in Großbritannien und Spanien jeweils ein Umsatzminus von 32 Prozent (auf 160 Millionen Euro bzw. 105 Millionen Euro) erwartet wird.

Das bedeutet aber ganz und gar nicht, dass der Umstieg von analogem auf digitales Fernsehen in Spanien und Großbritannien nicht voran käme. Das Gegenteil ist richtig, die Digitalisierung ist in diesen beiden Ländern so gut wie abgeschlossen, womit der Bedarf an digitalen Set-Top-Boxen zurückgeht. In mehreren EU-Ländern wurde das analoge terrestrische Fernsehen 2009 abgeschaltet, was zu einem Rekordwachstum beim Verkauf digitaler Set-Top-Boxen führte. Im Vergleich zu 2008 verzeichnete der Markt 2009 im EU-Durchschnitt ein Plus von 32 Prozent.

Abgesehen von der Digitalisierung nennt der BITKOM drei Faktoren, die den Kauf digitaler Set-Top-Boxen befeuern: Die Fernsehzuschauer interessieren sich für hochauflösendes Fernsehen. Nicht nur die Zahl an HDTV-Sendern wächst, mit den Olympischen Winterspielen im Februar und der Fußball-Weltmeisterschaft jetzt gerade, sorgen zwei große Sport-Ereignisse dieses Jahr für ein besonderes Interesse an HD-Inhalten. Für den Empfang von HDTV benötigen die Zuschauer einen HD-Empfänger.

Als weitere Motivation für den Kauf einer digitalen Set-Top-Box gilt die Beliebtheit von Geräten, mit denen digitale Fernsehsendungen nicht bloß empfangen, sondern eben auch bequem aufgezeichnet werden können. Letztlich sind es in diesem Fall also die Vorteile digitaler Videorekorder, die das digitale Fernsehen voranbringen. Drittens profitieren die Hersteller vom Zusammenwachsen von Fernsehen und Internet zu Hybrid-TV. Zwar ist damit zu rechnen, dass Internetfunktionen auf TV-Geräten bald zum Standard gehören werden wie einst Teletext.

Es wäre allerdings verrückt, sich innerhalb weniger Jahre immer wieder einen neuen Fernseher zu kaufen, wie man es etwa bei Computern macht. Um bei diesem Vergleich zu bleiben: Einen guten Monitor kann man zwei oder drei Generationen von PCs weiter nutzen.

Kommentare

  1. Die meisten Fernsehzuschauer schalten nur 14 Sender pro Monat ein | Der Kabel Blog

    [...] Digitalisierung hat den Fernsehzuschauern eine Fülle neuer Kanäle beschert, doch die wenigsten nutzen die [...]





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