Amazon bringt seine Onlinevideothek Prime Instant Video auf die Wii U


Amazon ermöglicht von heute an über die Wii U den Zugriff auf Prime Instant Video. Damit kommen letztlich sogar zwei Endgeräte hinzu, denn die Videos können auch auf dem GamePad angeschaut werden.

Mit Nintendos alter Wii-Konsole können die Nutzer von Amazons Onlinevideothek bereits seit Juli vorigen Jahres Videos abrufen. Das funktionierte in unserem Test von Anfang an gut. Mit der neueren, HD-fähigen Spielkonsole Wii U war die App für die Onlinevideothek nicht kompatibel.

Heute endlich wurde die App für die Wii U veröffentlicht. Sie ist kostenlos im App-Shop von Nintendo erhältlich. Mit dabei sind die Watchlist, die Cloud-Funktion „Meine Video-Bibliothek“ sowie die Whispersync-Funktion.

Watchlist, Cloud-Video-Bibliothek, Whispersync

Die Watchlist ermöglicht das Vormerken von Videos, um sie sich zu einem späteren Zeitpunkt anzusehen. Eine solche Funktion ist generell wichtig für Onlinevideotheken, denn Apps auf Geräten wie Spielkonsolen oder Tablets ermöglichen mitunter zwar entspanntes Stöbern. Gezieltes Suchen ist meist nur am Computer komfortabel möglich, weil dort eine physische Tastatur für die Eingabe von Suchbegriffen vorhanden ist.

Amazon Instant Video auf der Wii U | Bild: Amazon
Amazon Instant Video auf der Wii U | Bild: Amazon

Der Bereich „Meine Video-Bibliothek“ ermöglicht den Usern von Prime Instant Video, auf ihre im Amazon Instant Video Shop oder direkt über Ihre Endgeräte geliehenen und gekauften Inhalte zuzugreifen. Dank Whispersync kann ein Video an genau der Stelle fortgesetzt werden, an der man auf einem anderen Gerät aufgehört hatte zu gucken.

Videos auf das GamePad streamen

Prime Instant Video für die Wii U bietet eine Besonderheit: Die Videos können nicht bloß auf dem Fernseher bzw. einem an die Konsole angeschlossenen Monitor wiedergegeben werden, sondern stattdessen bei Bedarf auf dem GamePad genannten großen Controller mit integriertem Display. Das bietet sich an, wenn der Fernseher im Wohnzimmer anderweitig genutzt wird.

Frank Rittinghaus, Marketing Director Nintendo Deutschland, über die Kooperation mit Amazon Instant Video: „Die neue App bereichert das Unterhaltungsangebot für die Wii U-Fans enorm. Neben klassischen Videospielen und zahlreichen Online-Funktionen wie Miiverse oder Wii U Chat können sie nun komplette Filme und Serien genießen. Dank des Wii U GamePad, das über einen integrierten Touchscreen verfügt, müssen sie dazu nicht einmal den Fernseher einschalten. Ein toller Mehrwert für jeden Freund der Wii U.“

„Mit dem Start der Amazon Instant Video-App auf Wii U können Mitglieder bei Prime oder Prime Instant Video ab sofort mehr als 12.000 beliebte Filme und Serienepisoden direkt über ihre Konsole abrufen. Außerdem können tausende Filme und Serienepisoden per Einzelabruf geliehen oder gekauft werden“, so Christoph Schneider, Geschäftsführer von Amazon Instant Video Deutschland. „Wii U ist eine Konsole für die ganze Familie; mit unserem breitgefächerten Angebot in der Rubrik „Kinderecke“ bieten wir eine große Auswahl an familienfreundlichen Titeln. Dank unserer Verfügbarkeit auf zahlreichen Endgeräten war es für unsere Kunden noch nie so einfach und bequem, Filme und Serien zu genießen wann und wie sie wollen.“

Apps und bald eine Set-Top-Box?

Für Video-on-Demand-Anbieter ist es generell von großer Bedeutung, auf möglichst vielen Endgeräten vertreten zu sein. Das senkt für Interessenten die Hürde, den betreffenden Dienst zu nutzen. Alle möglichen Endgeräte mit Apps zu versorgen, ist allerdings so gut wie unmöglich. Da es Amazon ernst meint beim Thema Video-on-Demand – das zeigt nicht zuletzt die Produktion eigener Serien wie das seit dem Relaunch in Deutschland gestartete „Alpha House“ – wird es bei Apps alleine sicher nicht bleiben.

Seit einiger Zeit verdichten sich die Gerüchte, Amazon entwickle eine eigene Set-Top-Box. Diese könnte an jeden Fernseher/Monitor angeschlossen werden und den Zugriff auf alle möglichen bei Amazon erhältlichen digitalen Inhalte ermöglichen. Mit eigener Hardware, die den Verkauf von Inhalten unterstützt, kennt man sich bei Amazon zudem aus: Die E-Book-Reader der Marke Kindle sowie die Tablets der Marke Kindle Fire machen es ihren Besitzern leicht, bei Amazon Geld auszugeben. Eine eigene Set-Top-Box würde also bestens zur bisherigen Strategie des Konzerns passen.

Bild links oben: Amazon

Über Oliver Springer 796 Artikel
Seit 2008 bin ich im Hauptberuf Blogger und schreibe für eigene Projekte und im Auftrag zu einer Reihe von Themen, darunter Telekommunikation, Medien, Video-on-Demand, Fernsehen, Kabelanschluss, IPTV, Instant Messaging, Musik und Kaffee. Als Serienfan interessiere ich mich besonders für Onlinevideotheken und Pay-TV. Vor meiner Zeit als Blogger hatte ich 14 Jahre lang als Moderator und Redakteur für den Radiosender JAM FM gearbeitet, wo ich später auch den Internetauftritt betreute.

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