Mobile Datenflatrate von Kabel Deutschland


Am Montag startet Kabel Deutschland ein Flatrate-Angebot für mobile Internetnutzung. Für knapp 20 Euro monatlich bietet der Kabelnetzbetreiber eine Datenflatrate für unterwegs, bei der man sich dank sehr kurzer Laufzeit nicht lange binden muss. Allerdings kann nicht jeder Kunde werden.

Grundsätzlich können sich die Rahmendaten zum neuen Mobilfunkangebot von Kabel Deutschland sehen lassen: Für 19,99 € im Monat kann eine Datenflatrate gebucht werden, die vier Wochen zum Monatsende kündbar ist. Wie schon beim im letzten Frühling nach langer Ankündigungszeit endlich gestarteten Angebot einer Tagesflatrate bietet Kabel Deutschland (im Netz von O2) Bandbreiten von 3,6 MBit/s im Downstream und 384 kbit/s im Upstream. Für die typische mobile Nutzung reichen diese Bandbreiten den meisten Nutzern aus. Wie allgemein bei den aktuellen Angeboten für mobile Internetflatrates in Deutschland üblich, wird die Bandbreite im Downstream ab Erreichen eines Datenvolumens von 5 GB für den Rest des Monats auf GPRS-Niveau gedrosselt. Wer noch keinen UMTS-Stick besitzt, kann diesen für 49,95 € bei Kabel Deutschland mitbestellen.

Die meisten Anbieter von Datenflatrates auf Mobilfunk-Basis verlangen einen höheren Monatspreis bei vergleichbaren Leistungen, die kurze Kündigsfrist dürfte den meisten Nutzern sehr entgegen kommen, denn lange an einen Anbieter binden möchte sich kaum jemand.

Doch man muss sich überhaupt erst einmal binden dürfen, womit wir zum Haken des Angebots kommen: Es gilt nicht für jeden. Buchen kann die Datenflatrate von Kabel Deutschland nur, wer am Kabelanschluss bereits ein Internet & Phone-Paket nutzt bzw. das künftig tun möchte. Damit sind nicht nur die Kunden anderer Kabelnetzbetreiber außen vor, sondern außerdem beispielsweise treue Bestandskunden, die schon lange über ihren Kabelanschluss fernsehen, aber mangels Netzausbaus gar nicht über Kabel Deutschland telefonieren und surfen können. Zumindest Letzteres ist aus meiner Sicht unverständlich.

Wer bereits die Tagesflatrate von Kabel Deutschland nutzt, kann seine SIM-Karte weiternutzen. Möchte man nach dem Ausprobieren der Monats-Flatrate doch lieber wieder die Tagesflatrate nutzen, soll dies (im Rahmen der Kündigungsfrist von vier Wochen bis zum Monatsende) jederzeit möglich sein. Neukunden können die Datenflatrate telefonisch bestellen, Mobilfunk-Bestandskunden verweist der Kabelnetzbetreiber auf sein Kundenportal im Netz.

Da die Nutzung des Kabelanschlusses für Internet und Telefon Voraussetzung dafür ist, die neue mobile Datenflatrate bestellen zu dürfen, hier noch ein Blick auf das aktuelle Neukundenangebot, wie es Kabel Deutschland heute im Pressetext beschreibt: Das „Paket Comfort bietet eine Internet-Flatrate mit einer Download-Geschwindigkeit von bis zu 32 Mbit/s für 22,90 Euro monatlich. Nach Ablauf der Mindestvertragslaufzeit von 12 Monaten fallen 29,90 Euro pro Monat an. Außerdem ist ein Festnetztelefon-Anschluss Teil von Paket Comfort, mit dem Nutzer kostenlos in das deutsche Festnetz telefonieren können. Kunden von Kabel Internet-Produkten, die ihr Produkt online“ bestellen, bekommen gratis einen WLAN-Router min N-Standard. Die Installation erfolgt ohne Aufpreis durch Fachkräfte im Auftrag des Kabelnetzbetreibers.

FAZIT: Triple-Play-Angebote werden für alle Anbieter im Bereich Telekommunikation immer wichtiger. Mit einer preiswerten Kombination aus TV-Angebot, Telefonanschluss inklusive Sprachflatrate in die deutschen Festnetze sowie schnellem Internetzugang mit Flatrate hat Kabel Deutschland bisher schon ein preislich sehr attraktives Produkt im Markt. Mit der ab Montag erhältlichen Erweiterung des Angebotsspektrums um eine Datenflatrate wird aus Triple-Play Quadruple-Play.

Kaum ein Kunde kann das aussprechen, doch in gewisser Weise passt der schwer auszusprechende Begriff prima: Wer sich so umfassend an einen Anbieter bindet, hat meist keine große Wechselbereitschaft mehr. Hinzu kommt, dass es Konkurrenten was kaum noch etwas nützt, in einem einzelnen Bereich mit niedrigeren Preisen zu locken. Nur beim Service darf das Unternehmen nicht patzen, sonst ist der Quadruple-Play-Kunde gleich „vierfach weg“.

Über Oliver Springer 796 Artikel
Seit 2008 bin ich im Hauptberuf Blogger und schreibe für eigene Projekte und im Auftrag zu einer Reihe von Themen, darunter Telekommunikation, Medien, Video-on-Demand, Fernsehen, Kabelanschluss, IPTV, Instant Messaging, Musik und Kaffee. Als Serienfan interessiere ich mich besonders für Onlinevideotheken und Pay-TV. Vor meiner Zeit als Blogger hatte ich 14 Jahre lang als Moderator und Redakteur für den Radiosender JAM FM gearbeitet, wo ich später auch den Internetauftritt betreute.

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