Router und Modem: was sie machen und welches Gerät du brauchst

Das Modem holt das Internet aus der Leitung, der Router verteilt es in der Wohnung. Hier steht, wie das am Kabelanschluss, an DSL und an Glasfaser aussieht und wann du einen eigenen Router nehmen darfst.

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Ein Modem verbindet deine Wohnung mit dem Netz des Anbieters. Es übersetzt das Signal aus der Leitung, also aus dem Fernsehkabel, der Telefonleitung oder der Glasfaser, in Daten. Ein Router verteilt diese Daten an deine Geräte, per WLAN oder Netzwerkkabel. In den meisten Haushalten stecken beide in einem Gerät, das alle einfach Router nennen.

Modem und Router: der Unterschied

Man kann es sich als Kette vorstellen. Die Leitung kommt in die Wohnung und endet an einer Dose. Das Modem hängt an dieser Dose und spricht die Sprache des Netzes. Dahinter sitzt der Router: Er gibt jedem Gerät eine Adresse, schützt das Heimnetz mit einer Firewall und spannt das WLAN auf. Dein Laptop redet nur mit dem Router, nie direkt mit der Leitung.

AnschlussDose in der WohnungModemTypisches Gerät
KabelMultimediadose, Datenausgang mit F-SteckerKabelmodem (DOCSIS)Kabelrouter, z. B. FRITZ!Box Cable oder Vodafone Station
DSLTelefondose (TAE)DSL-Modem (VDSL)DSL-Router, z. B. FRITZ!Box 7590 AX oder Speedport
GlasfaserGlasfaserdoseGlasfasermodem (ONT), separat oder im RouterGlasfaser-Router oder Router hinter dem ONT
Mobilfunkkeine, SIM-KarteLTE- oder 5G-Modem5G-Router

Daraus folgt die häufigste Frage: Ein Router für DSL läuft nicht am Kabel, und ein Kabelrouter nicht an DSL. Das Modem passt immer nur zu einer Leitungsart. Der Routerteil dahinter ist überall gleich.

Das Modem am Kabelanschluss

Am Kabelanschluss sitzt das Modem praktisch immer im Router. Das Gerät wird mit einem Koaxialkabel an die Multimediadose geschraubt, an den Ausgang für Daten. Für schnelle Tarife muss es den Standard DOCSIS 3.1 können. Alles zu Freischaltung, CM-MAC und den aktuellen Modellen steht auf der Seite Was ist ein Kabelmodem.

Wer früher bei Kabel BW oder Unitymedia war und nach dem passenden Router sucht: Diese Netze gehören heute Vodafone. Es gelten dieselben Geräte und Regeln wie überall im Vodafone-Kabelnetz.

Welche Anschlüsse ein Router hat

  • Anschluss für die Leitung: Koaxbuchse beim Kabelrouter, DSL-Buchse beim DSL-Router, bei Glasfaser ein Glasfaser- oder WAN-Anschluss.
  • LAN-Buchsen: für Geräte per Netzwerkkabel, etwa Computer, Spielkonsole oder Fernseher. Schnelle Router haben eine Buchse mit 2,5 Gbit/s.
  • WAN-Buchse: für den Fall, dass ein Modem davor hängt, etwa ein Glasfasermodem.
  • Telefonbuchsen: TAE oder RJ11 für normale Telefone, dazu oft eine eingebaute Basis für Schnurlostelefone (DECT).
  • USB: für Speicher oder Drucker im Heimnetz.

Innen arbeiten ein Prozessor, Arbeitsspeicher und die Funkchips für das WLAN. Moderne Router funken auf 2,4 und 5 Gigahertz, neuere mit Wi-Fi 7 auch auf 6 Gigahertz.

Routerfreiheit

Seit dem 1. August 2016 darfst du in Deutschland an jedem Festnetzanschluss einen eigenen Router verwenden. Der Anbieter muss dir die nötigen Zugangsdaten geben. Das gilt für Kabel, DSL und Glasfaser. Bei Glasfaser hat die Bundesnetzagentur 2024 einen Vorstoß der Branche abgelehnt, das Glasfasermodem fest zum Netz zu zählen. Die Grenze bleibt also die Glasfaserdose in der Wohnung.

Ob sich ein eigener Router lohnt, hängt davon ab, was du brauchst. Ein gekaufter Router gehört dir, du kannst ihn beim Anbieterwechsel mitnehmen, sofern die Leitungsart gleich bleibt. Das Leihgerät tauscht der Anbieter bei Defekt, kostet aber jeden Monat. Bei Vodafone ist der Router laut Preisliste vom Juli 2026 nicht im Kabeltarif eingerechnet, du mietest ihn gegen Aufpreis dazu oder bringst einen eigenen mit.

Wenn das WLAN nicht reicht

Oft ist nicht die Leitung das Problem, sondern das WLAN in der Wohnung. Dicke Wände, Stockwerke und Nachbarnetze bremsen. Abhilfe schaffen ein besserer Standort für den Router, ein Repeater oder ein Mesh-System mit mehreren Funkpunkten. Ob die Leitung liefert, was im Vertrag steht, misst du am besten mit einem Kabel direkt am Router; wie das geht, steht unter Internetgeschwindigkeit testen.

Welche Leitungsart bei dir die beste ist, vergleicht die Seite Kabel oder DSL. Die Kabeltarife an deinem Ort stehen im Tarifvergleich.

Häufige Fragen

Was ist ein Modem, einfach erklärt?

Ein Übersetzer zwischen der Leitung des Anbieters und deinem Heimnetz. Es wandelt das Signal aus Kabel, Telefonleitung oder Glasfaser in Daten um.

Brauche ich am Kabelanschluss Modem und Router?

Ja, aber meist als ein Gerät. Ein Kabelrouter enthält beides. Nur wenn du ein reines Kabelmodem hast, brauchst du dahinter einen eigenen Router.

Wie sieht ein Modem aus?

Heute meist wie ein flacher Kasten mit Antennen oder ohne, mit Leuchtanzeigen vorne und Buchsen hinten. Ein Kabelmodem erkennst du an der runden Schraubbuchse für das Koaxialkabel.

Kann ich meinen DSL-Router am Kabel weiter nutzen?

Nicht als Modem. Du kannst ihn aber hinter einen Kabelrouter hängen und als WLAN-Router oder Mesh-Punkt weiter verwenden.