Kabel gegen Glasfaser, Ort für Ort

Das Fernsehkabel ist das älteste schnelle Netz im Land, die Glasfaser das jüngste. Für 4.744 Orte ab 2.300 Einwohnern steht hier, welches von beiden weiter reicht. Im Mittel über alle 78 Millionen Einwohner erreicht das Kabel 65 % der Haushalte, die Glasfaser 41 %.

Fünf Gruppen, 4.744 Orte

  1. Kabel deckt fast alles, Glasfaser kaum 1.073 Orte · 23 %
  2. Kabel in Teilen des Orts, Glasfaser kaum 678 Orte · 14 %
  3. Kabel und Glasfaser breit ausgebaut 374 Orte · 8 %
  4. Glasfaser hat das Kabel überholt 1.113 Orte · 23 %
  5. Kein Kabelnetz gemeldet 1.506 Orte · 32 %

Gemessen an den Einwohnern sieht es anders aus: 37 % in „Kabel vorn“, 9 % in „Kabel stückweise“, 26 % in „Beide breit“, 18 % in „Glasfaser vorn“ und 10 % in „Ohne Kabelnetz“. Die großen Städte ziehen die Kabelgruppen nach oben.

Das Kabel ist ein Netz der Städte

In Orten mit über 100.000 Einwohnern reicht das Kabel in 95 % der Fälle mindestens so weit wie die Glasfaser. In Orten mit unter 5.000 Einwohnern fehlt es in 55 % der Fälle ganz. Verlegt wurde Koax in den Achtzigern dort, wo viele Wohnungen dicht beieinander lagen.

Die Glasfaser kommt von der anderen Seite. Am häufigsten hat sie das Kabel in Orten mit 5.000 bis 20.000 Einwohnern überholt, dort in 32 % der Fälle. Typisch ist ein Ort, in dem das Kabel nur den Kern erreicht hat und ein gefördertes Ausbaugebiet den Rest.

Anteil der Orte je Gruppe, nach Einwohnerzahl
EinwohnerOrteKabel vornKabel stückweiseBeide breitGlasfaser vornOhne Kabelnetz
unter 5.0001.82416 %13 %3 %13 %55 %
5.000 bis 20.0002.21622 %16 %8 %32 %23 %
20.000 bis 100.00062438 %13 %20 %27 %1 %
über 100.0008061 %3 %31 %5 %0 %

Die größte Stadt, in der die Glasfaser das Kabel überholt hat: Halle (Saale) (226.767 Einwohner). Der größte Ort ganz ohne gemeldetes Kabelnetz: Brandenburg an der Havel (74.113 Einwohner).

Kabel deckt fast alles, Glasfaser kaum

1.073 Orte mit 28,8 Millionen Einwohnern. Regel: Kabel bei mindestens 60 % der Haushalte, Glasfaser unter 40 % und nicht weiter als das Kabel.

Hier ist das Kabel die Leitung, die am schnellsten bestellt ist. Ein Gigabit kommt meist ohne Bauarbeiten ins Haus.

Die 36 größten von 1.073. Alle anderen erreichst du mit der Suche oben oder über dein Bundesland.

Kabel in Teilen des Orts, Glasfaser kaum

678 Orte mit 7,3 Millionen Einwohnern. Regel: Kabel unter 60 %, Glasfaser unter 40 % und nicht weiter als das Kabel.

Das Kabel liegt in einem Teil der Straßen, die Glasfaser kaum irgendwo. An vielen Adressen bleibt DSL die einzige feste Leitung.

Die 36 größten von 678. Alle anderen erreichst du mit der Suche oben oder über dein Bundesland.

Kabel und Glasfaser breit ausgebaut

374 Orte mit 20,1 Millionen Einwohnern. Regel: Glasfaser bei mindestens 40 %, das Kabel reicht mindestens genauso weit.

Zwei schnelle Netze nebeneinander. Hier entscheiden Preis, Upload und Vertragslaufzeit, nicht die Verfügbarkeit.

Die 36 größten von 374. Alle anderen erreichst du mit der Suche oben oder über dein Bundesland.

Glasfaser hat das Kabel überholt

1.113 Orte mit 14,2 Millionen Einwohnern. Regel: Glasfaser erreicht mehr Haushalte als das Kabel.

Die Glasfaser reicht weiter als das Kabel. Oft kam sie über ein gefördertes Ausbaugebiet, während das Kabel nur den Ortskern erreicht.

Die 36 größten von 1.113. Alle anderen erreichst du mit der Suche oben oder über dein Bundesland.

Kein Kabelnetz gemeldet

1.506 Orte mit 7,5 Millionen Einwohnern. Regel: Der Breitbandatlas führt für den Ort keine Kabelquote.

Kein Koaxnetz im Atlas. Internet läuft hier über Telefonleitung, Glasfaser oder Funk, Fernsehen über Satellit, Antenne oder Stream.

Die 36 größten von 1.506. Alle anderen erreichst du mit der Suche oben oder über dein Bundesland.

Wie die Gruppen entstehen

Jede Gruppe folgt aus zwei Zahlen des Breitbandatlas des Bundes: dem Anteil der Haushalte, die einen Kabelanschluss bekommen können, und dem Anteil mit Glasfaser bis ins Haus. Beide stehen auf jeder Ortsseite ganz oben, gleich neben der Einordnung.

Die Grenzen liegen bei 60 % für das Kabel und 40 % für die Glasfaser. Gewählt sind sie so, dass sich die Orte verteilen und keine Gruppe den Rest erdrückt.

Was die Zahlen nicht sagen: ob an einer bestimmten Hausnummer Kabel anliegt. Der Atlas rechnet mit Meldungen der Netzbetreiber, je Gemeinde zusammengefasst. Ein Ort mit 80 % Kabel hat trotzdem Straßen ohne. Und eine fehlende Kabelquote heißt „nichts gemeldet“, was fast immer, aber nicht in jedem Fall „nichts verlegt“ bedeutet.

Bewusst fehlt hier eine Rangliste nach Tempo. Fast jedes Kabelnetz ist heute für ein Gigabit ausgebaut, die Zahl würde kaum einen Ort vom anderen trennen. Wie weit das Netz reicht, trennt sie sehr wohl.

Tarifstand der Ortsseiten 7.10.2026. Ausbauzahlen aus dem Breitbandatlas des Bundes.