Jeder Dritte an 3D-TV interessiert
Das Interesse an 3D-Fernsehern ist einer neuen Umfrage zufolge sehr groß. Nahezu jeder dritte Befragte zeigte sich an 3D-Fernsehern interessiert, jeder sechste möchte sich ein 3D-fähiges Fernsehgerät kaufen. Bei Männer ist das Interesse größer als bei Frauen. Eine große Mehrheit akzeptiert einen moderaten Aufpreis für 3D-fähige TV-Geräte.
Wie schnell sich 3D im Wohnzimmer durchsetzen wird, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Das größte Problem dürfte ein Mangel an 3D-Inhalten bleiben. Die bisher auf Blu-ray-Disc erhältlichen Filme lassen sich alle innerhalb einer Woche ansehen. Immerhin bringt Panasonic bald einen für Privatleute bezahlbaren 3D-Camcorder auf den Markt und wird die Spiele-Branche in ihrem Bereich für 3D-Inhalte sorgen.
Eines zumindest scheint mit Blick auf eine vom Institut Aris im Auftrag des BITKOM durchgeführte repräsentative Umfrage als sicher: An einem mangelnden Interesse am Erwerb von 3D-Fernsehern wird "3D im Wohnzimmer" nicht scheitern. Die Bevölkerung in Deutschland spart nicht am Kauf von Fernsehern, selbst während der Krise wurden große Flachbildfernseher weiterhin gekauft. Gibt es etwas Besonderes zu sehen, sorgt das für zusätzliche Nachfrage, wie die hohen Verkaufszahlen bei HD-Fernsehern im Vorfeld der Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika gezeigt haben.
Fast jeder Dritte interessiert sich für 3D-Fernseher, jeder Sechste äußerte sogar eine Kaufabsicht. Männer sind übrigens stärker an 3D-Fernsehern interessiert als Frauen. Mit 19 Prozent möchte fast jeder fünfte Mann, mit 13 Prozent aber nur jede achte Frau ein 3D-TV-Gerät kaufen. "Verbraucher und Hersteller haben hohe Erwartungen an die 3D-Technologie", sagte Prof. Dr. August-Wilhelm Scheer, Präsident des BITKOM. Die ersten 3D-Fernsehgeräte kamen im März auf den deutschen Markt; seitdem wurden 26.000 Stück verkauft. Dafür griffen die Verbraucher ziemlich tief in ihre Geldbörsen, denn im Schnitt gaben sie 2.000 Euro aus. Der Preis erklärt sich jedoch nicht nur mit der 3D-Technologie, sondern zusätzlich durch eine insgesamt hochwertige Ausstattung und eine große Bilddiagonale. Künftig sollen 3D-Fernseher mit kleineren Bildschirmen angeboten werden, was zu niedrigeren Preisen für 3D-Fernseher führen dürfte.
Die Zahlungsbereitschaft ist überraschend hoch, wenn man bedenkt, dass 3D-TV-Geräte neu sind und viele Menschen noch überhaupt keine 3D-Erfahrungen besitzen.73 Prozent der Umfrageteilnehmer akzeptieren generell einen Mehrpreis für Fernseher mit 3D-Technologie. Viel mehr als bisher wollen die meisten Menschen jedoch nicht für die 3D-Fähigkeiten ihres neuen Fernsehers ausgeben: Immerhin 14 Prozent würden einen Aufpreis von über 500 Euro akzeptieren, für weitere 14 Prozent liegt diese Grenze bei 500 Euro. Jeder Zehnte ist bereit, 200 Euro mehr zu bezahlen, einem Viertel der Befragten sind 3D-Fähigkeiten nur bis zu 100 Euro wert.
Auf den zweiten Blick ergibt sich daraus allerdings, dass fast 30 Prozent 500 Euro mehr für einen Fernseher bezahlen würden, wenn sie damit 3D-Inhalte sehen können. Schafft es die Geräteindustrie, in diesem Preisrahmen zu bleiben, kann sie sich auf hohe Nachfrage einrichten. Scheer: "Nach der erfolgreichen Einführung von Fernsehern mit integriertem Internet-Anschluss, den so genannten Hybrid-Fernsehern, ist 3D der nächste große TV-Trend."
Ich bin allerdings skeptisch, ob sich die Einführung von Hybrid-TV im Frühling letzten Jahres und und die Einführung von 3D-TV im Frühling dieses Jahres tatsächlich ähneln. Wenn inzwischen fast jeder vierte verkaufte Fernseher über Internet-Fähigkeiten verfügt, dürfte das weniger an einem hohen Verbraucherinteresse liegen. Einfache Internetfunktionen lassen sich recht günstig einbauen. Ob die Käufer auf eine Anschlussmöglichkeit an das Internet achten, steht auf einem anderen Blatt. Ob ein Fernseher 3D-fähig ist oder nicht, wird keinem Käufer gleichgültig sein.
Allerdings dürfte das Interesse daran, endlich 3D-Inhalte zu Hause sehen zu können, einen viel größeren Anreiz darstellen. Das Internet ist in meisten Haushalten dagegen längst angekommen. Außerdem wird besonders die Spielebranche Anreize für den Kauf eines 3D-Fernsehers bieten. Die PlayStation 3 von Sony etwa wird über ein bloßes Update der Firmware fit für 3D. Es fehlt "nur noch" der passende Bildschirm für 3D-Spiele.
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am 6. August 2010 um 16:57 Uhr #
3D wird sich innerhalb der nächsten 10 Jahre durchsetzen, es ist einfach ein ganz anderes Erlebnis als 2D.
Ulf
am 16. August 2010 um 11:25 Uhr #
Da halte ich dagegen, ich glaube das es nur ein kurzer Trend bleibt und bald wieder in ein Nischendasein fristen wird. Zumindest im Heimbereich, im Kino wird es vermutlich länger bleiben. Da hoffe ich nur das 3D etwas selektiver eingesetzt wird und nicht mehr mit Gewalt eingebaut wird weil gerade in ist (bestes Beispiel: Clash of Titans).
Ich bin mir jedenfalls ziemlich sicher das es sich zuhause nicht durchsetzt. Erstens ist die Technik mit den Brillen viel zu umständlich für einen gemütlichen Abend auf der Couch. Zweitens haben die deutschen Fernsehsender schon genug Probleme mit der HD-Umsetzung. Selbst von dem ganzen HD+-Theater abgesehen ist man noch nicht mal in der Lage durchweg in HD zu produzieren, wie z.B. die täglichen Nachrichten.
3D würde die Sender noch mal vor großen Herausforderungen und vor allem große Ausgaben stellen. Und ich bezweifle stark das die Sender das auf sich nehmen würden, für die wenigen Zuschauer, die sich tatsächlich die Mühe machen sich mit 3D-Brille vor den 3D-Fernseher zu setzen.
Vielleicht wird es irgendwann mal, wenn man keine Brille mehr benötigt, trotzdem einen überzeugenden 3D-Eindruck hat und das HD-Chaos vergessen ist.