150.000 3D-Fernseher bis Jahresende


Nur die wenigsten Käufer von Flachbildfernsehern greifen dieses Jahr bereits zu einem 3D-fähigen Gerät. Dennoch entwickelt sich die Nachfrage gar nicht so schlecht. Im Jahr 2010 werden in Deutschland insgesamt 150.000 3D-Fernseher gekauft, schätzt die gfu.

Bis 3D-Fernseher in deutschen Wohnzimmern so verbreitet sind wie HD-Fernseher wird es noch eine ganze Weile dauern. Von den rund 10 Millionen Fernsehern, die in Deutschland dieses Jahr voraussichtlich neu hinzukommen, werden nur rund 150.000 3D-fähig sein. Die Zahl von 150.000 3D-TV-Geräten nennt die Gesellschaft für Unterhaltungs- und Kommunikationselektronik mbH (gfu) in einer aktuellen Presseinfo.

Nachfrage nach 3D deutlich höher als 2004 bei HD

Allerdings stimmt die gfu dabei nicht in den lauten Chor der 3D-Skeptiker ein. Im Gegenteil: Man ist dort mit der Nachfrage sehr zufrieden und führt einen interessanten Vergleich mit HDTV an. Die ersten HD-fähigen TV-Geräte waren 2004 längst nicht so gefragt wie dieses Jahr die ersten 3D-Fernseher. Die Verkäufe der 3D-Fernsehgeräte lagen nach gfu-Angaben immer mehr als fünfmal so hoch wie damals bei den „HD-ready“-Geräten.

„Der Start in die 3D-Zukunft geht von solidem Grund aus“, bewertet Dr. Rainer Hecker, Aufsichtsratsvorsitzender der gfu, den aktuellen Stand der Dinge. „Vor allem: Die 3D-Technik bedeutet keinerlei Kompromiss für die herkömmliche 2D-Wiedergabe. Im Gegenteil: Alle neuen 3D-Geräte zählen zu den Spitzenmodellen der Hersteller, entwickelt für die erstklassige Wiedergabe konventioneller Bilder und ergänzt um elektronische Intelligenz, um die 3D-Signale aller gängigen Standards zu erkennen und richtig auf dem Bildschirm anzuzeigen.“

Hier wird ein wichtiger Aspekt angesprochen: Selbst wenn sich dreidimensionale TV- und Videoinhalte in nächster Zeit nicht durchsetzen sollten, müssen die Verbraucher keinen Fehlkauf fürchten. Sie investieren in jedem Fall in einen hochwertigen Flachbildfernseher. Das größte Risiko für die Konsumenten liegt also lediglich darin, zu viel Geld auszugeben. Der Kauf eines 3D-Flachbildfernsehers stellt allerdings eine Wette auf die Zukunft dar, denn bisher gibt es nur ziemlich wenige 3D-Inhalte.

Verfügbarkeit von 3D-Inhalten

Bei der gfu geht man davon aus, dass sich das Angebot an 3D-TV-Sendungen schon bald erhöht und verweist dabei auf die Entwicklung bei HDTV. Ob gerade dieser Vergleich die Interessenten überzeugen kann? Immerhin hat das Thema  HDTV erst im letzten Jahr richtig Schwung bekommen. 2010 hat endlich den Durchbruch für HDTV gebracht, aber die meisten Kabelhaushalte können bis heute nicht die HD-Versionen der großen Privatsender empfangen. Kann sich dreidimensionales Fernsehen genau so „schnell“ wie hochauflösendes Fernsehen durchsetzen, müsste der Rat an die Konsumenten lauten, jetzt noch abzuwarten.

Mit einem 3D-Flachbildfernseher kann man natürlich noch mehr machen als nur fernsehen. Deshalb kommt es für die Frage, ob sich ein Kauf jetzt schon lohnt, auf die weiteren Nutzerinteressen an. Inzwischen sind der gfu zufolge über 20 Blu-ray-Discs mit 3D-Inhalten in Deutschland zu kaufen. „Dieses Medium liefert derzeit die beste Bildqualität: Es stellt die stereoskopischen Bilderpaare in feinster HD-Auflösung dar – als Vollbilder mit 1080 Zeilen“, hebt die gfu die Vorteile hervor. „Animationsfilme dürften zunächst den größten Anteil des Repertoires stellen, denn selbst wenn sie in 2D produziert wurden, eignen sie sich als digitale Vorlagen zur Errechnung von 3D-Fassungen. Weitere wichtige 3D-Bildquellen sind digitale Spiele, die es schon jetzt in größerer Auswahl gibt.“

Außerdem sind bereits erste Geräte erhältlich, mit denen die Verbraucher selbst Fotos und Videos in 3D aufnehmen können. „Das Thema 3D“, fasst Dr. Rainer Hecker zusammen, „wird uns in den nächsten Jahren auf vielfältige Weise beschäftigen. Heute erleben wir nichts weniger als den Start in eine Zukunft, in der Bilder in 3D zu den Selbstverständlichkeiten zählen werden.“

Über Oliver Springer 796 Artikel
Seit 2008 bin ich im Hauptberuf Blogger und schreibe für eigene Projekte und im Auftrag zu einer Reihe von Themen, darunter Telekommunikation, Medien, Video-on-Demand, Fernsehen, Kabelanschluss, IPTV, Instant Messaging, Musik und Kaffee. Als Serienfan interessiere ich mich besonders für Onlinevideotheken und Pay-TV. Vor meiner Zeit als Blogger hatte ich 14 Jahre lang als Moderator und Redakteur für den Radiosender JAM FM gearbeitet, wo ich später auch den Internetauftritt betreute.

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