Neue Aktionswoche – 100 Tage bis zur Analogabschaltung
18. January 2012 - 15:32 UhrIn rund 100 Tagen wird das analoge Fernsehen via Satellit abgeschaltet. Da viele Haushalte noch nicht auf Digital-TV umgestellt haben, beginnt am Wochenende eine neue Aktionswoche der Initiative "klardigital 2012".
Bei der Initiative handelt es sich um ein gemeinsames Projekt der Landesmedienanstalten mit ARD, ZDF, RTL-Gruppe, ProSiebenSat.1 und dem VPRT, das vor allem die von der Abschaltung des analogen Fernsehens betroffenen Zuschauer informieren soll. Am Samstag beginnt der 100-Tage-Countdown bis zur Analogabschaltung. Über Satellit sind nach dem 30. April nur noch digitale TV- und Radioprogramme deutscher Sender zu empfangen.
Jetzt nicht mehr länger warten!
"Wer jetzt noch nicht umgestiegen ist, sollte sich rasch um Geräte und Zubehör kümmern, um möglichen Engpässen bei Fachhandel und Fachhandwerk zu entgehen", mahnt die Inititiative heute in einer Pressemitteilung. "Auch Betreiber von Mehrteilnehmer- oder Kabelanlagen, die noch nicht auf die digitale Signalzuführung umgestellt haben, sollten jetzt schnell handeln." Wartet man zu lange, bleibt der Bildschirm bald schwarz. Insbesondere wenn Unterstützung durch Fachbetriebe bei der Umrüstung der Technik gebraucht wird, darf man nicht weiter abwarten. Im Handel kann es aber auch zu Engpässen kommen, wenn zu viele Verbraucher in den letzten Tagen digitale Satellitenreceiver und Zubehör kaufen wollen. An eine gründliche Beratung ist dann nicht mehr zu denken.
Seit April 2011 führte das Projektbüro "klardigital 2012" schon mehrere Aktionswochen durch, aber noch immer konnten nicht alle Betroffenen mit den Maßnahmen erreicht werden. In der am Wochenende anlaufenden Aktionswoche soll besonders der Einsatz von Laufschriften mit dem Hinweis auf das Ende der analogen Satellitenübertragungen intensiviert werden. Zu sehen bekommen diese Laufbänder nur Haushalte mit analogem Empfang, in die digitalen Signale werden diese Informationen nicht integriert.
Zusätzlich werden die Sender wieder in redaktionellen Beiträgen und Spots auf die Abschaltung des analogen Fernsehens über Satellit informieren. Ausführliche Informationen stehen auf Teletextseiten und auf den Websites der Sender zur Verfügung.
Analoges Kabelfernsehen bleibt erhalten
Neben der Initiative "klardigital 2012" weist heute auch der Verband Deutscher Kabelnetzbetreiber e. V. auf die Analogabschaltung hin. Kabelkunden werden "auch in Zukunft die Wahlfreiheit zwischen dem analogen und dem digitalen Fernsehempfang" behalten. Kabelfernsehen kann man über den 30. April 2012 hinaus analog und digital empfangen. Die großen Kabelnetzbetreiber hatten sich angesichts der Einstellung des analogen Satellitenfernsehens zuletzt mehrfach zu analogem Kabelfernsehen bekannt. Eine große Mehrheit der Kabelkunden nutzt bisher ausschließlich den analogen Empfang.
Thomas Braun, Präsident des Verbandes Deutscher Kabelnetzbetreiber (ANGA): "Der Kabelanschluss bleibt die perfekte Kombination aus Innovation und Komfort. Kabelnetzbetreiber bieten damit die beste Alternative zum selbstorganisierten Satellitenempfang – vor allem für Mietshäuser, Wohnungseigentümergemeinschaften und Hotels. Diese sollten zudem beachten, dass urheberrechtliche Verwertungsgesellschaften teilweise auch für den Betrieb kleinerer Empfangsanlagen Lizenz- und Vergütungsansprüche erheben; ein Risiko, das bei der Versorgung durch einen professionellen Kabelnetzbetreiber regelmäßig entfällt. Mit Blick auf die verbleibenden 100 Tage sollten Betroffene schon jetzt die Umstellung beauftragen."
Analog sind über den Kabelanschluss aber vergleichsweise wenige TV-Programme zu empfangen. Digitaler Kabelempfang bietet vielerorts die Möglichkeit, aus weit über 200 Fernsehkanälen zu wählen. Pay-TV und HDTV können Analog-Haushalte gar nicht bekommen. Wer schon einen HD-Flachbildfernseher besitzt, aber lediglich analoge TV-Signale nutzt, kann nur bei sehr viel schlechterer Bildqualität als eigentlich möglich fernsehen. Obwohl Kabelhaushalte abwarten können, loht sich für sie ein Umstieg auf Digital-TV.
Grafik links oben: Initiative klardigital 2012
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