Startseite > Hardware > Flachbildfernseher: Deutschland im Kaufrausch

Flachbildfernseher: Deutschland im Kaufrausch

Schon 2009 war ein Rekordjahr für Flachbildfernseher, doch 2010 kaufen die Verbraucher in Deutschland noch einmal deutlich mehr Flat-TVs. Mehrere Faktoren befeuern die Nachfrage, darunter HDTV, 3D-TV und Hybrid-TV. Neben LCD-Fernsehern sind verstärkt wieder Plasma-Fernseher gefragt.

Schon zu Jahresbeginn sah es gut für die Branche aus: Große Sportereignisse wie die Olympischen Winterspiele in Kanada und die Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika ließen eine hohe Nachfrage nach neuen TV-Geräten erwarten. Der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V. (BITKOM) hebt seine Prognose für das laufende Jahr aufgrund der bisherigen sehr guten Verkaufszahlen stark an.

Der Hightech-Verband erwartet gegenüber dem Rekordjahr 2009 jetzt ein Plus von 16 Prozent auf 9,6 Millionen Geräte beim Kauf von Flachbildfernsehern. Der Umsatz steigt um 11,3 Prozent auf 6,6 Milliarden Euro, lautet die neue Prognose auf Basis von Daten des European Information Technology Observatory (EITO). "Der deutsche Markt für Flachbildfernseher erlebt einen fantastischen Boom, den wir so nicht erwartet hatten. Die Deutschen sind derzeit regelrecht im Flat-TV-Kaufrausch", kommentierte Jeffry van Ede vom BITKOM-Präsidium.

Von den etwa 40 Millionen Haushalten in Deutschland kauft umgerechnet nahezu jeder vierte dieses Jahr einen Flachbildfernseher. Wichtige Wachstumstreiber sind dabei die anziehende Konjunktur und die Fußball-WM, "der Durchbruch des hochauflösenden Fernsehens" sowie das starke Interesse an neuen Technologien wie 3D und Hybrid-TV. Vor einem Jahr gab es deutlich weniger HD-Programme, das HDTV-Angebot ist stark gewachsen.

Die neuen Technologien erhöhen nicht nur die Nachfrage nach modernen Fernsehgeräten, den Konsumenten sind die Extras auch extra Geld wert: "Die Verbraucher geben zusätzliches Geld aus für Technologien, die ihnen einen echten Mehrwert bieten", so van Ede. Die Verbraucher sind beispielsweise bereit, Geld für eine Anschlussmöglichkeit an das Internet auszugeben. Der Durchschnittspreis von Flachbildfernsehern sinkt zwar weiter, dieses Jahr bei 4 Prozent auf 683 Euro jedoch nur im einstelligen Bereich.

Früher war die Frage "LCD oder Plasma?" eine der wichtigsten, die sich Verbraucher beim Neukauf eines Flatscreen-Fernsehers stellten. Bis vor kurzem schien es dann so, als ob die LCD-TVs die Plasma-Geräte bald verdrängt haben würden, aber der Trend zu 3D gibt den Herstellern von Plasma-TVs Rückenwind. Derzeit funktioniert 3D auf Plasma-Bildschirmen besonders gut. 2010 werden deshalb voraussichtlich knapp 870.000 Plasma-Fernseher gekauft, was einem Plus von mehr als 15 Prozent entspricht; letztes Jahr legte die Nachfrage nur um 2 Prozent zu. Dennoch bleibt die LCD-Technik mit 8,8 Millionen Fernsehern (plus 16 Prozent) dominierend.

Seit im März die ersten 3D-fähigen Fernseher in die Läden kamen, wurden immerhin schon 40.000 Stück verkauft, errechnete der BITKOM auf Basis von GfK-Daten. Ein 3D-Fernseher ist den Kunden im Schnitt 2.000 Euro wert. 3D-TV-Geräte verfügen meistens über besonders große Bildschirme und sind überdurchschnittlich gut ausgestattet, was wesentlich zu den hohen Preisen beiträgt.





RSS

Twitter

Archiv 2012: JanuarFebruarMärzAprilMaiJuniJuliAugustSeptemberOktoberNovemberDezember
Archiv 2011: JanuarFebruarMärzAprilMaiJuniJuliAugustSeptemberOktoberNovemberDezember
Archiv 2010: JanuarFebruarMärzAprilMaiJuniJuliAugustSeptemberOktoberNovemberDezember