HDMI 2.0

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Die Schnittstelle HDMI (High Definition Multimedia Interface) geht in die zweite Runde. Die Systemkomponente, welche bereits 2003 für die volldigitale Bild-und Tonübertragung entwickelt wurde, wird vom direkten Nachfolger HDMI 2.0 in mancher Hinsicht übertroffen.

Verbesserte Features von HDMI 2.0

Gegenüber den Vorgängerversionen ist in puncto Bildqualität, Übertragungsrate und Sound einiges passiert. Hier  die wichtigsten Neuerungen im Überblick.

Bandbreite

Während die Datenübertragungsrate bei HDMI 1.0 (erstmals getestet im Dezember 2002) noch bei maximal 3,96 Gigabyte pro Sekunde lag, konnte sie bei HDMI 2.0 auf 18 GBit/s erhöht werden. Mittels dieser Datenübertragungsrate können alle bekannten digitalen Video-und Audioformate aus dem Bereich der Unterhaltungselektronik (u.a. Fernsehen, DVD- und Blu-Ray Player, Spielkonsolen und Stereoanlagen) verarbeitet werden.

Videoauflösung

Während HDMI 1.4 noch mit 30HZ für die sogenannte 4K-Bildübertragung (4096 x 2160 Pixel) auskommen musste, bietet HDMI 2.0 60 HZ und gleichzeitig einen vergrößerten Farbraum.

Surround-Sound

Den acht Kanälen aus den Tagen der ersten HDMI-Generationen stehen mit HDMI 2.0 32 Kanäle gegenüber. Die Audio-Samplingrate wurde mit 1536 kHz gegenüber dem alten HDMI-Standard deutlich erhöht.

Hinweis: Stecker und Buchse der bisherigen HDMI-Schnittstelle ändern sich nicht. HDMI 2.0 ist daher abwärtskompatibel, das heißt ein 1.4-HDMI-Kabel passt an eine 2.0-HDMI-Buchse.

Vorteile gegenüber HDMI 1.4

HDD und HDMI-Kabel
Festplatte und HDMI-Kabel

Die Schnittstelle HDMI 2.0 ist gewissermaßen die Eintrittskarte in die Welt der Ultra-HD- Auflösung (UHD) bei Fernsehgeräten. Denn obgleich die UHD-Auflösung „nur“ 3840 x 2160 Pixel beträgt und somit etwas unter der 4k-Bildübertragung liegt, ist der Abstand zwischen UHD und HDMI 2.0 hinsichtlich der Auflösung nicht sonderlich signifikant. Problematisch wurde es bisher für Käufer eines Fernsehgerätes mit HDMI 1.4, die sich ein ungetrübtes Ultra-HD-Erlebnis wünschten. Denn auch wenn die 4K-Auflösung von den Geräten in puncto Pixeln gemeistert wurde: Die maximale Bandbreite ließ lediglich eine Übertragung von Inhalten mit 30 Bildern pro Sekunde zu. HDMI 2.0 schafft dagegen problemlos 50 oder gar 60 Bilder pro Sekunde. Auch wenn derartiges Material bislang kaum existiert, die Entwicklung in den Bereichen TV-Übertragung und Gaming könnte durchaus in diese Größenordnungen gehen.

Wichtig beim Kauf: HDCP 2.2-Unterstützung beachten!

Kommerzielles 4K-Material, ganz gleich von welcher Quelle es stammt, wird sich in absehbarer Zukunft nicht ohne die Unterstützung des Kopierschutzes HDCP High-bandwith Digital Content Protection) in der aktuellen Version übertragen lassen. Dieses Verschlüsselungssystem wurde im Jahr 2003 von der Firma Intel entwickelt und findet sich in DVD-Playern, Blu-ray-Playern und Fernsehgeräten. 2010 wurde über das Technik-Blog Engadget der Masterkey des Programms veröffentlicht, was die Weiterentwicklung und Anpassung erforderlich machte.
Da eine Nachrüstung (Firmen-Hardware-Upgrade) auf den neuen Standard nicht möglich ist (denn der HDCP-Chip muss auf dem Mainboard des Gerätes installiert werden), empfiehlt es sich, beim Kauf eines neuen UHD-fähigen Fernsehgerätes darauf zu achten, dass HDCP 2.2 bereits implementiert ist.

Geräte und Hersteller

Einige neue Geräte am Markt besitzen HDMI 2.0. Vorreiter ist der Hersteller Panasonic, der mit dem 65-Zoll-Fernseher TX-65AXW804 erstmals ein TV-Gerät mit HDMI 2.0 vorstellte. Weitere Hersteller, die Neuerungen in diesem Bereich angekündigt haben, sind u.a. Samsung, Philips und Sony und LG.

Über Carsten 18 Artikel
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