EinsExtra heißt jetzt tagesschau24
1. May 2012 - 17:23 UhrAb sofort sendet der digitale Nachrichtenkanal EinsExtra unter dem Namen tagesschau24. Inhaltlich ändert sich bei dem nur digital zu empfangenden ARD-Sender nichts.
Wer heute schon seinen Fernseher eingeschaltet hat, um sich auf EinsExtra mit Informationen versorgen zu lassen, war möglicherweise überrascht: Wo gestern noch EinsExtra sendete, ist heute tagesschau24 zu sehen. Die Zahl der überraschten Fernsehzuschauer dürfte sich indes in Grenzen halten, denn die Einschaltquote liegt bei 0,1 Prozent. Immerhin schalten über den Tag verteilt insgesamt etwa 700.000 Zuschauer ein.
Vielleicht wird das mit dem neuen Namen tagesschau24 ja besser, man erhofft sich mehr Klarheit bei den Fernsehzuschauern, was sie auf dem Sender erwartet. Zugegeben, das brachte der alte Name EinsExtra nicht zum Ausdruck. Zudem gibt es außerdem ja noch EinsPlus - Extra und Plus, das liegt begrifflich arg nahe beieinander. Allerdings wurde EinsExtra ja nicht als Nachrichtenkanal gegründet, sondern es wurden früher vor allem ARD-Magazine und andere Informationssendungen wiederholt. EinsPlus hingegen startete unter dem Namen EinsMuXx mit der zeitversetzten Ausstrahlung von Sendungen des Ersten Programms.
Neuer Name ist aussagekräftiger
Lutz Marmor, Intendant des für ARD-aktuell federführenden NDR: "Der Name tagesschau24 signalisiert den Zuschauerinnen und Zuschauern, was der Mehrwert dieses Digitalkanals ist: Nachrichten nonstop, alle 15 Minuten aktuell und direkt aus dem Studio der Tagesschau. Die Sendungen werden von derselben Redaktion zusammengestellt, die ohnehin für die täglich rund 20 Tagesschau-Ausgaben im Ersten arbeitet. Das ist ein Maximum an Synergie. Zugleich macht der Name tagesschau24 deutlich, dass es dabei um den Kern unseres Auftrags geht - die Information."
Mit dem kompletten Design des Tagesschau arbeiten zu können, ist natürlich ein Vorteil, vor allem in finanzieller Hinsicht. Generell kostet das Programm die Gebührenzahler sehr wenig Geld. Eine eigene Redaktion gab es für EinsExtra nämlich auch nicht. Zuletzt hatte EinsExtra nicht einmal ein eigenes Nachrichtenstudio, denn Ende letzten Jahres wurde die Produktion in das Tagesschau-Studio verlegt, in dem die Ausgaben zur vollen Stunde erstellt werden.
Dr. Kai Gniffke, Erster Chefredakteur von ARD-aktuell, hebt einen weiteren Vorteil hervor: "Die enge Verzahnung bei Redaktion und Produktion spart nicht nur Geld, sondern trägt auch zur Qualitätssteigerung bei. Ohne den ständigen Sendebetrieb unseres Infokanals wäre die schnelle Reaktionsfähigkeit wie etwa beim Unglück von Fukushima nicht möglich gewesen." So konnten bei Bedarf ohne Anlaufzeit lange Sondersendungen für das Erste produziert werden.
Eigene Website wird eingespart
Neu eingespart wird seit der Umbenennung der eigene Web-Auftritt unter eins-extra.de. Den von EinsExtra bekannten Livestream erreicht man nun über die Website tagesschau.de bzw. über tagesschau.de/multimedia/livestreams. Die besonders von Smartphone-Usern geschätzte "Tagesschau in 100 Sekunden" ist übrigens ein Kurznachrichten-Format, welches von EinsExtra bzw. nun von tagesschau24 produziert wird. Im TV-Programm läuft der Nachrichtenüberblick jeweils vor den ausführlichen Nachrichten im Viertelstundentakt. Die "Tagesschau in 100 Sekunden" ist wie weitere Videoinhalte über die Tagesschau-App (iOS, Android OS, BlackBerry OS) abrufbar. Dort ist zudem - wie schon zu Zeiten von EinsExtra - ein Livestream von tagesschau24 zu sehen.
Der Name tagesschau24 ist allerdings ein wenig irreführend, weil es die Nachrichten im Viertelstundentakt lediglich werktags zwischen 9 und 20 Uhr sowie an anderen Tagen zwischen 12 und 18 Uhr gibt. Aber wer weiß, wann die Sendestrecke mit Live-Nachrichten das nächste Mal ausgeweitet wird. Bei Einführung dieser Sendestrecke, die bis gestern "EinsExtra aktuell" hieß, wurden nur werktags für ein paar Stunden am Nachmittag halbstündlich aktuelle Nachrichten gesendet. Seitdem wurde die Nachrichtenstrecke mehrmals ausgedehnt.
Bild links oben: eigener Screenshot vom Fernseher





