Startseite > Breitband

Mehr schnelle Internetverbindungen in Deutschland

20. February 2012 - 08:15 Uhr

Die Zahl der Breitbandanschlüsse im Festnetz ist erneut gestiegen. Am zunehmenden Bedarf schneller Internetverbindungen im Festnetz ändert auch der Boom bei mobilen Internetzugängen nichts.

Die Umsätze mit festnetzbasierten Internetzugängen erreichten 2011 neue Höhen: Bei einem Plus von 1,8 Prozent wurden 13,6 Milliarden Euro umgesetzt, informiert der BITKOM auf Grundlage von Zahlen des Marktforschungsinstituts EITO. Dieses Jahr sollen die Umsätze um 2 Prozent auf 13,9 Milliarden Euro zulegen.

"Das Zugangsgeschäft im Festnetz legt trotz des Trends zur mobilen Internetnutzung weiter zu", stellte BITKOM-Präsident Prof. Dieter Kempf fest. "Der Bedarf an zusätzlicher Bandbreite ist ungebrochen." Nahezu zwei Drittel (64 Prozent) des Marktes für Internetverbindungen entfallen auf private Kunden. Die Umsätze legen dieses Jahr voraussichtlich um 2,2 Prozent auf 8,9 Milliarden Euro zu. Internetverbindungen für den gewerblichen Bereich kommen auf 36 Prozent, die Umsätze sollen 2012 um 1,2 Prozent auf 4,9 Milliarden Euro steigen.

Mehr schnelle Internetverbindungen in Deutschland

Schnelle Internetverbindungen | Grafik: BITKOM mit Daten von EITO und IDATE

27,6 Millionen Breitbandanschlüsse

Im vorigen Jahr erreichte die Zahl der breitbandigen Internetzugänge rund 27,6 Millionen. Somit gab es zwischen 2010 und 2011 einen Zuwachs in Höhe von 2,8 Prozent. Mit 87 Prozent Marktanteil waren die allermeisten Breitbandzugänge DSL-Anschlüsse. Erst 13 Prozent entfielen auf andere Arten von Anschlüssen, vor allem auf Kabelinternet. Glasfaseranschlüsse spielen hierzulande bislang kaum eine Rolle. 2012 erhöht sich die Zahl der Breitbandanschlüsse in Deutschland um 1,9 Prozent auf 28,1 Millionen, prognostiziert der BITKOM.

Breitband bedeutet nicht Highspeed: Nur ein Drittel (33,5 Prozent) der Breitbandanschlüsse ermöglicht Internetverbindungen mit mehr als 10 MBit/s. Die allermeisten Internetzugänge ermöglichen Übertragungsgeschwindigkeiten zwischen 2 und 10 MBit/s. 12,5 Prozent der Zugänge sind lediglich für Internetverbindungen mit weniger als 2 MBit/s ausgelegt. Die meisten dieser Kunden könnten aber schnellere Internetverbindungen nutzen, wenn sie das wollten.

Herkömmliche DSL-Anschlüsse sind relativ langsam

Zu diesen Zahlen ist anzumerken, dass ein herkömmlicher DSL-Anschluss typischerweise nicht die "bis zu 16 MBit/s" erreicht, mit denen Provider als theoretisch möglicher Maximalgeschwindigkeit oft werben. Wessen DSL-Anschluss 10 MBit/s erreicht, kann sich glücklich schätzen. Ist einem der eigene DSL-Anschluss zu langsam, stehen als Alternativen vor allem VDSL und Kabelinternet zur Auswahl.

Beide Zugangsarten bieten sehr viel schnellere Internetverbindungen, doch sie sind leider nicht überall verfügbar. Die Kabelnetzbetreiber haben in den letzten Jahren allerdings stark "in der Fläche" ausgebaut und erreichen mit ihren aufgerüsteten Netzen inzwischen sogar viele ländliche Gebiete. Wo Kabelinternet letztes Jahr noch nicht verfügbar war, ist es heute vielleicht doch schon erhältlich. Ist der DSL-Anschluss zu langsam, prüft man am besten gleich, ob VDSL oder Internet über Kabel verfügbar sind.

Kommentieren » | Vermischtes

Breitband-Anschlüsse: Deutschland hat bei schnellem Internet aufgeholt

31. January 2012 - 16:37 Uhr

Vier von fünf deutschen Haushalten verfügen über einen Breitband-Internetzugang. Damit hat Deutschland im europäischen Vergleich über die letzten Jahre stark aufgeholt und liegt nun auf dem 6. Platz.

