Kostenpflichtiges Streaming von Filmen und Serien: 3,5 Millionen Deutsche sind schon dabei


Filme und Serien online zu gucken, findet immer mehr Fans, die dafür auch bereit sind zu zahlen. Der Download von Filmen und TV-Serien sowie die Nutzung von Videotheken im Internet, die DVDs und Blu-rays per Post nach Hause schicken, liegt ebenfalls im Trend. 41 Prozent der deutschen Onliner greifen laut einer aktuellen Umfrage auf wenigstens eine dieser Möglichkeiten zurück.

Eine frische Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa im Auftrag des BITKOM verdeutlicht, wie die Bedeutung des Internets für den Medienkonsum zunimmt. Die repräsentative Befragung von 1.063 Onlinern ab 14 Jahren ergab, dass auf die eine oder andere Art schon 22 Millionen Bundesbürger bzw. fast jeder vierte legale Angebote für Spielfilme und Serien im Internet nutzt und dafür bezahlt. Das entspricht 41 Prozent der Onliner.

Versand von DVDs und Blu-rays eingerechnet

Dieser hohe Wert kommt allerdings nur zustande, weil im Rahmen dieser Untersuchung neben dem Streamen und Downloaden von Filmen und Serien auch der via Internet organisierte Verleih von physischen Bildtonträgern miteinbezogen wurde. Anbieter wie Video Buster und die auch bei Video-on-Demand aktive Amazon-Tochter Lovefilm rechnen dabei in der Regel nicht pro DVD oder Blu-ray-Disc ab, sondern bieten Pauschalpakete. Je nach gewähltem Tarif hat man  beispielsweise immer eine bestimmte Zahl an DVDs bzw. Blu-rays zu Hause. Die nächste Lieferung erfolgt, wenn die Videothek die alten Filme oder Serien zurückerhalten hat. Um Überziehungsgebühren muss man sich während seiner Abo-Laufzeit keine Sorgen machen, weil es so etwas meistens gar nicht gibt. Man erhält nur vor der Rücksendung der alten DVDs bzw. Blu-rays keine neuen.

Das mag umständlich klingen, ist es aber nicht, denn abgesehen von einer schnellen Bearbeitung sorgen die Anbieter durch vorbereitete Umschläge, die nicht erst frankiert werden müssen, für Komfort auf Kundenseite. Interessant sind diese Anbieter nicht nur für Haushalte ohne schnellen Internetzugang, sondern auch für Filmfans mit besonderen Ansprüchen an die Bildqualität. So gut HD-Videostreams heute schon aussehen, an die Bildqualität einer Blu-ray-Disc kommen sie noch nicht heran.

Schneller Internetanschluss benötigt

Beim Download, aber auch beim Streamen der Inhalte ist heute allerdings schon eine Qualität möglich, mit der die allermeisten Film- und Serienfans schon sehr zufrieden sind. Ein Problem stellen hier in der Praxis meist nur zu langsame Internetanschlüsse dar. Beim digitalen Kauf eines Films kommt es zwar letztlich nicht darauf an, ob der Download bereits nach einigen Minuten oder erst einigen Stunden ist. Doch der Reiz bei Kauf-Downloads besteht ja nicht zuletzt darin, schnell zu bekommen, was man möchte.

Unverzichtbar sind schnelle Internetzugänge bei den von 3,5 Millionen Menschen in Deutschland genutzten kostenpflichtigen Video-on-Demand-Portalen wie Maxdome, Videoload, Lovefilm und dem neuen WHATCHEVER. Beim Streaming werden Filme und Serienepisoden nicht erst komplett heruntergeladen, sondern Sekunden nach der Aktivierung des Streams bereits abgespielt. Das funktioniert nicht nur auf Desktop-PCs und Notebooks. Solche Angebote können inzwischen (abhängig vom jeweiligen Anbieter) zusätzlich auf Fernsehern genutzt werden: Für viele Smart TVs existieren entsprechende Apps. Ansonsten können über Set-Top-Boxen (wie Apple TV und VideoWeb TV), verschiedene Blu-ray-Player und beispielsweise Spielkonsolen die Streams auf den Fernseher geholt werden. Das Streaming auf mobile Endgeräte wie Smartphones und Tablet-Computer steht hierzulande noch ganz am Anfang, dürfte künftig aber wesentlich zum Erfolg von Video-on-Demand beitragen.

Der BITKOM nennt als Mindestbandbreite für Streams in Standardauflösung 2,5 MBit/s und für einfacher HD-Videos 6 MBit/s. Für Full-HD-Videos (1.080p) sollten es nicht weniger als 8 MBit/s sein – mehr wäre besser, Lovefilm etwa empfiehlt mindestens 12 MBit/s. Zu beachten ist hierbei: Wer seinen Internetanschluss parallel dazu anderweitig nutzt (oder wenn andere Haushaltsmitglieder zur gleichen Zeit auf das Internet zugreifen) hat nicht die volle Bandbreite für Video-on-Demand zur Verfügung. Das bedeutet beispielsweise: Werden im Nebenzimmer an einem PC gerade Updates heruntergeladen, kann es mit dem Filmgenuss auf dem Smart TV schnell vorbei sein. Erst mit VDSL oder schnellem Kabelinternet (ein 32-MBit/s-Anschluss sollte es heute schon sein) hat man hier ausreichende Leistungsreserven.

Bei jungen Menschen überdurchschnittlich beliebt

Nicht überraschend: Laut Forsa-Umfrage nutzen überdurchschnittlich viele junge Menschen das Internet, um sich mit Filmen und TV-Serien zu versorgen. Bei den 18- bis 29-jährigen Onlinern sind es 58 Prozent, bei den 30- bis 49-jährigen Usern mit 51 Prozent immerhin noch eine knappe Mehrheit. „Medien werden zunehmend über das Internet gekauft, das gilt auch für Filme“, erklärte Dr. Bernhard Rohleder, Hauptgeschäftsführer des BITKOM. „Streaming-Dienste werden aufgrund eines wachsenden Angebots und mobiler Breitbandanschlüsse immer beliebter. Zudem bieten immer mehr Fernseher entsprechende Services ab Werk.“

Welche Erfahrungen haben unsere Leser mit Filmen und Serien aus dem Internet?

Über Oliver Springer 796 Artikel
Seit 2008 bin ich im Hauptberuf Blogger und schreibe für eigene Projekte und im Auftrag zu einer Reihe von Themen, darunter Telekommunikation, Medien, Video-on-Demand, Fernsehen, Kabelanschluss, IPTV, Instant Messaging, Musik und Kaffee. Als Serienfan interessiere ich mich besonders für Onlinevideotheken und Pay-TV. Vor meiner Zeit als Blogger hatte ich 14 Jahre lang als Moderator und Redakteur für den Radiosender JAM FM gearbeitet, wo ich später auch den Internetauftritt betreute.

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