Kabelanschluss: was er kann, wer ihn liefert und wie du ihn bekommst
Fernsehen, Internet und Telefon über eine Dose: Hier steht, was ein Kabelanschluss heute ist, welcher Anbieter bei dir zuständig ist und wie du als Mieter oder Eigentümer zu einem Vertrag kommst.
Stand:
Ein Kabelanschluss ist die Antennendose in der Wohnung, die mit dem Breitbandkabelnetz verbunden ist. Über sie kommen Fernsehen, Radio, Internet und Telefon, wenn das Haus dafür ausgebaut ist. Allein das Vodafone-Kabelnetz erreicht nach Angaben des Anbieters rund 24 Millionen Haushalte, vor allem in Städten und größeren Wohnanlagen.
Welcher Anbieter dich versorgt, kannst du nicht frei wählen. An jeder Dose liefert genau ein Netzbetreiber, in den meisten Häusern Vodafone, im Osten oft PYUR, in einigen Städten ein regionales Netz.
Was über den Kabelanschluss kommt
| Dienst | Was du brauchst | Vertrag |
|---|---|---|
| Fernsehen (DVB-C) | Fernseher mit Kabeltuner, für Pay-TV ein CI+-Modul oder Receiver | Kabel-TV-Vertrag, z. B. Vodafone TV Connect oder PYUR Basis TV |
| Radio | Radio oder Receiver mit Kabeleingang | im TV-Vertrag enthalten |
| Internet | Kabelrouter, gemietet oder eigener | Internettarif, ohne TV-Vertrag buchbar |
| Telefon | Telefon am Kabelrouter | meist im Internettarif enthalten |
Die drei Verträge sind unabhängig voneinander. Du kannst Kabelinternet ohne Fernsehen buchen und umgekehrt. Wer beides bucht, zahlt bei Vodafone für das Fernsehen meist nichts extra. Die Preise im Einzelnen stehen auf der Seite Kabelanschluss-Kosten.
Welcher Kabelanbieter zuständig ist
Das deutsche Kabelnetz gehört heute zum größten Teil Vodafone. Kabel Deutschland, Unitymedia und Kabel BW, die alten Namen aus den Suchergebnissen, sind in Vodafone aufgegangen. PYUR, früher Tele Columbus und Primacom, versorgt vor allem Berlin und die ostdeutschen Länder. Dazu kommen Stadtwerke und regionale Firmen wie wilhelm.tel oder NetCologne.
Wer bei dir zuständig ist, zeigt die Ortssuche auf dieser Seite. Die Liste aller Orte steht unter Kabelanbieter nach Ort, die Anbieter selbst unter Kabelanbieter in Deutschland und regionale Kabelanbieter.
Kabelanschluss in der Mietwohnung
Bis Juni 2024 war der Kabelanschluss in vielen Mietwohnungen einfach da. Der Vermieter hatte einen Sammelvertrag und rechnete die Gebühr über die Nebenkosten ab. Dieses sogenannte Nebenkostenprivileg ist seit dem 1. Juli 2024 weg.
Heute gilt: Wenn du Kabelfernsehen willst, brauchst du einen eigenen Vertrag. Den schließt du entweder direkt mit dem Netzbetreiber oder mit dem Vermieter, falls der das Signal weiter anbietet. Frag am besten zuerst die Hausverwaltung, ob es eine Vereinbarung mit dem Netzbetreiber gibt. Dann ist der Preis oft niedriger.
Für Internet und Telefon war das schon immer so. Die Dose in der Wohnung darfst du nutzen, den Vertrag schließt du selbst.
Kabelanschluss im eigenen Haus
Liegt im Haus schon ein Kabelanschluss, bestellst du den gewünschten Dienst direkt beim Netzbetreiber. Liegt nur in der Straße ein Kabel, braucht es einen neuen Hausanschluss. Ob der Netzbetreiber ihn baut und was er kostet, klärt er nach einer Anfrage, oft mit einem Termin vor Ort. Bei Neubauten lohnt es sich, früh zu fragen, denn der Graben ist dann noch offen.
Glasfaser mitdenken
Wer neu baut oder ohnehin gräbt, sollte auch nach Glasfaser fragen. Wo beides geht, ist Glasfaser beim Upload stärker. Der Vergleich steht unter Kabel, DSL oder Glasfaser.
Die Technik in der Wohnung
Für Fernsehen reicht eine einfache Antennendose mit TV- und Radioausgang. Für Internet braucht es eine Multimediadose mit einem dritten Ausgang für das Kabelmodem. Fehlt die, setzt der Techniker sie bei der Bestellung meist mit.
Das Netz im Haus, also vom Hausübergabepunkt im Keller bis zu deiner Dose, gehört nicht immer dem Netzbetreiber. Oft gehört es dem Eigentümer oder einem Dienstleister der Wohnungsgesellschaft. Das spielt eine Rolle, wenn etwas nicht funktioniert. Wer wofür zuständig ist, erklärt die Seite Kabelnetz und Netzebenen.
Nach Umstellungen im Netz, wie Vodafone sie 2025 und 2026 bei den Frequenzen vorgenommen hat, kann am Fernseher ein neuer Sendersuchlauf nötig sein. Fehlen Sender, ist das der erste Schritt.
Internet über den Kabelanschluss
Kabelinternet bringt bei Vodafone bis zu 1.000 Mbit/s im Download, PYUR meldet für sein Netz ebenfalls Gigabit-Anschlüsse, je nach Gebiet über Kabel oder Glasfaser. Du brauchst dafür einen Kabelrouter, den du mietest oder selbst kaufst. Wie das geht und was eine FRITZ!Box Cable kann, steht unter Was ist ein Kabelmodem. Ob Kabel an deiner Adresse verfügbar ist, prüfst du wie auf der Seite Kabel-Verfügbarkeit prüfen beschrieben. Die Tarife vergleichst du im Tarifvergleich.
Kündigen und Umzug
Kabelverträge laufen höchstens 24 Monate am Anfang. Danach kannst du mit einem Monat Frist kündigen. Ziehst du um und der Anbieter kann am neuen Ort nicht liefern, darfst du mit einem Monat Frist vorzeitig raus. Alles dazu, mit Musterschreiben, steht unter Kabelanschluss kündigen.
Häufige Fragen
Welche Kabelanbieter gibt es?
Vodafone und PYUR sind die großen, dazu kommen regionale Netze wie wilhelm.tel, NetCologne oder Stadtwerke. Welcher an deiner Dose liefert, hängt vom Haus ab.
Brauche ich für Kabelinternet einen TV-Vertrag?
Nein. Internet und Telefon über Kabel kannst du ohne Fernsehvertrag buchen.
Was ist die Grundversorgung beim Kabelfernsehen?
So nennt man das Senderpaket, das du mit dem einfachen Kabel-TV-Vertrag bekommst: die öffentlich-rechtlichen Sender in HD, die großen Privatsender in SD und Radio. Bei Vodafone heißt das heute TV Connect, bei PYUR Basis TV.
Bekomme ich 1.000 Mbit/s über Kabel ohne Vertragslaufzeit?
Manche Anbieter auf dem Kabelnetz, etwa o2, bieten Kabeltarife auch monatlich kündbar an, dann meist zu einem höheren Monatspreis. Ob das an deiner Adresse geht, zeigt der Tarifvergleich.