Schnelle Internetanschlüsse waren in Deutschland lange Zeit nur mäßig gefragt, aber das hat sich geändert. Inzwischen befindet sich Deutschland in der Spitzengruppe, berichtet heute der BITKOM unter Berufung auf aktuelle Zahlen von Eurostat. Die Statistikbehörde wertet jährlich die ITK-Nutzung in Privathaushalten und Unternehmen aus.

78 Prozent Breitband-Haushalte

Ob es sich bei einem Internetanschluss um einen Breitbandzugang handelt, richtet sich dabei allerdings nicht nach der Geschwindigkeit, sondern der Anschlussart. Zu den Breitband-Technologien werden unter anderem DSL, ADSL, VDSL, Kabel, Satellit und UMTS gerechnet. "Inzwischen nutzen fast vier von fünf Haushalten (78 Prozent) einen schnellen Breitband-Zugang ins Netz", schreibt der BITKOM daher in seiner Pressemitteilung. Vielen davon dürfte ihr angeblich schneller Breitbandzugang allerdings zu langsam sein, denn mehr als 6 MBit/s haben die wenigsten aktuell zur Verfügung.

Trotzdem hat sich mit einem Anteil von 78 Breitbandanschlüssen auf 100 Haushalte einiges getan, seit 2004 hat sich die Zahl der Breitband-Anschlüsse hierzulande mehr als vervierfacht! Insgesamt gibt es nun 31 Millionen Breitband-Internetanschlüsse in Deutschland. 99,5 Prozent aller deutschen Haushalte können Internetanschlüsse mit mindestens 1 MBit/s erhalten, aber jeder fünfte Haushalt macht von dieser Möglichkeit keinen Gebrauch.

Platz 6 für Deutschland im EU-Vergleich

"Die Breitband-Strategie des Bundes und die Milliarden-Investitionen der Netzbetreiber haben es ermöglicht, dass Deutschland bei der Breitband-Nutzung inzwischen vorne dabei ist", sagt BITKOM-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder. Im EU-Ländervergleich erreicht Deutschland den sechsten Platz hinter Schweden (86 Prozent), Dänemark (84 Prozent), den Niederlanden (83 Prozent), Großbritannien (83 Prozent) und Finnland (81 Prozent). Der EU-Durchschnitt liegt bei 68 Prozent.

Breitbandanschlüsse im EU-Vergleich

Breitbandanschlüsse im EU-Vergleich | Grafik: BITKOM mit Daten von Eurostat

"Für Zuwachs bei der Nutzung sorgten außerdem sinkende Preise bei gleichzeitig höheren Bandbreiten", so Rohleder. Für einen schnellen Internetzugang muss man nicht mehr viel Geld ausgeben, aber auch Kombi-Angebote (Multi-Play) sorgen dafür, dass sich immer mehr Menschen für einen breitbandigen Internetzugang entscheiden, beispielsweise für Triple-Play-Pakete aus Internet, Telefon und Fernsehen. Wer alles aus einer Hand bezieht, profitiert von Preisvorteilen.

Inzwischen bieten die Kabelnetzbetreiber neben dem Empfang von Fernsehen und Hörfunk auch Telefon und Internet an. Die Telekommunikationsunternehmen dagegen haben ihre Telefon- und Internetprodukte um IPTV ergänzt. Breitbandinternet sorgt jedoch nicht bloß für ein größeres und attraktiveres Unterhaltungsangebot. "Für den Wirtschaftsstandort Deutschland ist die flächendeckende Verfügbarkeit von schnellen Internetverbindungen unverzichtbar", erklärte Rohleder. Der BITKOM verweist dabei auf bedeutende Zukunftsprojekte wie intelligente Strom- und Verkehrsnetze, die ohne ein leistungsfähiges Breitbandnetz nicht funktionieren.

Die letzten unversorgten Gebiete werden derzeit von den Mobilfunkunternehmen auf Basis des neuen Standards Long Term Evolution (LTE) erschlossen. Im Gegensatz zu UMTS ermöglicht LTE tatsächlich Datenraten, die den Begriff Breitbandinternet rechtfertigen. Mit leichten Einschränkungen kann man LTE damit als echte DSL-Alternative ansehen, aber Kabelinternet und Glasfaseranschlüsse bis in die Wohnungen (FTTH) ermöglichen sehr viel höhere Geschwindigkeiten. Während Glasfaseranschlüsse bisher nur in sehr wenigen Regionen verfügbar sind, ist Kabelinternet schon großflächig und das meist mit Bandbreiten von bis zu 100 MBit/s erhältlich. Einen Überblick über die Möglichkeiten von Internet über den Kabelanschluss bietet beispielsweise die Website kabelinternet.org.

