Kabelfernsehen einfach erklärt

Kabelfernsehen
Kabelfernsehen

Erfahrt alles Wissenswerte zum Kabelfernsehen! Welche Technik steckt dahinter? Was passiert bei Störungen? Was kann ich über Kabelfernsehen empfangen? Warum ist Kabelfernsehen teurer als andere Übertragungswege?

In den meisten Stadtwohnungen ist Kabelfernsehen gang und gäbe. Gibt es tatsächlich noch Leute, die nicht wissen, was Kabelfernsehen ist? Die gibt es! Stellt euch vor, ihr habt Zeit eures Lebens Satellitenfernsehen geschaut und euer Vermieter ist nun die Schüssel auf dem Dach leid und entscheidet sich für das Kabelfernsehen. Was nun?

Was ist Kabelfernsehen eigentlich?

Kabelfernsehen ist Fernsehen mithilfe eines speziellen Datenkabels, das Audio- und Videosignale überträgt. Diese Signale werden, grob gesprochen, vom Fernseher in Bewegtbilder mit Ton umgewandelt.

Von der Sendeanstalt aus werden die Sendeeinheiten (Bits) durch verschiedene Modulationsverfahren kodiert und an Satelliten gesendet. Diese Herangehensweise ist für alle Sendearten gleich. Das Modulationsverfahren QAM (Quadraturamplitudenmodulationsverfahren) ist dabei für Kabelfernsehen zuständig.

Die Sendungen, oder besser: die einzelnen Bits der Sendungen, die durch QAM umgewandelt wurden, werden an sogenannte Kopfstationen weitergeschickt. Diese speisen die ankommenden Bits in das eigentliche Kabelnetz ein.

Kopfstation © Kabel Kabeldeutschland
Kopfstation in Nürnberg © Kabel Kabeldeutschland

Die Kopfstationen sind sozusagen die ersten Stationen, die eine Fernsehsendung auf der Erde passiert. Erbaut und kontrolliert werden sie von den Kabelnetzbetreibern, die uns das Kabelfernsehen zur Verfügung stellen. Entlang der Kopfstationen entfaltet sich das Kabelnetz, in denen Sendungen als Bitpakete hin- und hergeschickt werden.

Im Gegensatz zum Satellitenfernsehen, das mittels Satellitenreceiver direkt über Satellit empfangen wird, muss Kabelfernsehen einen weiteren Weg zurücklegen und wird sozusagen über die einzelnen Kabelnetzbetreiber betreut. Sie entscheiden, welche Sendungen in ihr Kabelnetz eingespeist und welche, verschlüsselt oder nicht, an euch weitergeleitet werden.

Fazit: Während ihr beim Satellitenfernsehen bei den meisten Sendern keine Zwischeninstanz benötigt, schließt ihr beim Kabelfernsehen einen Vertrag mit dem jeweiligen Kabelnetzbetreiber ab (insofern das nicht schon euer Vermieter für euch geklärt hat). Für das Satellitenfernsehen kauft ihr euch eine Satellitenschüssel und einen entsprechenden Receiver. Der Kabelnetzbetreiber hingegen stellt euch einen Kabelanschluss kostenpflichtig zur Verfügung.

Warum kostet Kabelfernsehen so viel mehr?

Zum einen entstehen die Kosten (Gebühren) aus der Miete für den Kabelanschlusses, das Zubehör und die TV-Pakete.

Zum anderen wird damit auch der Service abgedeckt. Beim Kabelfernsehen bezahlen wir einen Dienstleister, der dafür sorgt, dass wir Fernsehen in guter Qualität bekommen. Bei Störungen oder Unterbrechungen haben wir beim Kabelfernsehen einen Störungsdienst. Beim Satellitenfernsehen müssen wir in Eigenregie die Wartung für die Schüssel besorgen und bei DVB-T hilft oft nur, eine bessere Stelle für den Empfänger zu finden.

Wie sich die Gebühren für die Anmietung von Kabelanschluss, Zubehör und TV-Angeboten oder weiteren Paketen wie 2play (Internet + Telefon) und3play (TV + Internet + Telefon) konkret zusammensetzen und welche Voraussetzungen euer Hausanschluss mitbringen sollte, könnt ihr auf unserer Seite über die Kosten des Kabelanschlusses und im Artikel zu den Preisen des Kabelfernsehens nachlesen.

