Boom bei Flachbildfernsehern setzt sich 2011 fort


Unterhaltungselektronik ist in Deutschland extrem gefragt. 2011 wird ein neuer Rekord beim Kauf von Flachbildfernsehern erwartet. Top-Trend ist das Verschmelzen von Internet und Fernsehen.

Das enorme Interesse an Unterhaltungselektronik lässt in Deutschland 2011 nicht nach. Der Hightech-Verband BITKOM geht auf Basis von Prognosen des Marktforschungsinstituts EITO davon aus, dass Deutschland der mit Abstand größte europäische Markt für digitale Unterhaltungselektronik bleibt. Mit Geräten wie Fernsehern, Spielkonsolen und digitalen Fotoapparaten werden hierzulande dieses Jahr vermutlich 12,5 Milliarden Euro umgesetzt.

Prognosen für Deutschland sind besonders gut

Im Vergleich zu 2010 mit einem Volumen von 12,7 Milliarden Euro wäre das zwar ein kleiner Rückgang um 1,7 Prozent, doch im vorigen Jahr fanden sportliche Großereignisse wie die Olympischen Winterspiele in Kanada und die Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika statt. Ein solches Super-Sportjahr ist 2011 nicht. Mit dem minimalen Rückgang ist die Branche für Deutschland deutlich optimistischer als für die meisten anderen Länder Europas.

„Niemand gibt in der EU so viel Geld für Unterhaltungselektronik aus wie die Deutschen“, sagte BITKOM-Präsident Prof. Dr. August-Wilhelm Scheer. Insgesamt erwartet der Verband für den EU-Markt ein Volumen von 56 Milliarden Euro, was einem Minus von 7 Prozent entspricht. Am stärksten soll das Nachfrageminus in Spanien, Italien und Frankreich ausfallen.

Analogabschaltung und Zusammenwachsen von TV und Internet

Die Analogabschaltung beim Satellitendirektempfang sowie das Zusammenwachsen von TV und Internet gehören in nächster Zeit zu den wichtigsten Faktoren: „In diesem Jahr stehen bei der Consumer Electronics die Verschmelzung von Internet und Fernsehen sowie die Heimvernetzung im Mittelpunkt. Vor allem in Deutschland wird die Abschaltung des analogen Satellitenempfangs im April 2012 zu einem Boom bei TV-Geräten und Set-Top-Boxen führen“, sagte Scheer. „Viele Haushalte sind für einen digitalen TV-Empfang noch nicht ausgestattet und werden nun nachrüsten.“ Schätzungen gehen davon aus, dass Satellitenhaushalte schon zu 80 Prozent digitales Fernsehen empfangen. Im Vergleich zum Verbreitungsweg Kabel ist dieser Wert sehr hoch, aber dieser Wert bedeutet gleichzeitig, dass noch jeder fünfte Satelliten-Haushalt nicht auf die Abschaltung des analogen Fernsehens vorbereitet ist. Sieben Millionen Haushalte sind gezwungen, bis zum 31. April 2012 umzurüsten.

Erneut Rekord bei Flachbildfernsehern erwartet

Vom Nachfragerückgang ebenfalls nicht betroffen sind TV-Geräte. Letztes Jahr wurden in Deutschland zwar so viele Flachbildfernseher wie noch nie gekauft, aber dieses Jahr soll es gegen den EU-Trend noch besser laufen: Flachbildfernseher werden den Prognosen zufolge EU-weit für die Hälfte der Umsätze mit Unterhaltungselektronik stehen. 31 Millionen Stück kaufen die Bürger der EU dieses Jahr den Berechnungen nach, aber die Umsätze sollen um 4 Prozent auf 31 Milliarden Euro sinken. In Deutschland dagegen wird der neue Rekordwert von 9,8 Millionen Geräten erwartet. „Die TV-Innovationen des vergangenen Jahres wie Internet-TV, 3D und die HDTV-Einführung sorgen dafür, dass der Absatz von Flachbildfernsehern auch 2011 weiter steigt“, so Scheer.

Daher werden die Menschen in Deutschland noch mehr Flachbildfernseher kaufen, obwohl 2011 ganz große Sportevents fehlen. Immerhin sinken die Preise ein wenig. Das größte Wachstum erwarten die Marktforscher dagegen bei Blu-ray-Playern, mit denen im EU-Markt rund 1,2 Milliarden Euro umgesetzt werden. In Deutschland beträgt das Plus satte 66 Prozent, womit die Umsätze mit Blu-ray-Playern den Experten nach auf 347 Millionen Euro ansteigen.

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Seit 2008 bin ich im Hauptberuf Blogger und schreibe für eigene Projekte und im Auftrag zu einer Reihe von Themen, darunter Telekommunikation, Medien, Video-on-Demand, Fernsehen, Kabelanschluss, IPTV, Instant Messaging, Musik und Kaffee. Als Serienfan interessiere ich mich besonders für Onlinevideotheken und Pay-TV. Vor meiner Zeit als Blogger hatte ich 14 Jahre lang als Moderator und Redakteur für den Radiosender JAM FM gearbeitet, wo ich später auch den Internetauftritt betreute.

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