DVB

Die Abkürzung DVB steht für Digital Video Broadcasting, was übersetzt in etwa Digitaler Videorundfunk bedeutet. Es handelt sich dabei um ein Verfahren, um digitalisierte Medieninhalte von Sendestationen durch technische Mittel an Empfangs- bzw. Endgeräte zu übertragen.

DVB – Entstehung und Hintergründe

In Europa wird die Entwicklung von DVB durch ein Konsortium von mehr als 270 Mitgliedern gefördert. Dabei handelt es sich um Hersteller von (Empfangs-) geräten, Behörden, Netzbetreiber und ähnliche Unternehmen. Neben den europäischen Unternehmen sind auch Firmen aus Amerika, Japan und Korea beteiligt. Die Initiative erhebt jährliche Beiträge von ihren Mitgliedern. Die Idee zur DVB-Initiative entstand Anfang der 90er Jahre, als gewisse Interessengruppen sich zunehmend von dem Gedanken verabschiedet hatten, dass die digitale Übertragung von Fernsehsendern zu kostspielig für eine großflächige Implementierung sei. Seit 1993 fungiert das Konglomerat unter dem Namen DVB.

DVB- Funktionsweise und Voraussetzungen

Verschiedene Wege der Datenkompression ermöglichen es, auf jeden verfügbaren Sendekanal mehr Programme zu übertragen, als dies auf den analogen Wegen der Fernsehübertragung möglich wäre. Die Besonderheit liegt in der beachtlichen Flexibilität, die diesem Komprimierungsverfahren innewohnt: Daten können unterschiedlich stark komprimiert werden, was bedeutet, dass bei Bedarf mehr Programme pro Transponder übertragen werden. Dies geht jedoch zu Lasten der Übertragungsqualität: Je mehr Programme also übertragen werden, desto mehr wird die Qualität der übertragenen Programme vermindert, wenn nicht gleichzeitig mehr Rechenaufwand betrieben wird.

Es gibt zwei Möglichkeiten, DVB-Signale zu empfangen. Entweder sind die Endgeräte direkt auf den Empfang ausgelegt, oder aber sie bedürfen einer Zwischenstufe, welche für den Empfang, die Dekodierung und die Umwandlung der Signale zuständig ist. Bei dieser Zwischenstufe handelt es sich um einen so genannten Digitalreceiver (engl. to receive = empfangen).

DVB-Arten

Es gibt mehrere DVB-Arten, die spezifisch auf die jeweilige Empfangsart zugeschnitten sind. Sie erhalten ihre Benennungen nach eben dieser Empfangsart, indem der Anfangsbuchstabe der Empfangsmethode angehängt wird. Derzeit gibt es

  • DVB-S (S= Satellit)
  • DVB-S2 (Satellit, HDTV)
  • DVB-C (C=cable, also Kabel)
  • DVB-C2 (Kabel)
  • DVB-T (T=Terrestrisch)
  • DVB-T2 (Terrestrisch)

Verbreitung

DVB-S ist im deutschsprachigen Raum weit verbreitet und bietet den Nutzern eine breite Programmpalette ohne zusätzliche monatliche Gebühren. Auch DVB-T hat sich weiträumig etabliert. Probleme machte lange Zeit die Einführung und Etablierung von DVB-C in Deutschland, da lange keine flächendeckende Ausstrahlung der Privatsender über DVB-C funktionierte. Obwohl hier (mit Ausnahme von Kabel BW) bei den Kabelanbietern eine Grundverschlüsselung besteht und einige Anbieter einmalige oder monatliche Gebühren erheben, ist die Nutzung von DVB-C heutzutage ebenfalls großflächig möglich. Mitunter wird noch die Seriennummer eines Sky-zertifizierten Receivers für den Empfang vorausgesetzt – auch wenn es kein Sky-Abo gibt oder nicht benötigt wird, Dies ist als eher lästiges Relikt aus der Zeit von vor 2006 anzusehen.

Über Carsten 18 Artikel
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