Antennendose - Multimediadose für Kabelempfang
Antennendose – Multimediadose für Kabelempfang (c) Kabel-Blog.de

Kabelfernsehen anschließen

Fast jede Wohnung verfügt bereits über einen eigenen Kabelanschluss. Die weiße Dose befindet sich meist im größten Raum, der zumeist das Wohnzimmer darstellt. Sucht am besten in der Nähe der Fenster. Die TV-Dose erkennt ihr an den mehreren Steckvarianten. Links ist für Fernsehen (2), rechts für Radio (3) oder Stereoanlage. Auf der Buchse liegen sie sich parallel gegenüber. Sogenannte Multimediadosen besitzen auch noch eine dritte Steckmöglichkeit (1), diese sind für den Datenstrom (wie zum Beispiel für Internet). Hier könnt ihr euren Router oder Standcomputer anschließen. Außerdem wird 2play hiermit verbunden.

Für das Kabelfernsehen ist die linke Steckverbindung wichtig. Dort schließt ihr ein sogenanntes Koaxialkabel (Antennenkabel) an, das aus einem leitenden Draht und einer Abschirmung in Form von Metallfäden besteht. Wichtig bei einer guten Signalübertragung ist der Anteil an Kupfer an oder im Draht und bei der Abschirmung. Kupfer ist bekannt für seine starke Leitfähigkeit.

Zwischen Abschirmung und Draht befindet sich ein sogenanntes Dielektrikum, das dafür sorgt, dass beide Komponenten voneinander getrennt bleiben. Je besser die Abschirmung, umso weniger Interferenzen und damit Bildstörungen treten auf. Umhüllt wird das Koaxialkabel mit einem korrosionsfreien Schutzmantel. Als Anschlussverbindung wird oft Cinch verwendet.

Das andere Ende des Kabels steckt ihr in den Fernseher oder in den Kabel-Receiver. Die Steckbuchse ist meist separat von allen anderen Buchsen zu finden. Auf den meisten Kabel-Steckbuchsen steht das Wort „Antenna“ oder „Antenne“.

Flachbildfernseher Ein- und Ausgänge
Flachbildfernseher Ein- und Ausgänge (c) Kabel-Blog.de

Tipp: Während ihr den Stecker in die Sat-Buchse am TV-Gerät hineindrehen müsst, könnt ihr den Stecker in den Antennenanschluss – wie der Name schon sagt – hineinstecken. Auch daran seht ihr also, ob es sich um einen Sat- oder Kabelanschluss handelt.

Kabelanschluss in den Mietkosten


Sollte im Mietvertrag im Passus „Nebenkosten“ die Nutzung eines Kabelanschlusses vermerkt sein, könnt ihr davon ausgehen, dass euer Vermieter mit einem Kabelnetzbetreiber einen Vertrag ausgehandelt hat. Die Kabelanschlusskosten pro Haushalt werden dem Mieter anteilig gegen- und in den Nebenkosten abgerechnet.

Viele Kabelgesellschaften kooperieren mit Wohnbaugesellschaften, da sich daraus für beide Vorteile ergeben. Zum einen haben mit einer Wohnbaugesellschaft Kabel Deutschland und Co. auf einen Schlag hunderte Haushalte mehr zu versorgen, die über Jahre an die jeweilige Kabelgesellschaft gebunden sind. Zum anderen können Wohnbaugesellschaften aufgrund der großen Menge ihrer Kabelanschluss-Nutzer Pauschalen aushandeln, die Fernsehen für jeden einzelnen Mieter preiswerter macht.

Ein Nachteil, der sich daraus ergibt: Der Mieter kann keinen anderen Kabelanbieter auf eigene Faust wählen. Er muss mit dem vorlieb nehmen, was der Vermieter ausgehandelt hat.

Solltet ihr den Kabelanschluss nicht benötigen, weil ihr mit dem angebotenen Kabelnetzbetreiber nicht einverstanden seid oder ihr beispielsweise eher IPTV einrichten lassen wollt, gibt es Möglichkeiten, den Kabelanschluss stillzulegen. Dieser Sachverhalt jedoch ist abhängig von der Kulanz des Vermieters.

Receiver: Eintritt in die digitale Welt des Fernsehens

Neben dem Kabelanschluss als wichtigste Komponente für Kabelfernsehen, benötigt ihr für die meisten Angebote einen zertifizierten Kabel-Receiver.

Jeder Kabelreceiver verfügt mindestens über einen Tuner (Empfangsteil). Für die digitale Übertragung (Digital Video Broadcast = DVB) benötigt ihr ein entsprechendes digitales Empfangsteil. Für Kabel handelt es sich dabei um DVB-C (C steht für englisch Cable). Zum Verständnis: Ein DVB-S-Receiver (Satellitenreceiver) oder einer für DVB-T (Antennenreceiver) wird also kein Kabelfernsehen empfangen können.

