Die Mobilfunkangebote der Kabelnetzbetreiber im Überblick
28. December 2011 - 12:11 Uhr
Die wachsende Verbreitung von Smartphones macht Datentarife zu einem zentralen Bestandteil von Mobilfunkangeboten
Nachdem die Nachfrage nach mobilem Internet immer weiter steigt und in Deutschland bereits mehr Smartphones als herkömmliche Mobiltelefone verkauft werden, bauen auch die Kabelnetzbetreiber ihre Mobilfunkangebote aus. So hat zuletzt Kabel Deutschland Anfang dieses Monats sein hauseigenes Mobilfunkpaket um ein kostenloses Smartphone ergänzt. Unitymedia stieg Anfang Dezember mit drei unterschiedlichen Tarifen gar erstmalig in das Mobilfunkgeschäft ein, wohingegen Kabel BW schon etwas länger Handytarife anbietet.
All diesen Angeboten ist gemein, dass sie nicht nur für Bestandskunden der Kabelnetzbetreiber verfügbar sind, sondern deutschlandweit von jedermann gebucht werden können. Hier ist die Konkurrenz durch weitere Mobilfunkanbieter natürlich groß. Da es bei solch großer Auswahl schnell unübersichtlich werden kann, soll der folgende Überblick eine Orientierung bieten.
Die Handytarife hinsichtlich Telefonie...
Unabhängig von Datentarifen und Minutenpreisen glänzen die Mobilfunkangebote der Kabelnetzbetreiber zunächst allesamt durch die Möglichkeit, netzintern unbegrenzt und völlig kostenlos zu telefonieren. Stellt Kabel Deutschland beispielsweise den familieneigenen Festnetzanschluss bereit, so lässt sich dieser mit einem Kabel Deutschland Mobilfunktarif jederzeit kostenlos anrufen. Gleiches gilt ebenso für die anderen Kabelnetzbetriber. Auch Telefonate zwischen Mobilfunkkunden desselben Kabelanbieters sind grundsätzlich kostenlos.
So bleibt als erstes Vergleichskriterium der Preis für SMS sowie Telefonie außerhalb des eigenen Netzes. Hier liegen alle drei Anbieter gleichauf, jede SMS und jede innerdeutsche Gesprächsminute außerhalb des hauseigenen Netzes berechnen Kabel Deutschland, Unitymedia und Kabel BW mit 15 cent. Andere Mobilfunkanbieter verlangen bisweilen sogar nur 9 cent pro Minute und SMS, was die Kabelnetzbetreiber nur durch die bereits beschriebenen netzinternen Flatrates ausgleichen können. Eine monatliche Grundgebühr fällt für diese Pakete nicht an.
Echtes Sparpotential kann darüberhinaus eine Festnetz-Flatrate bieten. So erhält man diese bei Kabel Deutschland für vergleichsweise günstige 4,99 Euro monatlich. Bereits nach rund einer halben Stunde Telefonierens ins Festnetz lohnt sich diese Tarifoption, sodass das entsprechende Paket je nach Telefonierverhalten durchaus empfehlenswert ist. Kabel BW bietet ebenfalls eine Festnetz-Flatrate an, jedoch ist diese mit 9,90 Euro monatlich ungleich teurer und somit weniger empfehlenswert. Einzig bei Unitymedia sucht man ein vergleichbares Angebot ohne weitere Zusatzleistungen vergebens.
Maximale Leistung zum Festpreis versprechen schließlich Flatrate-Angebote ins Festnetz und alle Mobilfunknetze, sogenannte Allnet-Flatrates. Mit 35 Euro monatlich bietet Unitymedia das günstigste derartige Paket an. Bei Kabel Deutschland und Kabel BW werden für eine Allnet-Flatrate bereits 39,99 bzw. 39,90 Euro monatlich fällig.
...und mobiler Internetnutzung
Diese Allnet-Angebote decken darüberhinaus allesamt mobiles Surfen ab. So sind hier bei Kabel Deutschland 300 MB mit voller HSDPA-Geschwindigkeit inklusive, bei Unitymedia und Kabel BW sind es immerhin noch 200 MB. Wird dieses Datenvolumen überschritten, so drosselt der Anbieter bis zum Monatsende vorübergehend die Geschwindigkeit. Zusätzliche Kosten fallen hier in keinem Fall an.
Wer mit dem Smartphone surfen möchte, ohne monatlich mindestens 35 Euro für eine Allnet-Flatrate zu bezahlen, der kann die Surf-Optionen auch einzeln erhalten. So enthält "Friends&Family + Surf" von Unitymedia für 5,- Euro monatlich die Surf-Flatrate als einzige Zusatzleistung gegenüber dem kleinsten Basispaket. Ebenso lässt sich jedes Mobilfunkangebot von Kabel BW für 4,90 Euro monatlich um die Surf-Option erweitern. Mit 9,99 Euro fällt der monatliche Aufpreis für mobiles Surfen bei Kabel Deutschland hingegen deutlich größer aus.
Konkurrenz durch Mobilfunkanbieter
Den größten Vorteil bieten die aufgeführten Angebote all jenen, die regelmäßig auf Handys oder Festnetzanschlüsse eines der Kabelnetzbetreiber anrufen. Durch die kostenlose Flatrate für anbieterinterne Telefonie lässt sich hiermit abhängig vom Telefonierverhalten eine Unmenge Geld einsparen. Wer beispielsweise regelmäßig von unterwegs auf den Festnetzanschluss der Familie telefoniert, dem sei das Mobilfunkangebot seines Kabelnetzbetreibers ganz klar empfohlen. Mit ansonsten 15 cent pro Minute und SMS sind die Kabelnetzbetreiber zwar nicht martkführend günstig, bieten jedoch zumindest noch akzeptable Konditionen.
Wer hingegen nicht regelmäßig in das Netz eines Kabelnetzbetreibers telefoniert, der fährt in der Regel mit Angeboten herkömmlicher Mobilfunkanbieter besser. So berechnen beispielsweise die DeutschlandSIM Handytarife pauschal 9 cent je SMS und Gesprächsminute und sind damit 40 Prozent günstiger als die 15-cent-Tarife der Kabelnetzbetreiber. Diese Kosten von 9 cent veranschlagen viele weitere Prepaid-Anbieter, sodass der Vergleich mit diesen nur fair ist. Letztlich bieten die Kabelnetzbetreiber mit anbieterinternen Flatrates dennoch ein enormes Sparpotential, sodass deren Mobilfunktarife, entsprechendes Telefonierverhalten vorausgesetzt, durchaus empfehlenswert sind.
Bild oben links: Mr T in DC



