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Kategorie: 3D-TV


3D-Fernseher gefragter als gedacht

2. November 2011 - 16:05 Uhr

Die Verbraucher in Deutschland kaufen so viele 3D-Fernseher, dass die Experten der gfu kürzlich ihre Absatzprognose deutlich nach oben korrigiert haben: 1,3 Millionen neue 3D-TV-Geräte sollen es bis Ende des Jahres werden.

Der Anteil 3D-fähiger Flachbildfernseher am Gesamtmarkt ist weiterhin klein. Das sollte jedoch nicht zu dem Schluss verleiten, die neue Technologie komme bei den Konsumenten nicht gut an. Dafür, dass 3D-Fernseher erst im letzten Jahr in Deutschland auf den Markt kamen, ist das Verbraucherinteresse überraschend groß - so groß, dass die Gesellschaft für Unterhaltungs- und Kommunikationselektronik (gfu) auf Basis der jüngsten Marktdaten ihre Erwartungen um satte 30 Prozent nach oben anpasste. Schon Anfang des Jahres zeichnete sich ein wachsendes Verbraucherinteresse ab. Jetzt geht man bei der gfu von 1,3 Millionen 3D-Fernsehern für 2011 aus.

Bei Geräten mit großen Bildschirmen ist die 3D-Technologie dabei, sich zum Standard zu entwickeln. Im Juni wurden schon 79 Prozent des Umsatzes mit Fernsehern ab einer Bildschirmdiagonale von 50 Zoll mit 3D-fähigen Modellen erzielt, im Bereich zwischen 43 und 49 Zoll waren es immerhin bereits 57 Prozent, also deutlich mehr als die Hälfte!

Internet auf dem Fernseher bald Standard

Noch besser als 3D-taugliche Geräte verkauften sich Fernseher mit Anschlussmöglichkeit ans Internet. Schon 90 Prozent des Umsatzes mit Fernsehern ab 50 Zoll wurden im Juni mit internetfähigen Modellen erzielt, bei den Fernsehern mit Bildschirmgrößen zwischen 43 und 49 Zoll betrug der Umsatzanteil 74 Prozent.

Die Industrienorm HbbTV, die dem Zuschauer einen direkten Wechsel zwischen Fernsehprogrammen und ergänzenden Informationen aus dem Internet erlaubt, scheint sich durchzusetzen. Im Januar unterstützten erst 28 Prozent der Smart-TV-Geräte in der Preisklasse ab 2.000 Euro diesen Standard, im Juni waren 61 Prozent dieser Geräte entsprechend ausgerüstet. Das ist wichtig, denn Standards senken den Aufwand für Entwickler und Content-Anbietern und machen Internet-Inhalte auf dem Fernseher durch ein größeres Angebot für die Nutzer attraktiver. Die bisherige Fragmentierung durch den Einsatz unterschiedlicher Plattformen bei den Geräteherstellern gilt als Hindernis für den Durchbruch im Massenmarkt.

"3D- und Internet-Ausstattung, derzeit die spannendsten Innovationen im TV-Markt, haben sich außerordentlich schnell etabliert", fasst Dr. Rainer Hecker, Aufsichtsratsvorsitzender der gfu, die Trends zusammen. "Das Interesse unserer Kunden an Spaß und Unterhaltung in 3D und am Internet als ergänzender Programmquelle auf dem Fernsehschirm war schon während der IFA im September deutlich zu spüren. Wir sind überzeugt, dass die neuen Techniken zu attraktiven Preisen auch für positive Impulse im bevorstehenden Weihnachtsgeschäft sorgen werden."

Detaillierte Prognosen seien derzeit "aufgrund der durch Unsicherheit geprägten wirtschaftspolitischen Lage äußerst schwierig", heißt es im gfu-Pressetext. So seien Einkommenserwartung und Anschaffungsneigung beim GfK-Konsumklimaindex auf einem positiven Niveau geblieben, die Konjunkturerwartung aber nochmals zurückgegangen. "Letztendlich kommt es wie immer auf die Verbraucher an: Entscheiden sie sich für Kaufzurückhaltung und Konsumverzicht oder investieren sie in Sachwerte und langlebige Gebrauchsgüter", so Dr. Hecker abschließend.

Zahlen nicht überbewerten

Sieht man sich die Nachfrage nach 3D-Fernsehern und Hybrid-TV-Geräten an, sollte man das Interesse an den 3D- und Internetfähigkeiten der betreffenden Geräte allerdings nicht überbewerten. Bei gut ausgestatteten Flachbildfernsehern sind beide Zusatzfunktionen heutzutage einfach schon dabei, ohne dass das Verbraucherinteresse schon im gleichen Maße gewachsen wäre. Was als Connected TV (ein weiterer Begriff für einen Fernseher mit Anschlussmöglichkeit ans Internet) verkauft wird, findet in vielen deutschen Wohnzimmern nicht zwangsläufig Anschluss. Das ist ähnlich wie beim digitalen Kabelfernsehen. Moderne Flachbildfernseher sind heute fast durchweg mit DVB-C-Tunern ausgerüstet, aber die allermeisten Kabelhaushaushalte sehen noch analog fern.

Dennoch ist es ein gutes Zeichen, dass die Gerätebasis so schnell wächst. In einigen Jahren werden die meisten Haushalte einen internetfähigen Fernseher und sehr viele auch 3D-taugliches Modell besitzen. Damit wird es für Inhalteanbieter interessant, verstärkt in die Produktion zu investieren. Kaufentscheidend mögen 3D und Internet auf dem Fernseher erst für eine Minderheit sein, aber darauf kommt es mit Blick auf die Frage, ob sich diese Zusatzfunktionen durchsetzen werden, ja gar nicht an.

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