Kommentieren » | Vermischtes

Ist der Fernseher ein Auslaufmodell?

16. January 2012 - 08:55 Uhr

Einer aktuellen Untersuchung zufolge haben herkömmliche Fernseher ihre besten Zeiten längst hinter sich. Die Zukunft gehöre hybridem Breitband-TV, vernetzten Geräten mit Anschluss an das Internet.

Bis jetzt nutzt die große Mehrheit der Zuschauer das Medium Fernsehen ganz traditionell, aber eine schnell wachsende Zahl von Menschen hat bereits die Vorzüge von Smart TV für sich entdeckt. Das enorme Interesse an Online-Videos führt in manchen Ländern schon zu einer geringeren Nutzung des Fernsehers. Das könnte jedoch eine bloß vorübergehende Entwicklung sein, wenn sich internetfähige TV-Geräte durchsetzen.

"Der Kampf um den Zuschauer hat sich auf das Internet ausgeweitet. Die Menschen verbringen viel Zeit online, an vernetzten Geräten, die in vielen Situationen die klassische Mattscheibe ersetzen", beschreibt Prof. Dr. Nikolaus Mohr, Geschäftsführer im Bereich Communications, Media & Technology bei Accenture, die Situation. Das Beratungs- und Dienstleistungsunternehmen Accenture hat mehrere internationale Studien zu diesen Themen durchgeführt.

Online-Videos werden stärker genutzt

Laut Accenture-Report "Always On, Always Connected" stieg in Deutschland der Anteil derer, die sich Videos und TV-Sendungen am Computer ansehen, zwischen 2009 und 2011 von 17 auf 26 Prozent. In Durchschnitt der zehn untersuchten Länder liegt dieser Anteil schon bei 33 Prozent. Um Fernsehsendungen und Filme anzusehen, schalteten 2011 in Frankreich 20 Prozent der Nutzer weniger als noch 2009 ihren Fernseher ein, in den USA war die TV-Nutzung sogar bei 40 Prozent der Zuschauer rückläufig.

Zunächst war nur der Computer eine Konkurrenz für den Fernseher, doch jeder Zehnte nutzte letztes Jahr ein Smartphone zum Ansehen dieser Bewegtbildinhalte. Besonders oft verwenden Besitzer von Tablet-Computern dieses  mobile Endgerät zum Konsum von Bewegtbildinhalten: Laut Accenture-Studie "Mobile Web Watch 2011" sehen sich 40 Prozent der Tablet-Besitzer in Deutschland darauf Serien und Filme an. "Das klassische Fernsehen hat sein Monopol für Unterhaltung und Information in bewegten Bildern verloren. Over-the-top-TV-Angebote drängen mit Macht auf den Markt", sagt Nikolaus Mohr.

Offenheit als Erfolgsfaktor

Ein entscheidender Faktor bei dieser Entwicklung ist die Unabhängigkeit von bestimmten Endgeräten oder Plattformen, also eine gewisse Offenheit, ist man bei Accenture überzeugt: "Beim "Over-the-top-TV" (OTT-TV) können Zuschauer Videos und Sendungen im Prinzip auf jedem internetfähigen Endgerät empfangen, ohne Settop-Boxen und andere dazwischengeschaltete Geräte", heißt es im Pressetext. Als Beispiele werden Mediatheken von Fernsehsendern sowie YouTube und tape.tv genannt, denn deren Inhalte sind auf einer Vielzahl von Endgeräten zugänglich. Diese Unabhängigkeit von proprietärer Technik mahnen übrigens auch die Experten von goetzpartners in ihrer IPTV-Studie an.

"Die Zukunft ist hybrides Breitbandfernsehen", glaubt Nikolaus Mohr, "also ein Angebot, das Inhalt und Elemente des klassischen Programmfernsehens mit Bewegtbild-Content aus dem Web verbindet. Das gilt sowohl für etablierte Sender, Gerätehersteller und Kabelanbieter als auch für Internetfirmen, Telekommunikationsanbieter und Medienunternehmen, die in den TV-Markt einsteigen wollen."

Weniger DVDs und Pay-TV

Die Studie "Always On, Always Connected" benennt DVD-Verkäufer und -Verleiher sowie Anbieter von Pay-TV über Kabel und Satellit als Leidtragende dieses Trends. Fast jeder dritte (32 Prozent) User der genannten Online-Unterhaltungsangebote kauft und leiht sich nur noch selten oder gar nicht mehr Filme auf DVD. 12 Prozent erwägen die Kündigung ihres TV-Abos bzw. haben es schon getan. OTT-TV-Anbieter wie Hulu in den USA profitieren dagegen.