Wichtig bei eurer Receiver-Wahl für das Kabelfernsehen ist also, dass ihr auf die Zeichenkombination DVB-C achtet. Oft machen es euch die Verpackungen auch leicht, dann steht ein Hinweis darauf wie: „Für Kabelempfang“.

Packung Für Kabelempfang
„Für Kabelempfang“ (c) Kabel-Blog.de

Tipp: Wenn ihr zunächst nur digitales Kabelfernsehen empfangen möchtet, ohne dabei schon Sky oder Pay-TV im Hinterkopf zu haben, dann genügt auch ein digitaler DVB-C-Tuner an eurem Fernseher. Die meisten Flachbildfernseher sind mit einem integrierten Tuner ausgestattet. Auch hier müsst ihr prüfen, ob es sich um DVB-C, DVB-S und/oder DVB-T handelt. Bei einem Flachbildfernseher mit DVB-C (und gegebenenfalls CI könnt ihr euch für normales digitales Fernsehen den Receiver sparen.

Was macht ein Receiver?

Nachdem ihr nun wisst, ob oder dass ihr einen Receiver benötigt, noch schnell ein paar Informationen dazu, was ein Receiver ist. Ausführlich haben wir das Wesen und die Funktionen in unserem Artikel Kabelreceiver beschrieben.

Fernsehsignale empfangen, entschlüsseln und weiterleiten

Wie schon erwähnt, empfängt der Receiver mittels Tunermodul die ankommenden digitalen Signale und entschlüsselt sie. Nach dem die Signale den Tuner passiert haben, sind sie so weit dekodiert, dass sie vom Fernseher als Endgerät ausgelesen und als Bewegtbild verarbeitet werden können. Ausnahmen sind hierbei die sogenannten Pay-TV-Sender, deren Signale müssen vor der Weiterleitung zum Endgerät via Smartcard und CI zusätzlich entschlüsselt werden.

Bezahlfernsehen: Pay-TV, Video on Demand und Sky


Bezahlfernsehen (engl. Pay-TV) ist, wie der Name schon sagt, bezahltes Fernsehen. Die Signale der Pay-TV-Sender sind mit einem speziellen Code versehen, der nur mit einer gültigen Zugriffsberechtigung entschlüsselt werden kann.

CAS, Common Interface, Smartcard

Die Bezahlsender haben ihr entsprechendes Zugriffsberechtigungssystem, das sogenannte Conditional Access System (CAS), entwickelt, das Unbefugten den Zugriff auf ihre Sendungen nicht gestattet. Mehrere Komponenten sind nötig, um den Zugriff zu gewährleisten.

Die Zugriffsberechtigung erfolgt über ein CI-Modul. CI, ausgesprochen Common Interface (zu deutsch: gemeinsame Schnittstelle), ist eine Schnittstelle für DVB-Empfänger, über welche verschlüsselte Signale von Bezahlsendern wie Sky einlaufen und mittels CI-Modul dekodiert werden. CI-Module befinden sich im vorgesehenen CI-Schacht. Sie verfügen in der Regel über den Einschub einer Smartcard, mit der personenspezifische Daten des Nutzers gespeichert werden (eine Art Personalausweis in Form einer Kreditkarte). Andererseits kann anstelle der Plug-and-Play-Smartcard ein integrierter Chip bereits eingebaut sein, der ähnliche Daten wie die Smartcard parat hält.

Smartcard
Smartcard im CI-Modul (c) Kabel-Blog.de

Auch hier der Hinweis: Einige Fernseher verfügen bereits neben einem integrierten Tuner über einen CI-Schacht, in den das CI-Modul (und in diesen die Smartcard) eingeschoben wird.

Dekodiert werden die Signale der Pay-TV-Sender durch CI-Modul und Smartcard bzw. Chip gemeinsam. Jedes der beiden Komponenten verfügt über einen Teil des zu entschlüsselnden Codes. Nach der Dekodierung werden die Signale an das Endgerät weitergeleitet.

Die erforderliche Smartcard, auf der eure Daten und die für die Zugriffsberechtigung gespeichert sind, stellt euch der Kabelanbieter kostenpflichtig zur Verfügung.

Hinweis 1: Hier solltet ihr schon bei den Angeboten des Kabelbetreibers darauf achten, ob euer Bezahlfernsehen überhaupt im Repertoire vorhanden ist. Um Sky beispielsweise über Kabel empfangen zu können, muss euer Kabelanbieter einen Vertrag mit Sky abgeschlossen haben. Das ist bei den großen und überregionalen oft der Fall, zum Beispiel könnt ihr derzeit via Kabel Deutschland, Unitymedia und TeleColumbus Sky-Sender, mit der entsprechenden Zugriffsberechtigung, empfangen.

