Breitband-Anschlüsse: Deutschland hat bei schnellem Internet aufgeholt
31. January 2012 - 16:37 UhrVier von fünf deutschen Haushalten verfügen über einen Breitband-Internetzugang. Damit hat Deutschland im europäischen Vergleich über die letzten Jahre stark aufgeholt und liegt nun auf dem 6. Platz.
Schnelle Internetanschlüsse waren in Deutschland lange Zeit nur mäßig gefragt, aber das hat sich geändert. Inzwischen befindet sich Deutschland in der Spitzengruppe, berichtet heute der BITKOM unter Berufung auf aktuelle Zahlen von Eurostat. Die Statistikbehörde wertet jährlich die ITK-Nutzung in Privathaushalten und Unternehmen aus.
78 Prozent Breitband-Haushalte
Ob es sich bei einem Internetanschluss um einen Breitbandzugang handelt, richtet sich dabei allerdings nicht nach der Geschwindigkeit, sondern der Anschlussart. Zu den Breitband-Technologien werden unter anderem DSL, ADSL, VDSL, Kabel, Satellit und UMTS gerechnet. "Inzwischen nutzen fast vier von fünf Haushalten (78 Prozent) einen schnellen Breitband-Zugang ins Netz", schreibt der BITKOM daher in seiner Pressemitteilung. Vielen davon dürfte ihr angeblich schneller Breitbandzugang allerdings zu langsam sein, denn mehr als 6 MBit/s haben die wenigsten aktuell zur Verfügung.
Trotzdem hat sich mit einem Anteil von 78 Breitbandanschlüssen auf 100 Haushalte einiges getan, seit 2004 hat sich die Zahl der Breitband-Anschlüsse hierzulande mehr als vervierfacht! Insgesamt gibt es nun 31 Millionen Breitband-Internetanschlüsse in Deutschland. 99,5 Prozent aller deutschen Haushalte können Internetanschlüsse mit mindestens 1 MBit/s erhalten, aber jeder fünfte Haushalt macht von dieser Möglichkeit keinen Gebrauch.
Platz 6 für Deutschland im EU-Vergleich
"Die Breitband-Strategie des Bundes und die Milliarden-Investitionen der Netzbetreiber haben es ermöglicht, dass Deutschland bei der Breitband-Nutzung inzwischen vorne dabei ist", sagt BITKOM-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder. Im EU-Ländervergleich erreicht Deutschland den sechsten Platz hinter Schweden (86 Prozent), Dänemark (84 Prozent), den Niederlanden (83 Prozent), Großbritannien (83 Prozent) und Finnland (81 Prozent). Der EU-Durchschnitt liegt bei 68 Prozent.
"Für Zuwachs bei der Nutzung sorgten außerdem sinkende Preise bei gleichzeitig höheren Bandbreiten", so Rohleder. Für einen schnellen Internetzugang muss man nicht mehr viel Geld ausgeben, aber auch Kombi-Angebote (Multi-Play) sorgen dafür, dass sich immer mehr Menschen für einen breitbandigen Internetzugang entscheiden, beispielsweise für Triple-Play-Pakete aus Internet, Telefon und Fernsehen. Wer alles aus einer Hand bezieht, profitiert von Preisvorteilen.
Inzwischen bieten die Kabelnetzbetreiber neben dem Empfang von Fernsehen und Hörfunk auch Telefon und Internet an. Die Telekommunikationsunternehmen dagegen haben ihre Telefon- und Internetprodukte um IPTV ergänzt. Breitbandinternet sorgt jedoch nicht bloß für ein größeres und attraktiveres Unterhaltungsangebot. "Für den Wirtschaftsstandort Deutschland ist die flächendeckende Verfügbarkeit von schnellen Internetverbindungen unverzichtbar", erklärte Rohleder. Der BITKOM verweist dabei auf bedeutende Zukunftsprojekte wie intelligente Strom- und Verkehrsnetze, die ohne ein leistungsfähiges Breitbandnetz nicht funktionieren.
Die letzten unversorgten Gebiete werden derzeit von den Mobilfunkunternehmen auf Basis des neuen Standards Long Term Evolution (LTE) erschlossen. Im Gegensatz zu UMTS ermöglicht LTE tatsächlich Datenraten, die den Begriff Breitbandinternet rechtfertigen. Mit leichten Einschränkungen kann man LTE damit als echte DSL-Alternative ansehen, aber Kabelinternet und Glasfaseranschlüsse bis in die Wohnungen (FTTH) ermöglichen sehr viel höhere Geschwindigkeiten. Während Glasfaseranschlüsse bisher nur in sehr wenigen Regionen verfügbar sind, ist Kabelinternet schon großflächig und das meist mit Bandbreiten von bis zu 100 MBit/s erhältlich. Einen Überblick über die Möglichkeiten von Internet über den Kabelanschluss bietet beispielsweise die Website kabelinternet.org.

