WATCHEVER im Test – Teil 2: Bedienung und Technik

Logo: WATCHEVER
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Das ist der zweite Teil unseres Tests zu WATCHEVER. Während es im ersten Teil um die Inhalte, die Anmeldung und den ersten Eindruck ging, geht es hier um die Handhabung und technischen Aspekte der im Januar gestarteten Onlinevideothek.

Monatlich 8,99 Euro kostet ein Abo bei WATCHEVER, andere Preismodelle wie Einzelabruf oder ein Abo nur für bestimmte Arten von Inhalten gibt es nicht. Damit punktet dieser Video-on-Demand-Service schon einmal in Sachen Transparenz. Man weiß also genau, was man für diesen recht niedrigen Festpreis bekommt und muss nicht fürchten, dass es am Ende doch teuer wird, weil man sich nicht im Abo befindliche Titel anschaut hat, denn das gesamte Angebot ist über den Monatspreis abgedeckt.

Diese „Kostensicherheit“ macht WATCHEVER gerade für Familien mit Kindern interessant. Der Video-on-Demand-Dienst bewirbt sein Angebot als Familien-Flatrate. Das passt auch insofern, als sich auf drei verschiedenen Endgeräten drei verschiedene Titel gleichzeitig angucken lassen. (Für solche Parallelnutzung muss der Internetanschluss zu Hause natürlich ziemlich schnell sein.) Insgesamt können sogar fünf verschiedene Geräte pro Abonnement zum Einsatz kommen. Davon profitieren auch Single-Haushalte, denn der Dienst kann mit zahlreichen verschiedenen Geräten (dazu unten) verwendet werden.

Einfach zu bedienende Kindersicherung

Über die Funktion „Kindersicherung“ kann man selbst einstellen, ab welcher FSK-Stufe die Eingabe einer PIN erforderlich ist. Sofern man diesem Einstufungssystem vertraut, kann man seinen Kindern also den unbeaufsichtigten Zugriff auf WATCHEVER gewähren und dabei entspannt bleiben. Das ist gut. Was den Zugriff auf FSK-18-Inhalte angeht, muss man sich indes auch als Erwachsener leider erst über das PostIdent-Verfahren freischalten lassen. Dazu muss man ein Formular ausfüllen (geht schnell) und dieses unter Vorzeigen des Personalausweises in einer Post-Filiale abgeben. Das ist umständlich, aber bei anderen Onlinevideotheken ebenfalls aufgrund des besonders strengen deutschen Jugendschutzes erforderlich.

Die Bedienung von WATCHEVER ist insgesamt gesehen vorbildlich einfach; das gilt sowohl für die eigentliche Benutzeroberfläche als auch für die Account-Verwaltung. Die Struktur ist klar, die Seiten sind übersichtlich gestaltet, die zahlreichen Erklärungstexte wirken sorgfältig zusammengestellt. So wird beispielsweise für jede Art von Endgerät einzeln beschrieben, wie WATCHEVER darauf genutzt werden kann.

Übersichtliche Navigation bei WATCHEVER auf dem Tablet
Übersichtliche Navigation bei WATCHEVER auf dem Tablet

Große Auswahl an kompatiblen Geräten

Überhaupt ist die große Zahl kompatibler Endgeräte eine der Stärken der jungen Onlinevideothek. PC und Mac werden selbstverständlich unterstützt, aber wer möchte sich Kinofilme schon vor dem Computermonitor ansehen? Am besten lassen sich große Filme und hochwertige Serien auf dem Fernseher genießen. WATCHEVER kann auf zahlreichen Smart TVs der Hersteller Panasonic, Philips, LG und Samsung direkt mittels App verwendet werden. Die Nummern der kompatiblen Modelle listet WATCHEVER im Hilfebereich der Website einzeln auf, das ist ein guter Service!

Das gilt ebenso für die geeigneten Blu-ray-Player und Heimkino-Systeme mit eingebautem Blu-ray-Laufwerk. Was viele Fernsehzuschauer gar nicht wissen: Smart-TV-Funktionen lassen sich besonders günstig durch die Anschaffung eines passenden Blu-ray-Players nachrüsten. Und einen aktuellen Blu-ray-Player kann sowieso fast jeder gebrauchen. Der Bereich internetfähiger Multimedia-Boxen ist dagegen noch fast leer. Hier wird einzig und allein Apple TV als kompatible Hardware genannt. Als einzige Spielkonsole ermöglicht seit Kurzem die PlayStation 3 von Sony den Zugriff auf die Onlinevideothek. Die Xbox 360 von Microsoft soll „bald“ ebenfalls unterstützt werden.

