Pay-TV und Video-on-Demand entwickeln sich gut


Grafk: VPRT
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Dieses Jahr lassen sich die Deutschen den Genuss von Pay-TV und bezahlten Video-on-Demand-Angeboten mehr kosten als im Vorjahr. Allgemein entwickeln sich TV, Radio und Streaming gut. Der Verband Privater Rundfunk und Telemedien e. V. (VPRT) geht für 2014 von einer positiven Umsatzentwicklung aus.

Bereits im vorigen Jahr veröffentlichte der VPRT im Vorfeld der Medientage München eine optimistische Prognose für die Branche. Jetzt gibt sich der Verband wieder optimistisch und prognostiziert eine anhaltend positive Entwicklung für alle Bereiche der elektronischen Medien. Pay-TV und Paid-Video-on-Demand stechen allerdings heraus, wenngleich die erwarteten prozentualen Zuwächse in anderen Bereichen höher ausfallen.

2,3 Milliarden-Euro-Markt

Bei dem vom VPRT prognostizierten Nettowachstum von 12 Prozent beim Bezahlfernsehen und 18 Prozent bei bezahlten Video-Abrufen kommen die beiden Segmente zusammen bereits auf ein Volumen von 2,3 Milliarden Euro. Die lange wiederholte Behauptung, auf dem deutschen Markt würden Pay-TV und ähnliche Angebote einfach nicht funktionieren, wirkt heute wie aus einer ganz anderen Zeit.

Teleshopping ist nach wie vor sehr gefragt | Grafik: VPRT
Teleshopping ist nach wie vor sehr gefragt | Grafik: VPRT

Das Segment der in Streams eingebundenen Online-Werbung (Instream-Videowerbung) ist noch deutlich kleiner, soll 2014 aber um 22 Prozent auf immerhin 244 Millionen Euro zulegen. Wer im Internet „zu Hause“ ist, mag sich beim Stichwort Teleshopping „Das gibt’s noch?“ fragen. Tatsächlich steigen die Umsätze jedes Jahr und erreichen dieses Jahr bei einem Plus von 4 Prozent voraussichtlich 1,8 Milliarden Euro.

Herkömmliche TV-Werbung bleibt größter Umsatzträger

Die mit Abstand stärksten Umsätze werden weiterhin mit klassischer TV-Werbung erzielt. Der Verband rechnet mit einem Anstieg von 2,7 Prozent auf 4,2 Milliarden Euro. Im letzten Jahr gab es ein Plus von 2,2 Prozent. Einen schwächeren Anstieg von nur 1,1 Prozent (Vorjahr: 3,7 Prozent) prognostiziert der VRPT für Radiowerbung, die damit ein Volumen von 750 Millionen Euro erreichen würde. Für Instream-Audiowerbung wird ein Plus von 30 Prozent auf 10 Millionen Euro erwartet.

Grafik: VPRT
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Frank Giersberg, Leiter Marktentwicklung im VPRT: „Die Umsätze der audiovisuellen Medien wachsen über alle Angebotsformen und Geschäftsmodelle hinweg. Das größte prozentuale Wachstum ist im Bereich der Audio- und Video-Streamingangebote festzustellen, die größten absoluten Zuwächse dagegen im Bereich der linearen Angebote. Damit bleiben die klassischen TV- und Radioangebote weiterhin mit Abstand die umsatzstärksten Segmente.“

Die neueste VPRT-Prognose zeigt: Trotz des starken Umsatzwachstums bei Streamingangeboten und Pay-TV kommt es bisher nicht zu Umsatzeinbrüchen bei klassicher Fernseh- und Hörfunkwerbung. Zumindest noch nicht, denn die Zeit, die Verbraucher in ihren Medienkonsum investieren, wächst höchstens ein wenig mit. Deshalb sollte niemand erwarten, dass bei der Umsatzentwicklung angesichts veränderter Mediengewohnheiten auch in Zukunft in allen Bereichen ein Plus steht.

Über Oliver Springer 796 Artikel
Seit 2008 bin ich im Hauptberuf Blogger und schreibe für eigene Projekte und im Auftrag zu einer Reihe von Themen, darunter Telekommunikation, Medien, Video-on-Demand, Fernsehen, Kabelanschluss, IPTV, Instant Messaging, Musik und Kaffee. Als Serienfan interessiere ich mich besonders für Onlinevideotheken und Pay-TV. Vor meiner Zeit als Blogger hatte ich 14 Jahre lang als Moderator und Redakteur für den Radiosender JAM FM gearbeitet, wo ich später auch den Internetauftritt betreute.

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