Soll der Fernseher für die Konsumenten interessant bleiben, darf er nicht so bleiben, wie er ist. Für ihren nächsten Fernseher ist 42 Prozent der Befragten HD-Auflösung wichtig, jeweils 25 Prozent wünschen sich 3D-Fähigkeiten und Internetfunktionen. "Die Zeit, in der Hersteller von Fernsehgeräten nur schicke Designer-Möbelstücke produziert haben, sind längst vorbei. Ein TV-Gerät, das keinen Zugang zu bewegten Bildern und weiteren Inhalten aus dem Internet und dem dazugehörigen Ökosystem ermöglicht, hat keine Zukunft", sagt Nikolaus Mohr.

Dafür, dass die ersten internetfähigen Fernseher erst vor ein paar Jahren auf den Markt kamen, sind 25 Prozent ein hoher Wert. Die meisten Verbraucher hatten vermutlich bislang noch gar keine Gelegenheit dazu, Internetfunktionen auf einem Fernseher auszuprobieren. Viele interessante Funktionen sind bei aktuellen Modellen allerdings noch nicht einfach genug zu nutzen. Nicht nur der Fernseher muss sich verändern, alternative Bedienkonzepte sind gefragt, die klassische TV-Fernbedienung reicht schon für die heutigen Möglichkeiten eines Smart TVs nicht aus.

Zuletzt zeigen solche Untersuchungen, wie wichtig der Ausbau der Internet-Infrastruktur ist. Hybrides Breitband-TV setzt die Verfügbarkeit von Breitbandinternet voraus. Mit dem derzeitigen Minimalwert von 2 MBit/s kommt man hier aber nicht weit. Ein herkömmlicher DSL-Anschluss ist für Haushalte, die von den neuen Möglichkeiten intensiv Gebrauch machen, oft schon zu langsam. VDSL oder Kabelinternet sind derzeit die Alternativen, auf lange Sicht werden Glasfaseranschlüsse, die bis in die Wohnungen reichen, benötigt.

Foto links oben: Neben eine Mülltonne gestellter Fernseher (fotografiert von Oliver Springer)

1 Kommentar » | Topnews, VoD

28 Millionen Haushalte mit Breitbandanschluss

28. December 2011 - 15:30 Uhr

Von allen privaten Haushalten in Deutschland hatten dieses Jahr 77 Prozent einen Internetzugang. Die allermeisten davon (93 Prozent) waren Breitbandanschlüsse, meistens auf Basis von DSL.

Die Kabelnetzbetreiber mit ihren oft besonders schnellen und gleichzeitig günstigen Internetangeboten gewinnen zwar viele neue Kunden, doch laut einem Bericht des Statistischen Bundesamtes (Destatis) handelte es sich bei 82 Prozent aller privaten deutschen Breitbandanschlüsse um DSL-Zugänge. Das bedeutet allerdings nicht, dass alle anderen Zugangstechnologien für schnelles Internet zusammen nur auf 18 Prozent kämen. Nicht ganz jeder dritte Haushalt mit Internetzugang (29 Prozent) setzte weitere Breitbandanschluss-Arten ein. Alle Prozentwerte zusammen ergeben also nicht 100 Prozent.

Festnetzbasierte Zugangstechnologien wie Internet über den Kabelanschluss, über Stromkabel oder über Glasfaserleitungen wurden 2011 von zusammen 11 Prozent der Internet-Haushalte eingesetzt. 19 Prozent nutzten Breitbandinternet via Mobilfunk, beispielsweise mit einem UMTS-Stick, einer Laptop-Karte oder einem Smartphone. Weitere drahtlose, aber ortsgebundene Zugangstechnologien (zum Beispiel WiMAX, Internet via Satellit) hatten kaum eine Bedeutung.

Kaum noch analoge Modem- oder ISDN-Verbindungen

Schmalbandige (also langsame) Internetzugänge gab es dieses Jahr nur noch wenige: Gerade noch 5 Prozent aller deutschen Haushalte mit Internet gingen über ein analoges Modem oder eine ISDN-Karte online. 8 Prozent nutzten Schmalband-Internet via Mobilfunk, wobei es sich größtenteils um GPRS-Verbindungen mit Smartphones und anderen Mobiltelefonen handelte.

