Fernseher und Set-Top-Boxen deutlich weniger gefragt


Die deutsche Consumer Electronics-Branche ist stabil ins Jahr 2013 gestartet, berichtet die gfu unter Verweis auf aktuelle Daten des Consumer Electronics Markt Index (CEMIX). Zwischen Januar und März wurden 6,55 Milliarden Euro umgesetzt, 0,6 Prozent weniger als im Vorjahresquartal. Während es im Segment der klassischen Unterhaltungselektronik einen Rückgang von 15,9 Prozent gab, entwickelten sich die Bereiche privat genutzte IT-Produkte und privat genutzte Telekommunikationsprodukte mit Zuwächsen von 5,6 bzw. 23,3 Prozent gut.

Der starke Einbruch bei Unterhaltungselektronik ist die Kehrseite der extrem günstigen Bedingungen, die im ersten Quartal 2012 für glänzende Geschäfte mit Flachbildfernsehern und Set-Top-Boxen für digitalen TV-Empfang sorgten. Angesichts der Abschaltung des analogen Fernsehens via Satellit hatten Millionen Haushalte keine Wahl und mussten in neue Geräte investieren. Mit der Fußball-Europameisterschaft und den Olympischen Sommerspielen später im Jahr gab es gleich zwei sportliche Großereignisse, die die Nachfrage ankurbelten. Das alles fehlt dieses Jahr.

Durchwachsene Entwicklung bei Unterhaltungselektronik

Bei einem Minus von 21,8 Prozent setzte die Branche mit TV-Geräten im ersten Quartal 2013 nur noch 1,3 Milliarden Euro um. Bei den Stückzahlen gab es einen Rückgang in Höhe von 20,9 Prozent auf 2,06 Millionen Fernseher. Noch viel deutlicher brach die Nachfrage bei Set-Top-Boxen ein, hier lagen die Umsätze um 46,6 Prozent niedriger als im ersten Quartal vorigen Jahres. Ebenfalls schlechter waren die Umsätze mit Video (-8,1 Prozent), Camcordern (-10,2 Prozent) Personal Audio (-21,4 Prozent) und Videospielkonsolen (26,5 Prozent). Besser entwickelten sich die Segmente Kameras (+6,7 Prozent), Wechselobjektive für Systemkameras (+15 Prozent), Lautsprecher (+16,1 Prozent) und Zubehör (14,6 Prozent).

Die gute Entwicklung des Produktsegments privat genutzte Telekommunikation ist vor allem dem anhaltenden Smartphone-Boom geschuldet. Zwischen Januar und März kauften die Deutschen schon 4,9 Millionen Smartphones (+24,1 Prozent), was für einen Umsatz in Höhe von knapp 1,8 Milliarden Euro (+30,6 Prozent) sorgte. Demgegenüber wurden bloß noch 1,2 Millionen klassische Handys (-35,7 Prozent) verkauft, der Umsatz sackte um 41,8 Prozent auf 71 Millionen Euro ab.

Tablet-Computer sorgen für gute Entwicklung bei IT-Produkten

Der Umsatz mit privat eingesetzten IT-Produkten stieg um 5,6 Prozent auf knapp zwei Milliarden Euro. Das Plus resultiert in erster Linie aus dem um 145 Prozent auf 1,2 Millionen Stück gesteigerten Verkauf von Tablet-Computern, mit denen zwischen Januar und März immerhin schon 453 Millionen Euro (+87,5 Prozent) umgesetzt wurden.

Für das Gesamtjahr 2013 gehen die Marktforscher von einer verhalten positiven Entwicklung aus. Wie es für Jahre ohne sportliche Großereignisse typisch ist, sollen die Umsätze der zweiten Jahreshälfte die der ersten Jahreshälfte übertreffen. Impulse werde wieder die Internationale Funkausstellung (IFA) liefern, die dieses Jahr übrigens vom 6. bis 11. September stattfindet.

Über Oliver Springer 796 Artikel
Seit 2008 bin ich im Hauptberuf Blogger und schreibe für eigene Projekte und im Auftrag zu einer Reihe von Themen, darunter Telekommunikation, Medien, Video-on-Demand, Fernsehen, Kabelanschluss, IPTV, Instant Messaging, Musik und Kaffee. Als Serienfan interessiere ich mich besonders für Onlinevideotheken und Pay-TV. Vor meiner Zeit als Blogger hatte ich 14 Jahre lang als Moderator und Redakteur für den Radiosender JAM FM gearbeitet, wo ich später auch den Internetauftritt betreute.

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