Hinweis 2: Nicht alle Receiver sind zertifiziert. Am Anfang dieses Kapitels sprechen wir von sogenannten zertifizierten Kabelreceivern. Das sind Receiver, die von den entsprechenden Kabelanbietern anerkannt sind. Für diese Receiver bekommt ihr also euer CI-Modul und/oder eure Smartcard und könnt die entsprechenden Sender empfangen. Für Receiver, die zwar Kabelfernsehen empfangen (also einen DVB-C-Tuner haben), aber nicht von eurer Kabelgesellschaft anerkannt werden, könnt ihr in der Regel keine Zusatzleistungen wie eine Smartcard oder ein CI-Modul erwarten.

Hinweis 3: Nicht jeder Kabel-Receiver verfügt über eine CI bzw. über einen CI-Schacht. Es gibt verschiedene Arten von Receivern, wobei einige mit CI sind und andere ohne. Hier solltet ihr genau aufpassen, welchen Receiver ihr auswählt. Auch die zertifizierten müssen nicht immer eine Common Interface besitzen.

Kabelreceiver zertifiziert
Kabelreceiver zertifiziert (c) Kabel-Blog.de

Eine aktuelle Liste mit allen von Kabel Deutschland zertifizierten Receivern findet ihr zum Beispiel unter Kabel Deutschland Receiver. Zu jedem dort aufgeführten Receiver steht dabei, ob er über CI verfügt oder auch für Sky tauglich ist.

Kleiner Exkurs CI und CI+

Der CI-Standard wurde um das Jahr 2009 weiterentwickelt. Das Ergebnis ist die sogenannte CIPlus.Grund für die Weiterentwicklung liegt weniger in der Qualität der Sender, sondern vielmehr auf Seiten der Hersteller und Sender in der Einschränkung von Nutzerrechten. Mit CI+ sollen einerseits Schwarzkopien von Aufzeichnungen vermieden werden. Anderseits erlaubt CI+ beispielsweise auch das Beschränken von Aufzeichnungen auf 90 Minuten (Standardfilmlänge).

Erreicht werden diese Restriktionen, indem innerhalb der Fernsehsignale zusätzliche Informationen mitgeschickt werden, sogenannte URI = Usage Rules Information, zu deutsch: Informationen zu Nutzungsregeln. Ausgelesen und verarbeitet werden diese durch für CI+ geeignete Endgeräte. Derzeit bieten Hersteller wie Panasonic, Samsung oder Sony bereits CIPlus-Receiver oder -Rekorder an. Kleinere Hersteller werden folgen.

Vorteil für die Hersteller liegt in der Hardware-Software-Bindung: CIPlus-Sender können nur mit diesen Geräten empfangen werden. Die meisten Fernsehanstalten, die dieser neuen Technologie positiv gegenüberstehen, sind die Bezahl- und Privatsender, die bereits mit Free-Angeboten auf dem Markt sind. Dazu zählen: RTL-Group, kabeleins oder ProSieben.Sat.1. Nähere Infos findet ihr unter CI und CI+.

Wie kommt das Fernsehbild zum Zuschauer?

Alle Bewegtbilder bestehen aus Bits (Nullen und Einsen). Eine Sendung stellt also eine bestimmte Anzahl an Bits dar. Gleich ob für Satelliten-, IP-, Antennen- oder Kabelfernsehen, werden diese Bits von den einzelnen Fernsehanstalten moduliert und zu Satelliten ausgesendet.

Für Kabelfernsehen wird, wie schon erwähnt, das Quadraturamplitudenmodulationsverfahren (QAM) verwendet. Für Satellitenfernsehen die Quadraturphasenumtastung (QPSK). Näheres dazu findet ihr unter: Datenweg vom Sender bis zum Endgerät.

Auf dem Weg vom Sender bis zum Endgerät durchlaufen die Sendeeinheiten weite Strecken, in denen die Gefahr besteht, dass Bits verloren gehen oder sich mit Fremdeinheiten vermischen.

Um diese Gefahr zu umgehen, werden den Sendeeinheiten weitere Bits hinzugerechnet, die nur für die Vorwärtsfehlerkorrektur (Forward Error Correction, kurz FEO) zuständig sind.Die eigentlichen Sendeeinheiten sind also informationstragende Bits, die mit weiteren Bits aus unterschiedlichen Gründen angereichert werden. Neben der FEO gehören hierzu auch sämtliche Verschlüsselungen (siehe CI).