Die hohe Zahl von Breitband-Haushalten klingt erst einmal sehr gut, aber da schon Netzzugänge ab 2 MBit/s als breitbandig angesehen werden, ist sie nicht besonders aussagekräftig. Das mag als Grundversorgung ausreichen, aber die heutigen Möglichkeiten des Internets für Privatnutzer lassen sich so nicht ausschöpfen. Für Video-on-Demand wird es bei 2 MBit/s schon eng, an HD-Qualität ist überhaupt nicht zu denken. Vielen Onlinern ist ihr "Breitband-Internetanschluss" zu langsam. Die Kabelnetzbetreiber bieten vielerorts 100-MBit/s-Anschlüsse und könnten sogar noch weit schnellere Internetzugänge bereitstellen. Demgegenüber wirken 2 MBit/s ziemlich schmal.

Die meisten Offliner sehen keinen Bedarf für Internet

Fast jeder vierte private Haushalt in Deutschland (23 Prozent) war 2011 allerdings ganz ohne Internet. Von den Ein- und Zweipersonenhaushalten ohne Kinder unter 16 Jahren waren besonders viele ohne Verbindung ins Netz. Kaum zu glauben: Als Hauptgrund für den Verzicht auf einen Internetzugang wurde "kein Bedarf" genannt (Einpersonenhaushalte: 72 Prozent, Zweipersonenhaushalte: 74 Prozent). Erst weit dahinter folgen mit 32 Prozent bei Einpersonenhaushalten bzw. 37 Prozent bei Zweipersonenhaushalten fehlende Kenntnisse.

Bei den Einpersonenhaushalten waren 27 Prozent der Offliner die Anschaffungskosten und 22 Prozent die Nutzungskosten zu hoch; von Zweipersonenhaushalten wurden diese Hinderungsgründe etwas seltener genannt. 15 Prozent der Nicht-Nutzer blieben aus Sorge um Datenschutz und Privatsphäre offline. Nicht ausreichend schnelle Internetzugänge waren dagegen kein nennenswerter Grund für einen Verzicht auf einen Internetanschluss.

Ist Euer Internetanschluss "breit" genug?

Kommentieren » | Vermischtes

28 Prozent mehr Breitbandanschlüsse bei den Kabelnetzbetreibern in 2011

19. December 2011 - 08:55 Uhr

Der Markt für schnelle Internetzugänge ist dieses Jahr um 4 Prozent gewachsen. Die Kabelnetzbetreiber gewannen dabei überdurchschnittlich viele neue Kunden. Die DSL-Provider haben zwar noch die meisten Kunden, doch Kabelinternet wird als DSL-Konkurrenz immer stärker.

Mit Stand drittes Quartal 2011 stieg die Zahl der Breitband-Internetanschlüsse in Deutschland im Vergleich zum Vorjahr um 4 Prozent. Die Zahl schneller Internetzugänge erhöhte sich damit um ungefähr 1 Million. Wie aus einer aktuellen Analyse der Strategieberatung Solon Management Consulting hervorgeht, profitierten davon in erster Linie die Kabelunternehmen. Se konnten um 28 Prozent zulegen und gewannen 680.000 neue Kunden. Kabel BW steigerte die Zahl seiner Internet-Kunden um 25 Prozent, Kabel Deutschland um 27 Prozent und Unitiymedia sogar um 33 Prozent.

DSL-Provider unter Druck

Der Marktanteil der Kabelnetzbetreiber im Breitband-Markt liegt damit trotzdem erst bei 12 Prozent. Sehr lange Zeit buchstabierte mal Breitband in Deutschland "D", "S", "L", der Aufholbedarf bei Internet über den Kabelanschluss ist noch groß. Manche DSL-Provider leiden allerdings längst unter der attraktiven Alternative Kabelinternet. Große Zugangsanbieter wie Vodafone (-1 Prozent), United Internet (-2 Prozent) und Versatel (-8 Prozent) verloren unterm Strich trotz Wachstums im Gesamtmarkt Kunden.

Im letzten Quartal ging es auch für Telefónica abwärts, doch über 12 Monate gerechnet konnte der mit Marke Alice im Festnetzgeschäft aktive Konzern sogar um 6 Prozent bei den Kundenzahlen zulegen. Die Nummer eins im Breitbandmarkt ist weiterhin die Deutsche Telekom, die fast 50 Prozent Marktanteil erreicht. In den vergangenen 12 Monaten gewann der Ex-Monopolist 360.000 zusätzliche Breitband-Kunden, was immerhin ein Plus von 3 Prozent bedeutet. Damit konnte sich der Konzern gegen die Konkurrenz der Kabelnetzbetreiber behaupten.