Mobile Endgeräte und Offline-Modus

Staffel 3 von "Lass es, Larry!" ist auch offline verfügbar
Staffel 3 von „Lass es, Larry!“ ist auch offline verfügbar

Eine Besonderheit von WATCHEVER gegenüber vielen anderen Onlinevideotheken ist die Unterstützung von mobilen Endgeräten, wobei sogar in gewissem Umfang eine Offline-Nutzung möglich ist. Man kann sich die Inhalte vorher herunterladen, um sie später ohne Internetverbindung anzugucken. Im Offline-Modus ist bislang allerdings nur die deutsche Tonspur verfügbar.

Ansonsten glänzt WATCHEVER durch die hohe Zahl (zusätzlich) im Originalton verfügbarer Inhalte. Sehr gut: Mitten in einem Film kann auf die andere Tonversion umgeschaltet werden, ohne dass es dann von vorne losgeht. Hat man eine Passage im Originalton mal nicht verstanden, schaut man sie sich einfach noch mal auf Deutsch an und wechselt dann wieder zum Originalton. Das dauert jeweils ein paar Sekunden, aber nicht unangenehm lange.

WATCHEVER auf Tablet und PC
WATCHEVER auf Tablet und PC

Sogar auf Android-Tablets

WATCHEVER ist als App derzeit für iPhone, iPad und für Android-Tablets erhältlich. Auf meinem Nexus 7 (mit aktuellem Android OS) läuft die App einwandfrei. Die Bedienung ist darauf noch angenehmer als am PC, vor allem ist die Übersicht besser. Meine persönliche Watchlist sowie die auf meinen Geschmack abgestimmten Empfehlungen werden hier ebenfalls angezeigt. Erfreulich: Man kann durch drehen des Tablets vom Hoch- ins Querformat wechseln.

Im Mittelpunkt der Navigation stehen in allen Fällen die Cover-Bilder der Filme, Serien etc. Das sieht zwar ansprechend aus, doch die große Zahl von Bildern macht das Ganze am PC ein wenig unübersichtlich. Dank der kurzen Reaktionszeiten lässt sich im Bestand von WATCHEVER zwar gut stöbern, doch wenn Ihr schon wisst, was Ihr sehen wollt, verwendet die Suchfunktion und die Tags! Die Einordnung nach Genres ist für meinen Geschmack nämlich nicht differenziert genug. Leider fehlen bei vielen Inhalten noch Trailer, zu manchen Inhalten gibt es noch keine Informationen in deutscher Sprache.

Praktisch: Dreht man das Tablet, wird in die Queransicht geschaltet.
Praktisch: Dreht man das Tablet, wird in die Queransicht geschaltet.

FAZIT zum Test

WATCHEVER bietet viel zum kleinen Preis. Da eine Nutzung ausschließlich über das Abo möglich ist, lohnt sich diese Onlinevideothek nur für regelmäßige Video-on-Demand-Nutzer. Dank der möglichen Parallelnutzung und der vielen unterschiedlichen Endgeräte, mit denen sich WATCHEVER verwenden lässt, steht der intensiven Nutzung des mit 8,99 Euro günstigen Abos allerdings kaum etwas im Weg. Bei diesem Preismodell muss man auf besonders neue Inhalte – wie sie etwa der Konkurrent Maxdome gegen Aufpreis in seiner Blockbuster-Sektion führt – verzichten. Stört das nicht, spricht das gute Preis-Leistungs-Verhältnis für WATCHEVER.

Die klare Struktur und die übersichtlichen Benutzeroberflächen machen die Bedienung sehr einfach. Im Detail lässt sich zwar noch einiges verbessern, doch dafür, dass der Anbieter erst seit Januar in Deutschland aktiv ist, wirkt WATCHEVER überraschend ausgereift.

Logo links oben: WATCHEVER

Über Oliver Springer 796 Artikel
Seit 2008 bin ich im Hauptberuf Blogger und schreibe für eigene Projekte und im Auftrag zu einer Reihe von Themen, darunter Telekommunikation, Medien, Video-on-Demand, Fernsehen, Kabelanschluss, IPTV, Instant Messaging, Musik und Kaffee. Als Serienfan interessiere ich mich besonders für Onlinevideotheken und Pay-TV. Vor meiner Zeit als Blogger hatte ich 14 Jahre lang als Moderator und Redakteur für den Radiosender JAM FM gearbeitet, wo ich später auch den Internetauftritt betreute.

1 Kommentar zu WATCHEVER im Test – Teil 2: Bedienung und Technik

  1. Ich habe mir die Seite jetz mal angesehen. Im großen und ganzen find ichs nicht schlecht.. Aber wie ihr auch im Fazit schon geschrieben habt würde es mich stören dafür zahlen zu müssen. ich denke daher werden die Konkurrent auch ein wenig die Nase vorne haben. Vor allem für alltägliche Serien zahlt es sich kaum aus zu bezahlen.

    Ich bin aber auf alle Fälle gespannt wie es sich weiter entwickelt. 🙂

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