Wenn Bits währen dem Übertragungsweg verloren gehen, werden per FEO Bits hinzugerechnet, die diesen Verlust wieder ausgleichen sollen. Das funktioniert mal mehr und mal weniger gut. So können Störungen durch schlechte Wetterlagen oder Signalüberlappung gering gehalten werden.

Qualität beim Fernsehbild

Die Qualität beim Fernsehen hängt stark von der Signalstärke und der Signalqualität ab. Dabei ist sowohl ein zu hoher als auch zu niedriger Pegel schädlich für ein gutes Bild.

Qualität Fernsehbild Pegel
Qualität Fernsehbild Pegel (c) Kabel-Blog.de

Für Signalstärke und -qualität ist der Kabelnetzbetreiber verantwortlich. Der Standard bei Digitalfernsehen beträgt  etwa 56 bis 69 dBµV (Dezibel-Mikro-Volt). Innerhalb dieses Bereiches kann der Kabelbetreiber eine gute Signalstärke garantieren. Meist wird ein Verstärker und ein Verteiler am Zentralschaltpult (Netzebene 3) verwendet, je nach Anzahl der Haushalte.

Signalstörungen im Fernsehen

Rauschen, Ameisenkrieg (bei analoger Übertragung) oder Freezing (bei digitaler Übertragung) sind Anzeichen für Störungen technischen oder materiellen Ursprungs. Vor allem wenn der Nachbar nach wie vor normal fernsehen kann, solltet ihr euch überlegen, was bei eurem Empfang schief geht.

Gründe für typische Störungsbilder sind beispielsweise:

Bildrauschen: kann durch eine zu geringe Signalstärke (Pegel) entstehen.

Geisterbilder (nur bei analoger Übertragung): Andere Sendungen, die parallel laufen, werden schwach im aktuellen Fernsehbild wiedergegeben. Diese Störung basiert meist auf mangelnder Abschirmung, wie zum Beispiel bei alten Antennenkabeln.

Tipp: Sollten sich bei euch Geisterbilder eingeschlichen haben, prüft euer Koaxialkabel auf Alter und Bruchsicherheit. Solche Störungen sind meist mit einem neuen oder besser abgeschirmten Kabel schnell behoben. Außerdem solltet ihr auch auf die Qualität des leitenden Drahtes achten. Ist es nur ein einfacher Draht mit ein paar Kupferfäden, könntet ihr ein wesentlich besseres Ergebnis mit einem „echten“ Kupferdraht (bis zu 100% Kupfer) erzielen, siehe Abschnitt Kabelfernsehen anschließen).

Blocking/Freeze: Diese Störungen kommen nur bei digitalem Fernsehen vor. Das Bild bleibt stehen, wird quasi „eingefroren“. Auch dafür kann ein zu hoher oder zu niedriger Pegel die Ursache sein.

Diese Störungen lassen sich durch eine gute Abschirmung des Kabels oder Änderung des Pegels wieder beheben. Wenn jedoch ein ganzer Verteiler betroffen ist oder die Signalschwäche die Kabelgesellschaft zu verantworten hat, dann heißt es: abwarten, bis die Störung vom Dienstleister behoben wird.

Tipp: Bei solchen Störungen (z.B.: Ausfall oder Störung bei der Kopfstation oder Aussetzer von Verstärkern inhouse), solltet ihr keinen Sendersuchdurchlauf riskieren. Die Sendersuche sucht das Signal, das via Satellit bzw. über die Kopfstation an euer Endgerät gesendet wird. Findet sie kein Signal, kann sie sich nirgendwo orientieren. Wenn nun die durch den Kabelanbieter verursachte Störung wieder behoben ist, habt ihr keine Sender mehr zur Verfügung, da die zuvor durchgeführte Suche praktisch ins Leere lief.

Wo melde ich Kabelfernsehen an?

In Deutschland gibt es ein ausgeprägtes Kabelnetz, dennoch habt ihr je nach Wohnort selten die Möglichkeit, zwischen mehreren Anbietern zu wählen.

Das Kabelnetz ist in sich aufgeteilt. Den größten Anteil hat sich Kabel Deutschland einverleibt, dicht gefolgt von den beiden Liberty-Global-Unternehmen Unitymedia sowie den mittelgroßen Kabelbetreibern TeleColumbus und Primacom.

Logo Kabel Deutschland
(c) KDG

Kabel Deutschland

In 13 der insgesamt 16 Bundesländer in Deutschland ist Kabel Deutschland als größter deutscher Kabelnetzanbieter vertreten. Zu den Versorgungsgebieten zählen die drei ostdeutschen Bundesländer Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen sowie Berlin, Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein, Niedersachsen oder Bayern. Über 13 Mio. Haushalte werden durch Kabel Deutschland mit Internet, Kabelfernsehen und/oder Festnetzanschluss versorgt.