Breitbananschlüsse in 2011

Entrwicklung der Breitbandanschlüsse | Grafik: Solon Management Consulting

"Die DSL-Anbieter haben gegenüber dem Kabel erhebliche strukturelle Nachteile. Sie können nicht wie die Kabler mit vertretbaren Investitionen ihre Anschlüsse zu High-Speed-Zugängen von 100 MBit/s aufrüsten", erklärt Jens Waltermann, Partner der Unternehmensberatung Solon Management Consulting. "Die DSL-Provider brauchen dringend eine strategische Antwort für das Breitband-Festnetz."

VDSL nicht überall verfügbar

In den Ballungszentren kann die Telekom vielerorts VDSL-Anschlüsse schalten. Die Maximalgeschwindigkeit beträgt bei VDSL zwar nur 50 MBit/s, doch beim Senden von Daten (Upstream) sind es mit bis zu 10 MBit/s mehr als bei Kabelinternet. Zudem sollte so gut wie jeder Privathaushalt heute mit einem 50-MBit/s-Anschluss sehr gut auskommen. In vielen Gegenden, in denen Internet über den Kabelanschluss schon Bandbreiten von 100 MBit/s ermöglicht, ist von der Telekom allerdings noch kein VDSL erhältlich. Bei anderen VDSL-Providern sieht es für Interessenten noch schlechter aus.

Die Zukunft gehört ohnehin Glasfaseranschlüssen, die direkt bis in die Wohnungen reichen. Der Ausbau ist teuer, aber der Bandbreitenbedarf steigt. Kabel Deutschland könnte heute schon über sein Glasfaser-Koaxialkabel-Netz 400-MBit/s-Anschlüsse schalten, die Technik auf Basis des Übertragungsstandards EuroDOCSIS 3.0 gibt das her. Nur besteht bei den Nutzern für so hohe Bandbreiten noch kein Bedarf. Die hohen Bandbreiten sind es aber nicht alleine, die Kabelinternet zu einer interessanten DSL-Alternative machen. Kabelinternet ist ziemlich billig, wenn man sich für einen Anschluss mit einer einem DSL-Anschluss vergleichbaren Geschwindigkeit entscheidet.

Wachstum durch Übernahmen

Um zu wachsen, setzten Unternehmen wie United Internet (bekannt durch 1&1, GMX und Web.de) und Telefónica (bekannt in Deutschland durch O2) auf Zukäufe: United Internet übernahm vor einer Weile Freenet, Telefónica kaufte HanseNet mit der Marke Alice, wo zuvor schon die DSL-Kunden von AOL hinzukamen. "Die Konsolidierung innerhalb des DSL-Marktes ist weitgehend abgeschlossen", so Waltermann, "Interessant wird sein, ob es nun zu infrastruktur-übergreifenden Zusammenschlüssen zwischen Kabel-, Mobilfunk- oder Festnetzunternehmen kommen wird."

Für schnelles Internet bleibt das Festnetz zwar unverzichtbar, aber der Markt wächst in Deutschland nur noch langsam. Mobiles Internet und "integrierte Entertainment-Angebote", die auf mehreren Verbreitungswege nutzbar sind. Neben Smartphones und Notebooks sind es inzwischen auch Tablet-Computer und Hybrid-TV-Geräte, die hier für Bewegung sorgen. "Von diesem Trend werden jene Anbieter stark profitieren, die im Festnetz oder Kabel ebenso wie im mobilen Breitbandmarkt Kunden gewinnen und binden können", prognostiziert Waltermann.

Logo links oben: Solon Management Consulting

Kommentieren » | Internet ohne Telekom Festnetz, Vermischtes

ANGA: Mehr Kunden, mehr Tempo bei Kabelinternet

6. December 2011 - 16:54 Uhr

Die Kabelnetzbetreiber können sich über hohe Zuwächse bei ihren Internet- und Telefonprodukten freuen. Bei einem erwarteten Plus von 600.000 Haushalten bis Jahresende werden insgesamt 3,6 Millionen Haushalte über das Breitbandkabel versorgt.

Anlässlich des 6. Nationalen IT-Gipfels betont der Verband Deutscher Kabelnetzbetreiber (ANGA) die Bedeutung von Internet über den Kabelanschluss beim Netzausbau für hohe Internetgeschwindigkeiten. Zusammengeschlossen im ANGA haben sich Kabel Deutschland, Unitymedia, Tele Columbus, Kabel Baden-Württemberg, PrimaCom, NetCologne, wilhelm tel, Deutsche Telekabel, Pepcom sowie weitere, kleinere Kabelnetzbetreiber.

