Sagemcom RCI88-320 KDG: der HD-Rekorder von Kabel Deutschland im Rückblick
Wir hatten den Rekorder 2010 von Kabel Deutschland zum Test. Hier steht, was das Gerät kann, wo es schwächelt und welche Geräte heute bei Vodafone an seine Stelle treten.
Stand:
Der Sagemcom RCI88-320 KDG war ab 2010 der „Digital-HD-Recorder“ von Kabel Deutschland: ein Kabelreceiver mit vier Tunern und 320-GB-Festplatte, den Kunden zu ihrem Kabelanschluss mieteten. Später kamen die Version V2 und der RCI88-1000 mit 1.000 GB dazu. Heute gibt Vodafone das Gerät nicht mehr neu aus, viele Haushalte nutzen es aber weiter. Diese Seite fasst zusammen, was der Rekorder kann, was wir im Test bemerkt haben und was ihn heute ersetzt.
Ausstattung und Daten
| Tuner | 4 × DVB-C, bis zu vier Aufnahmen gleichzeitig oder drei Aufnahmen und eine laufende Sendung |
|---|---|
| Festplatte | 320 GB intern (RCI88-1000: 1.000 GB, laut Vodafone rund 600 Stunden) |
| Anschlüsse | Kabel-Ein- und -Ausgang, HDMI, zwei Scart (TV und Rekorder), S/PDIF digital, analog Audio und Video, Netzwerk, zwei USB |
| Verschlüsselung | NDS, Smartcard-Schacht für die Karte von Kabel Deutschland |
| Programmführer | EPG über 14 Tage mit Suche nach Titel, Genre und Darstellern |
| Maße | etwa 36,5 × 21,5 × 6 cm, kein Display an der Front |
| Lieferumfang damals | Fernbedienung mit Batterien, HDMI-, Scart- und Antennenkabel, Kurzanleitung und Bedienungsanleitung |
Was der Rekorder gut kann
Die vier Tuner sind bis heute ein Argument. Bei Konflikten in der Aufnahmeplanung sucht der RCI88 selbst nach einer Wiederholung und programmiert sie. Die Serienaufnahme zeichnet alle Folgen einer Sendung auf, ohne dass du jede einzeln planen musst.
Timeshift funktioniert ohne Umweg: Pause drücken, später weitersehen, Werbung mit vierfacher, zehnfacher oder dreißigfacher Geschwindigkeit überspringen. Beim Stöbern im Programmführer läuft der Ton des aktuellen Senders weiter. Die Einrichtung dauerte im Test etwa fünf Minuten, danach liefen über 200 Fernseh- und über 100 Radiosender.
Wo er schwächelt
Das Gehäuse ist fast ganz aus Kunststoff, ein Display für Sender oder Uhrzeit fehlt. Aus dem Standby wacht das Gerät in einer Sekunde auf, ganz vom Strom getrennt braucht es rund anderthalb Minuten zum Start.
Kopiergeschützte Sender sind die größte Einschränkung. Private HD-Sender und einige Pay-TV-Kanäle lassen sich nicht oder nur eingeschränkt aufnehmen, bei manchen fehlt auch Timeshift. Das legen die Sender fest, nicht das Gerät.
Im Test fand der Rekorder hinter einem Hausverstärker mit zu hohem Pegel nur einen Teil der Sender. Direkt an der Dose lief alles. Beim Digitalton über einen AV-Receiver blieb es bei manchen Sendern zunächst stumm, bis wir die Tonspur von Hand umgestellt hatten. Die ersten Firmware-Versionen brachten ruckelnde Wiedergabe und Abstürze mit, spätere Updates haben das weitgehend behoben.
Lösungen für diese und andere Fehler stehen auf der Seite Sagemcom RCI88-320: Probleme und Lösungen.
Was heute an seine Stelle tritt
Vodafone, das Kabel Deutschland 2013 übernommen hat, bietet heute die GigaTV Home als Leihgerät an. Sie unterscheidet sich vom RCI88 in einem Punkt grundsätzlich: Sie nimmt nicht mehr auf eine eingebaute Festplatte auf, sondern in die Cloud, bis zu 200 Stunden. Dazu kommen Mediatheken, Streaming-Apps und die Fremdsprachenpakete von Vodafone. Dafür braucht die Box eine dauerhafte Internetverbindung.
| Sagemcom RCI88-320 (2010) | GigaTV Home (2026) | |
|---|---|---|
| Tuner | 4 × DVB-C | 4, Kabel und Internet |
| Aufnahme | 320 GB Festplatte im Gerät | Cloud, bis 200 Stunden |
| Auflösung | SD und HD | bis 4K mit HDR |
| Apps und Mediatheken | keine (Videothek per Netzwerk nachgerüstet) | Android TV mit Apps |
| Internet nötig | nein | ja, auch für Live-TV |
Wer ohne Box auskommen will, nimmt das CI+-Modul für den Fernseher, dann ohne Aufnahme. Wer weiter auf eine eigene Festplatte aufnehmen möchte, findet Geräte aus dem Handel unter Kabelreceiver mit Festplatte.
Was tun mit dem alten Rekorder?
Solange er läuft, kannst du ihn weiter nutzen. Streikt er, tauscht Vodafone das Mietgerät, eventuell gegen ein anderes Modell. Beim Wechsel auf die GigaTV Home oder beim Ende des Vertrags geht der RCI88 mit Fernbedienung und Kabeln an Vodafone zurück. Was mit der Smartcard passiert, steht im Rücksendeschreiben; beim Gerätetausch bittet Vodafone meist, die Karte vorher herauszunehmen. Die Aufnahmen auf der Festplatte lassen sich nicht übertragen.
Den Überblick über alle heutigen Wege zum Kabelfernsehen findest du unter Kabelreceiver 2026. Was ein Kabelanschluss an deiner Adresse kostet, zeigen die Kabeltarife.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen RCI88-320 KDG und KD V2?
Beide sind derselbe Rekorder mit 320-GB-Festplatte. Die V2 ist eine spätere Version desselben Geräts, bedient wird sie genauso.
Wo finde ich die Bedienungsanleitung?
Vodafone hat eine Hilfeseite zum RCI88-1000 mit den wichtigsten Menüwegen, die auch für den 320er gelten. Die gedruckte Anleitung lag dem Gerät bei; einzelne Händler und Archivseiten haben sie als PDF.
Kann ich den Sagemcom-Rekorder kaufen?
Nein, er war und ist ein Mietgerät von Vodafone. Gebrauchte Geräte aus Kleinanzeigen lassen sich in der Regel nicht für einen neuen Vertrag freischalten.
Ist der RCI88 ein Sagemcom DCI85HD?
Nein. Der DCI85HD ist ein HD-Receiver von Kabel Deutschland ohne Festplatte. Der RCI88 ist die Variante mit Festplatte und vier Tunern.