Den Rest teilen sich die nächstgrößeren Dienstleister.

Logo Umkbw
(c) Umkbw

Unitymedia (Liberty Global)

Unitymedia und Kabel BW (Kabel Baden-Württemberg) fusionierten 2012 unter dem Dach von Liberty Global, einem der stärksten Telekommunikationsanbieter Europas, zum zweitgrößten deutschen Kabelnetzbetreiber Unitymedia Kabel BW. Bis 2013 sollte das Ziel sein, alle Produkte und Dienstleistungen zu vereinheitlichen. Das ist in vielen Fällen bereits geschehen, wie zum Beispiel die Vereinheitlichung der TV-Pakete „All-Stars“ und „TV-Highlights“. Titel und Inhalt der Produkte und nicht zuletzt das Firmenlogo übernahm der nächstkleinere Anbieter Kabel BW von der Liberty-Global-Tochter Unitymedia. Seit April 2015 gibt es auch den Namen und die Marke Kabel BW nicht mehr (Kabel-Blog berichtete).

Die Fusionierung der beiden Unternehmen ist damit beendet. Unitymedias Versorgungsgebiet erstreckt sich über HessenNordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg. Insgesamt besteht ihr Verbreitungsgebiet aus ca. 12,6 Mio. Haushalten.

Logo PC
(c) Primacom

Primacom

Mit ca. 1 Mio Haushalten zählt Primacom mit Sitz in Leipzig zu den überregionalen Kabelnetzbetreibern. Vorwiegend ist das 1998 gegründete bzw. 2010 neu firmierte Unternehmen in den ostdeutschen Ländern sowie in Teilen von Hessen, Baden-Württemberg und dem Saarland. Primacom, eigentlich Primacom Berlin GmbH wird von dem luxemburgischen Unternehmen Medfort S.à r.l gehalten. Das Kabelnetz wird jedoch zentral von Leipzig aus gesteuert.

 

Logo TC
(c) TeleColumbus

TeleColumbus

Etwa 2,1 Mio Haushalte versorgt die TeleColumbus Group. Der 1985 gegründete Dienstleister für Kabelfernsehen und Telekommunikation steht seit 2006 unter der Firma Orion Cable. Seit dieser Zeit sollte TeleColumbus bereits mehrere Male fusioniert oder veräußert werden. Die letzten Anstrengungen betrafen den durch das Kartellamt abgelehnten Kauf TeleColumbus durch Kabel Deutschland im Februar 2013. Erst kürzlich hob Kabel Deutschland den ihrerseits vollzogenen Widerspruch gegen die Ablehnung auf. Grund waren anderweitige Fusionspläne.

TeleColumbus agiert nach wie vor selbstständig. Viele Wohnbaugesellschaften wie zum Beispiel in Mecklenburg-Vorpommern und  Berlin stehen bei dem Kabelbetreiber unter Vertrag. Das Versorgungsgebiet erstreckt sich über die ostdeutschen Bundesländer bis hin zu Niedersachsen und Teilen von Nordrhein-Westfalen.

Weitere Anbieter

Neben genannten Kabelnetzbetreibern agieren regionale und örtliche Unternehmen in Deutschland. Über 30 Netzbetreiber gibt es gegenwärtig in deutschen Gefilden. Dazu zählen zu den bekanntesten NetCologne (Köln) und Wilhem.tel (Hamburg).

Exkurs: Seit wann gibt es Kabelfernehen?

Die erste Form von Fernsehen war das Antennenfernsehen. Per Funk durch die Luft wurden die Fernsehsignale gesendet und schließlich über die Antenne aufgefangen. Durch diesen recht wetteranfälligen Weg gingen viele Daten verloren. Der Empfang war schlecht oder gar nicht vorhanden und die Programme rar gesät. Doch schon vor 1950 wuchs der Wunsch, fernzusehen. Während Deutschland aufgrund der Kriegszeiten anderes im Sinn hatte, gab es in den USA bereits Versuche, Fernsehen stabiler zu machen. An die Antennen wurden Kabel verlegt, die bis in die Haushalte führte: die Geburtsstunde des Kabelfernsehens.

Ein bis zwei Jahrzehnte später stieg auch in der BRD die Anzahl kabelgebundener Gemeinschaftsantennen. In den Siebziger Jahren schließlich startete die Deutsche Bundespost erste Feldversuche für ein eigenes Kabelnetzes, das in den nächsten Jahrzehnten flächendeckend ausgebaut wurde.  Die Netze der heutigen Kabelnetzbetreiber gehörten zum Großteil der Bundespost.