Bis Ende des Jahres werden die Kabelunternehmen voraussichtlich insgesamt 3,6 Millionen Breit­bandinternet- und Telefoniekunden haben, was einer Verdoppelung innerhalb von drei Jahren entspricht. Damit entscheiden sich der Prognose nach 2011 rund 600.000 Haushalte neu für Internet und Telefon auf Basis ihres Kabelanschlusses. Die klassischen Telekommunikationsunternehmen haben den überdurchschnittlichen Erfolg der Konkurrenz bei der Neukundengewinnung wieder einmal zu spüren bekommen.

Fast jeder zweite Neukunde entscheidet sich für Kabelinternet

Fast jeder zweite Neukunde von Festnetz-Internetanschlüssen (45 Prozent) setzt auf den Kabelanschluss. Das passt zu den vor einem Monat vom BITKOM gemeldeten Daten, wonach jeder zweite neue Breitbandanschluss in Deutschland bei den Kabelnetzbetreibern entsteht.

"Diese Zuwächse erreichen unsere Mitgliedsunternehmen durch kontinuier­liche Investitionen in ihre Netz­infrastruktur, hohe Internet­ge­schwin­dig­keiten und ein sehr attraktives Preis-Leistungs-Verhältnis", erklärt Thomas Braun, Präsident des ANGA, den Erfolg. Obwohl man als Kabelkunde besonders durch die Wahl von Kombi-Produkten einiges sparen kann, sehen die Angebote der DSL- und VDSL-Provider im Vergleich nicht schlecht aus. In puncto Geschwindigkeit bei der Datenübertragung können sie Kabelinternet aber in weiten Teilen Deutschlands nicht viel entgegensetzen. VDSL ist schließlich alles andere als flächendeckend erhältlich und erreicht auch "nur" bis zu 50 MBit/s im Downstream (Daten empfangen).

Schneller als DSL und VDSL

Internet über den Kabelanschluss ist dagegen vielerorts schon mit 100 MBit/s oder sogar noch höherer Bandbreite erhältlich. Allerdings braucht heute fast niemand mehr als 50 MBit/s, zudem sind bei VDSL meist bis zu 10 MBit/s beim Upstream (Daten senden) üblich, bei Kabelinternet sind es weniger. Dennoch: Um mit der Entwicklung im Breitbandkabel mitzuhalten, müssten die Telekommunikationsunternehmen den Glasfaserausbau bis direkt zum Kunden stärker vorantreiben. Der Großteil der Internetanschlüsse in Deutschland weist Bandbreiten zwischen 2 und 30 MBit/s auf, laut ANGA nutzt mehr als die Hälfte der Kabelinternetkunden dagegen bereits Geschwindigkeiten von mehr als 30 MBit/s, der Trend gehe zu 50 MBit/s und mehr.

Zur Bedeutung digitaler Infrastrukturen als Motor für Innovationen sagt ANGA-Präsident Thomas Braun: "Wir leisten einen entscheidenden Beitrag zum Breitbandausbau in Deutschland. Mit ihren modernen HFC-Breitbandnetzen, einer Kombination aus Glas­faser und Koaxialkabel, schaffen die deutschen Kabelnetzbetreiber die Voraussetzungen für die Nutzung innovativer, bandbreiten­intensiver Anwendungen. Mit dem Ausbau des Daten­über­tragungsstandards DOCSIS 3.0 können schon heute viele Kunden das Internet mit Bandbreiten von 100 MBit/s und mehr nutzen." Die derzeitige Phase des Netzausbaus soll Ende kommenden Jahres abgeschlossen sein. Etwa zwei von drei Haushalten in Deutschland wollen die Kabelunternehmen dann mit Highspeed-Internet versorgen können.

Übertragungsstandard der vierten Generation in Vorbereitung

Der Netzausbau soll dann aber nicht zum Stillstand kommen, immerhin wird schon am Übertragungsstandard der nächsten Generation, DOCSIS 4.0, gearbeitet. Zusammen mit Glasfasertechnik sollen auf Basis des neuen Übertragungsstandards weit höhere Bandbreiten als heute realisiert werden.

Derzeit mag man sich kaum vorstellen können, wozu Endverbraucher solch extrem hohe Bandbreiten sinnvoll verwenden könnten. Aber wie schnell sich der Bedarf ändern kann, habt Ihr vielleicht selbst schon erlebt. Heute habe ich VDSL 50, mein erster DSL-Anschluss bot 1999 eine Bandbreite von 768 kBit/s. Das erschien mir extrem schnell, das war schließlich zwölffache ISDN-Geschwindigkeit. Und ich erinnere mich noch, dass ISDN selbst als besonders schnell angepriesen wurde. Als ich zehn Jahre zuvor mit meinem C64 per Modem online war, waren 64 kBit/s weit, weit weg.

