HD-Kabelreceiver mit Festplatte: Leihgerät, Kaufgerät oder Cloud?

Aufnehmen vom Kabelfernsehen geht 2026 auf drei Arten: mit einer Box vom Anbieter, mit einem DVB-C-Rekorder aus dem Handel oder über USB am Fernseher. Hier steht, was jede Lösung kann und wo verschlüsselte Sender bremsen.

Stand:

Wer vom Kabel aufnehmen will, muss zuerst klären, welche Sender er aufnehmen möchte. Freie Sender nimmt jeder DVB-C-Rekorder ohne Einschränkung auf, auch die öffentlich-rechtlichen in HD. Bei verschlüsselten Sendern, also den Privaten in HD und Pay-TV, entscheidet der Kabelanbieter mit, was geht. Da kommt man mit einem Gerät aus dem Handel schnell an Grenzen.

LösungWo landen die Aufnahmen?Verschlüsselte SenderKosten
Vodafone GigaTV HomeCloud, bis 200 Stunden, keine Festplatte im Gerätja, mit Einschränkungen je SenderMiete, etwa 10 bis 15 Euro im Monat
PYUR TV BoxFestplatte in der Boxja, im Rahmen der gebuchten PaketeMiete, um 5 Euro im Monat
DVB-C-Rekorder aus dem Handeleingebaute Festplatte, oft zusätzlich USBnur mit CI+-Schacht und Modul, Aufnahme oft gesperrtKaufpreis
Linux-Receiver („Supersoftware“)eingebaute oder externe Festplatte, Netzwerkspeichermit CI+-Modul nur eingeschränktKaufpreis, eher höher
Fernseher mit USB-AufnahmeUSB-Festplatte am Fernseherwie beim CI+-Modulnur die Festplatte

Mietpreise grob nach den Angeboten von Vodafone und PYUR, Stand Oktober 2026.

Leihgeräte von Vodafone und PYUR

Den klassischen Festplattenrekorder vom Kabelanbieter gibt es bei Vodafone nicht mehr. Die Nachfolger des Sagemcom RCI88 und des Samsung SMT-C7200 nehmen in der Cloud auf: Die GigaTV Home speichert bis zu 200 Stunden auf Vodafone-Servern, je nach Sender 30 bis 90 Tage lang. Sky-Sender lassen sich gar nicht aufnehmen, bei RTL- und ProSiebenSat.1-Sendern kannst du in Aufnahmen nicht vorspulen. Die Box braucht dauerhaft Internet, auch fürs Live-Fernsehen. Ihr USB-Anschluss ist für Festplatten nicht freigegeben.

PYUR vermietet seine TV Box mit eingebauter Festplatte. Für Kunden in einem PYUR-Netz ist das die einfachste Lösung, um weiter klassisch auf Platte aufzunehmen.

Wer welche Netze betreibt, zeigt die Suche nach Ort.

DVB-C-Rekorder aus dem Handel

Festplattenreceiver für Kabel gibt es von mehreren Herstellern, etwa von Xoro, TechniSat oder Panasonic (dort als Blu-ray-Rekorder mit DVB-C-Tuner). Achte beim Kauf auf diese Punkte:

  • DVB-C ausdrücklich in der Beschreibung. Viele Rekorder sind nur für Satellit oder Antenne gebaut.
  • Zwei oder mehr Tuner, damit du eine Sendung aufnehmen und eine andere sehen kannst.
  • Festplatte ab 1 TB oder USB-Anschluss für eine externe Platte. Eine Stunde HD braucht je nach Sender grob 2 bis 5 GB.
  • CI+-Schacht, wenn du private HD-Sender sehen willst. Ein Kartenleser allein reicht im Kabel nicht.
  • Automatische Senderlisten (NorDig-LCN), damit Frequenzwechsel im Netz keine Arbeit machen.

Die Humax-Rekorder PR-HD1000C und PR-HD2000C, die früher als „zertifiziert für Kabel Deutschland“ galten, werden nicht mehr gebaut. Gebraucht empfangen sie freie Sender weiter, für verschlüsselte Programme taugen sie nicht mehr verlässlich.

Warum CI+ beim Aufnehmen bremst

Mit einem CI+-Modul kommen verschlüsselte Sender auf deinen Rekorder, aber der Sender schickt Kopierschutz-Signale mit. Der Receiver muss sie beachten. Das Ergebnis: Viele private HD-Sender lassen sich gar nicht aufnehmen, andere nur ohne Vorspulen oder mit Ablaufdatum. Das ist keine Schwäche des Geräts.

Vodafone nennt für sein CI+-Modul vor allem Fernseher als Einsatzort. In einem Receiver kann es funktionieren, eine Garantie dafür gibt es nicht. Pakete, die Vodafone nur über das Internet verteilt, etwa Fremdsprachen und die meisten Sky-Sender, laufen auf Kaufgeräten nicht.

Kabelreceiver mit „Supersoftware“

Gemeint sind Linux-Receiver mit der Oberfläche Enigma2, etwa von Vu+, Dreambox oder GigaBlue. Sie gelten unter Bastlern als flexibel: Aufnahmen landen auf interner Platte, USB oder Netzwerkspeicher, Plugins erweitern die Funktionen, und Aufnahmen freier Sender lassen sich am PC weiterverarbeiten. Für verschlüsselte Sender gilt dasselbe wie oben. Software, die Verschlüsselung umgeht, ist nicht legal, und wir verlinken sie nicht.

Und der Media Receiver mit Festplatte?

Der „Media Receiver“ ist das Gerät der Telekom für MagentaTV über DSL oder Glasfaser, kein Kabelreceiver. Frühere Modelle hatten eine Festplatte, die heutigen Geräte nehmen wie die GigaTV Home in der Cloud auf. Für Kabelfernsehen ist er nicht gedacht.

Ob sich Kabel oder Internet-TV an deiner Adresse eher lohnt, siehst du im Tarifvergleich. Den Überblick über alle Empfangsgeräte gibt es unter Kabelreceiver 2026.

Häufige Fragen

Welcher Kabelreceiver mit Festplatte ist der beste?

Das hängt davon ab, was du aufnehmen willst. Für freie Sender reicht ein DVB-C-Rekorder mit zwei Tunern aus dem Handel. Für private HD-Sender und Pay-TV fährst du mit der Box deines Kabelanbieters besser, weil Kaufgeräte dort an Kopierschutz-Grenzen stoßen.

Hat die GigaTV-Box von Vodafone eine Festplatte?

Die aktuelle GigaTV Home nicht. Sie nimmt in der Cloud auf, bis zu 200 Stunden. Die ältere GigaTV Cable Box 2 hatte noch eine 1-TB-Festplatte für bis zu 600 Stunden; Vodafone vermarktet sie seit Mai 2024 nicht mehr.

Kann ich mit HDMI vom Kabelreceiver aufnehmen?

Nein, zumindest nicht legal bei geschützten Sendern. HDMI überträgt mit Kopierschutz (HDCP), aufgenommen wird im Receiver selbst.

Was bedeutet Festplattenreceiver?

Ein Receiver mit eingebauter Festplatte, der Sendungen aufzeichnet und zeitversetztes Fernsehen erlaubt. Für Kabel muss er einen DVB-C-Tuner haben.