Die Übertragungsqualität wurde aufgrund neuer Technologien und Materialien immer besser. Ein großer Fortschritt war die Modernisierung der Kabel zum Breitbandkabel (z.B. Koaxialkabel). Mit Breitbandkabeln konnten mehr Daten auf einmal gesendet werden. Eine höhere Fernsehbildqualität bzw. mehr Programme waren so möglich. Drei bedeutende Technologien entwickelten sich mit der Zeit: Analog, Digital und HD.

Analog, Digital, HD

Beim analogen Fernsehen wird ein TV-Vollbild in 25 Frames angezeigt. Das Verfahren war langsam, wetteranfällig und nur ein Sender pro Kanal konnte ausgestrahlt werden.

Wollte sich ein Sender mit einem anderen denselben Kanalplatz teilen, musste zeitlich abgestimmt werden, wann wer senden darf. So hatten wir beispielsweise auf einem Kanalplatz den Kindersender KiKa und den Doku-Sender Phoenix. KiKa lief morgens bis abends. Nach dem Sandmann folgte Phoenix.

Bei der digitalen Übertragung werden nicht mehr die Vollbilder gesendet, sondern nur die Veränderungen pro Bild. Das spart Daten, die wiederum Platz schaffen für neue Daten. Mithilfe dieses Komprimierungsstandards (MPEG2) und dem ausgebauten Breitbandkabel können nun mehrere Sender über ein Frequenzband übertragen werden. Auf einen Kanal, der zuvor für einen analogen Sender reserviert war, haben so bis zu zehn digitale Sender Platz.

HD ist eine Weiterentwicklung des digitalen Fernsehens, oder anders ausgedrückt, es basiert auf dem digitalen Standard. HD steht für High Definition und heißt erst mal nichts weiter, als dass wir mit HD hochauflösendes Fernsehen erleben können. Im Gegensatz zu dem TV-Standard PAL vermag uns HD fünfmal mehr Bildinformationen zu geben. Während PAL ein Fernsehbild von 4:3 generierte, schafft HD 16:9, was für unsere Augen wohltuender ist.

HDMI-Kabel
HDMI-Kabel übertragen HD-Daten

Um HD-TV oder HD-Filme ansehen zu können, benötigen wir ein HDMI-Kabel, das Videorekorder bzw. Receiver und Fernsehgerät miteinander verbindet. Über dieses Kabel werden die digitalen Signale (Audio und Video) fast verlustfrei transportiert, die im Endgerät als Bewegtbilder mit Ton wieder zusammengesetzt werden.

HD ist eine der gefragtesten Entwicklungen für das Fernsehen. Allein im März 2013 wurde verkündet, dass bereits 1,1 Millionen Haushalte die Sender mit der Weiterentwicklung HD+ nutzen.

Derzeit können über HD+ folgende Sender empfangen werden: RTL HD, Sat.1 HD, ProSieben HD, Vox HD, kabeleins HD, RTL II HD, Super RTL HD, N24 HD, Tele 5 HD, Sport1 HD, DMAX HD, Nickelodeon HD, sixx HD, Comedy Central HD und Deluxe Music HD.

Das Ende ist mit HD oder HD+ aber noch lange nicht erreicht, denn die nächste Generation – ultrahochauflösendes Fernsehen(4K)– ist schon in den Startlöchern. Erste TV-Geräte für 4K könnt ihr bereits in den Mediastores finden.

Alternativen zum Kabelfernsehen

Kabelnetzbetreiber bieten mit ihrem Breitbandkabelnetz eine gute, wenn auch nicht günstige Möglichkeit, fernzusehen.Die Kabel werden unter der Erde verlegt.So sind Störungen beim Kabelfernsehen wesentlich seltener als beim Satelliten- oder terrestrischen TV, bei denen die Signale „durch die Luft“ gesendet werden und dadurch umgebungsanfälliger sind.Drei Alternativen für Kabelfernsehen sind erwähnenswert, die wir hier kurz aufgreifen möchten.

Satellitenfernsehen

By Nogo 19:24, 29. Jul. 2010 (CEST).Nogo at de.wikipedia [Public domain], from Wikimedia Commons
Satblockverteilung für ein Wohnhaus

Wie beim Vergleich Kabel- und Satellitenfernsehen bereits angedeutet, besteht der Unterschied zwischen beiden Übertragungsarten in der Signal-Modulation und der beim Satellitenfernsehen fehlenden Betreuung bzw. starken Programmeinschränkung. Beim Satellitenfernsehen wird unterschieden zwischen Sternverteilung (Satblockverteilung) und Einkabellösung (ähnlich dem Verteilerverfahren von DVB-C). Bei der Sternverteilung werden an eine Empfangsanlage mehrere Satellitenreceiver gekoppelt.