Logo links oben: ANGA

Kommentieren » | Vermischtes

Jeder zweite neue Breitbandanschluss bei Kabelnetzbetreibern

7. November 2011 - 08:31 Uhr

Bei breitbandigen Internetzugängen im Festnetz ist ein Ende des Wachstums nicht in Sicht. Im letzten Jahr stieg die Zahl der Anschlüsse um 1,2 Millionen, wobei 50 Prozent des Wachstums bei Kabelinternet erfolgte.

Das Internet gehört in Deutschland zwar schon seit einer Weile fest zum Alltag, aber noch haben längst nicht alle Nutzer einen Breitbandzugang. Im vorigen Jahr kamen 1,2 Millionen neue Anschlüsse im Festnetz hinzu, davon jeweils die Hälfte von DSL-Providern und Kabelnetzbetreibern. Dieses Jahr soll es insgesamt sogar ein Plus von 2 Millionen Anschlüssen geben, meldet der BITKOM.

23 Millionen DSL-Anschlüsse und 2,9 Millionen Internetzugänge via TV-Kabel gab es Ende 2010. Ein kleiner Teil der Bevölkerung setzt andere Zugangstechnologien ein, wobei es sich dann meistens um Glasfaseranschlüsse handelt. Die Zahl der Breitbandanschlüsse stieg im Laufe des vorigen Jahres um 5 Prozent. Für dieses Jahr gehen die Experten von einem Plus in Höhe von 6 Prozent auf 28 Millionen Breitbandanschlüsse aus.

Bald keine unversorgten Gebiete mehr

"Derzeit werden die letzten weißen Flecke auf der Breitband-Landkarte durch hoch leistungsfähige Mobiltechnologien wie LTE geschlossen", sagte BITKOM-Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder. "Damit stehen den Verbrauchern künftig eine ganze Reihe von Breitband-Alternativen zur Verfügung. Dies stimuliert den Wettbewerb und wird das ohnehin gute Preis-Leistungs-Verhältnis weiter verbessern."

Das klingt gut, aber vielerorts können die Verbraucher bisher froh sein, zumindest eine der Zugangstechnologien für einen schnellen Internetzugang nutzen zu können. In den Ballungsräumen ist die Konkurrenz dagegen schon lange groß, zumindest was Internetanschlüsse im (tatsächlich nutzbaren) einstelligen MBit/s-Bereich angeht. Selbst in den größten Städten ist die Auswahl bei VDSL bisher ziemlich klein, aber die Kabelnetzbetreiber können inzwischen vielerorts eine Alternative bieten.

Internet über TV-Kabel mit Plus von 26 Prozent

Die Kabelnetzbetreiber haben erst in den letzten Jahren stark in den Netzausbau investiert. Noch dominiert zwar DSL in Deutschland, aber mit 26 Prozent fiel das Wachstum bei breitbandigen Internetzugängen über TV-Kabel besonders groß aus. Den Kabelunternehmen ist es gelungen, innerhalb von zwei Jahren ihren Marktanteil von 7 auf 11 Prozent auszubauen. "Die Bundesregierung will durch die Breitbandstrategie den Ausbau der Infrastruktur beschleunigen", erwähnt der BITKOM im Pressetext die ehrgeizigen Vorgaben, die in der TK-Branche auf Skepsis stoßen. "Mit dem Ausbau der Mobilfunknetze mit dem neuen Standard LTE (Long Term Evolution) werden auch die letzten 'weißen Flecken' der Breitbandversorgung geschlossen."

Im nächsten Schritt soll es um höhere Bandbreiten gehen. Schon im Jahr 2014 sollen 75 Prozent aller Haushalte in Deutschland die Möglichkeit haben, Internetzugänge mit mindestens 50 MBit/s (was dem Maximum bei VDSL entspricht) nutzen zu können. Derzeit nutzen etwa zwei von drei Haushalten mit Internetzugang nur einen Anschluss mit maximal 6 MBit/s. Laut einer aktuellen Studie wünschen sich 40 Prozent der Internetnutzer in Deutschland einen schnelleren Anschluss. Davon könnten beim derzeitigen Netzausbaustand vermutlich nicht wenige auf Kabelinternet umsteigen. Selbst wo noch nicht auf den Standard EuroDOCSIS 3.0 umgestellt wurde, werden in der Regel bis zu 32 MBit/s Bandbreite geboten, sofern das Netz am Ort generell für Internetverbindungen aufgerüstet wurde.

1 Kommentar » | Vermischtes

RSS

Twitter