Neues Suchportal für Videos der TV-Sender

Vor ein paar Tagen ist www.sendungverpasst.de als Beta-Version online gegangen. Das ist eine Suchmaschine für Web-TV bzw. Videos der TV-Sender, die auf Abruf online verfügbar sind. Anstatt alle Mediatheken und Videoportale der Fernsehsender einzeln zu besuchen, kann man damit an einem Ort alles suchen.

Wer im Internet Fernsehen gratis bekommen möchte, sollte sich das gleich mal ansehen. „Das Video-Suchportal für alle klassischen TV-Programme ist senderunabhängig, einfach, schnell und kostenlos. Ob Spielfilme, Serien, Shows, Comedy, Nachrichten, Dokumentationen oder Musikvideos: Alles, was die deutschen TV-Sender ins Netz stellen, kann man auf Sendungverpasst finden“, ist im Pressetext zu lesen.

Der Anspruch ist hoch: Alle Videos der deutschen Fernsehsender möchte www.sendungverpasst.de in seinen Index aufnehmen. Nach Auskunft des Portals hat man über 99 % der Videos der deutschen TV-Sender indiziert. Während ich diesen Artikel schreibe, zeigt der Zähler 85.596 erfasste Videos. Bis zu 400 neue Videos sollen pro Tag hinzukommen. Das sind interessante Zahlen, denn dass sich im Internet gratis fernsehen lässt und dass Video on Demand für Zuschauer sehr interessant ist, weiß man zwar. Wie weit die TV-Sender schon dabei sind, Sendungen kostenlos im Internet auf Abruf bereit zu stellen, ist aber schwer zu überblicken, weil sich die Videos auf so viele Websites verteilen.

Wer nach einer bestimmten Sendung sucht und weiß, welcher Sender sie ausgestrahlt hat, kann direkt auf den Videoportalen der TV-Sender prüfen, ob er sich die im Fernsehen versäumte Sendung online kostenlos anschauen kann. Mit der Übersichtlichkeit der Video on Demand-Angebote ist es aber nicht weit her. Zudem sind diese Videoportale alles andere als schlank und schnell, weil sie grafisch überladen sind. Sicher, einen schnellen Internetanschluss über DSL oder die Alternative Kabelinternet braucht man sowieso schon für Web-TV, doch die Sender machen es ihren Besuchern unnötig schwer. Bei Sendungverpasst findet man sich dagegen gleich zurecht.

„Sendungverpasst ist einfach: Die Suche funktioniert wie bei Google & Co.: Man gibt seinen Suchbegriff (z.B. ‚Auslandsjournal‘, ‚Dune‘ oder ‚Angela Merkel‘ ein) und bekommt sofort die entsprechenden Videos angezeigt. Vorbei der Ärger über die oft unübersichtlichen, flash-überladenen Seiten der TV-Sender“, betont der neue Suchdienst.

Die verschiedenen Filter- und Suchfunktionen sowie der Kalender helfen allen, die im Internet gratis fernsehen wollen, ihre Sendungen zu finden. Der Name Sendungverpasst passt zwar, immerhin sehen die TV-Sender ihre Video on Demand-Angebote offiziell ja selbst als Möglichkeit für die Zuschauer, die zur Ausstrahlung im Fernsehen nicht vor ihrem TV-Gerät gesessen haben, wieder aufzuholen, was sie verpasst haben. Catch-up TV ist inzwischen ein eingeführter Begriff.

Aber warum sollte man sich überhaupt zu einer von den Sendeanstalten bzw. TV-Sendern festgesetzten Zeit auf die Couch im Wohnzimmer setzen, wenn man im Internet jederzeit gratis fernsehen kann. Selbst den Festplattenreceiver zu programmieren, um eine Sendung aufzuzeichnen, könnte für viele Fernsehzuschauer unattraktiv werden. Das ist ein Grund mehr, sich einen digitalen Videorekorder lieber zu mieten statt zu kaufen.

Was mir auf www.sendungverpasst.de besonders gut gefällt ist Möglichkeit,  über die Rubriken Anregungen zu erhalten, welche Sendungen man überhaupt über das Internet gratis ansehen kann. Anstatt also auf das Suchportal zu gehen, um eine ganz bestimmte Sendung zu finden, die online gratis anzuschauen ist, ist es schließlich ebenso möglich, die Website aufzusuchen, wenn man nur allgemein im Internet kostenlos fernsehen möchte.

FAZIT: Nicht allein das Leitmedium Fernsehen ist an einem spannenden Entwicklungspunkt, die Fernsehzuschauer erhalten neue Möglichkeiten, für sie interessante Sendungen zu finden. Ob mit einer innovativen Form der Programmzeitschrift im Internet wie tvister.de oder mit einer Suchmaschine wie www.sendungverpasst.de, die klassische Fernsehzeitschrift bekommt Konkurrenz, wenn immer mehr Zuschauer online gucken. Besonders diejenigen Zuschauer, die ihr Fernsehen im Internet gratis bekommen möchten, könnten solchen Diensten den Vorzug vor gedruckten TV-Programmen geben.

Über Oliver Springer 796 Artikel
Seit 2008 bin ich im Hauptberuf Blogger und schreibe für eigene Projekte und im Auftrag zu einer Reihe von Themen, darunter Telekommunikation, Medien, Video-on-Demand, Fernsehen, Kabelanschluss, IPTV, Instant Messaging, Musik und Kaffee. Als Serienfan interessiere ich mich besonders für Onlinevideotheken und Pay-TV. Vor meiner Zeit als Blogger hatte ich 14 Jahre lang als Moderator und Redakteur für den Radiosender JAM FM gearbeitet, wo ich später auch den Internetauftritt betreute.

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