Eine recht neue Alternative zur Sternverteilung ist Unicable. Bei diesem Verfahren können bis zu acht Empfangsgeräte gekoppelt werden, die über je einen Frequenzbereich verfügen. Damit lassen sich je nach Einstellung alle Sender eines oder sogar zwei Satelliten (insofern unverschlüsselt) empfangen.

Der Empfang vom Fernsehsignalen ist beim Satellitenfernsehen sehr schwach und muss mittels Verstärkern optimiert werden. Hinzu kommt, dass die Sicht zwischen Satelliten und Satellitenempfänger frei sein muss. Anders gesprochen, breite Bäume oder Hausmauern können bereits das Signal beeinträchtigen.

Vorteil beim Satellitenfernsehen: viele Programme, einmalige Anschaffungskosten, keine monatlichen Gebühren.

Nachteil: kein Dienstleister vorhanden, freier Empfang muss selbst gewährleistet werden, Wartungskosten und andere Kosten müssen selbst getragen werden.

Terrestrisches Fernsehen (Überallfernsehen)

Das Antennenfernsehen ist die älteste Form von Fernsehen. Über eine Gemeinschaftsantenne, die an exponierter Stelle angebracht wurde (meist auf dem Dach), konnten Mehrfamilienhäuser mit Programmen versorgt werden. Noch in den 80er Jahren gehörten Antennen auf dem Dach zum Stadtbild.

© hecke71 - Fotolia.com
Hausantenne © hecke71 – Fotolia.com

Das hat sich heute geändert. Das analoge Antennenfernsehen wurde in Deutschland bereits 2009 abgeschaltet, und auch beim digitalen Empfang per DVB-T-Empfänger werden Überlegungen laut, das terrestrische Fernsehen ganz abzuschalten und durch IPTV zu ersetzen.

Grund hierfür liegt in den Kosten: Die Verwendung der Technologie kostet den Sendern ein Vielfaches mehr als Satellitenfernsehen. Hinzu kommt, dass weniger Zuschauer als beim Kabel- oder Satellitenfernsehen vor dem Bildschirm sitzen. Als Werbeträger machen sich die Sender bei DVB-T daher nicht attraktiver. Die Werbeeinnahmen gehen zurück, die Technologie bleibt teuer.

Vorteil: Das Überall-Fernsehen kann, wie der Name schon sagt, überall verwendet werden. Dafür braucht ihr eine Antenne und einen Bildschirm. Viele der neuen Fernseher haben bereits einen DVB-T-Tuner eingebaut, sodass ihr euch einen extra DVB-T-Receiver sparen könnt.

Nachteil: Da sich Sender, vor allem die freien Privaten, zunehmend aus der terrestrischen Empfangstechnik zurückziehen, wird es zukünftig immer weniger Programmangebote geben.

IPTV

IPTV ist die neuste Möglichkeit, fernzusehen. Die Technologie basiert auf der Nutzung des Internet-Protokolls, daher der Name: Internet Protocol Television. Der Unterschied zwischen IPTV und Internet-TV liegt weniger in der Verwendung als vielmehr in der begrifflichen Abgrenzung.

Bei IPTV handelt es sich um sogenannte geschlossene Netzwerke, die von einem IPTV-Anbieter angeboten werden. Innerhalb des Netzwerks werden wie beim Kabelfernsehen feste Programmpakete (Bouquet) angeboten, in dem sich der Interessent gegen Gebühr eines oder mehrere aussuchen kann. Die bekanntesten IPTV-Anbieter für Deutschland sind Vodafone mit Vodafone TV und die Deutsche Telekom mit T-Entertain.

Bei Internet-TV handelt es sich hingegen um offene Netzwerke, die meist durch P2P erstellt werden. P2P (Peer to Peer heißt so viel wie von Teilnehmer zu Teilnehmer). Es besteht in der Mitwirkung der Teilnehmer, die Inhalte hochladen und als Stream bereitstellen. Neben den zahlreichen Netzwerken im Graubereich der Legalität haben sich ganz legale Anbieter herauskristallisiert. Dazu gehört unter anderem die TV-Plattform Zattoo.

Weitere legale Angebote für Internet-TV sind Livestreams, die Mediatheken oder die YouTube-Kanäle der Fernsehsender. Wir haben zusammengetragen, wo ihr im Internet ganz legal und ohne Gebühren Fernsehen der deutschsprachigen TV-Sender abrufen könnt. Die Liste findet ihr unter kostenloses Fernsehen im Internet.

 

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