Sky Snap Android-App im Test

Logo von Snap beim Starten der App auf Smartphone | Foto: Redaktion

Kann die Android-App der Onlinevideothek Snap im Test überzeugen? Grundsätzlich schon, aber nach wie vor ist die App nur für recht wenige Geräte des Herstellers Samsung erhältlich. Zudem fehlt bisher ein Offline-Modus.

Im Frühling brachte Sky für seine Onlinevideothek Snap eine Android-App heraus. Anfangs war sie nur für sehr wenige Smartphones und Tablets erhältlich, inzwischen ist die Zahl der unterstützten Endgeräte etwas größer.

Laut Snap-Website werden derzeit (Stand August 2014) die Samsung-Modelle Galaxy S III und S4, die Modelle Galaxy Note 2, Note 3 und Note 10.1 sowie die Tablets Samsung Galaxy Tab 2 7.0 und 2 10.1 sowie Samsung Galaxy Tab 3 7.0 und Galaxy Tab 3 10.1 unterstützt. In der Aufzählung fehlt zumindest noch das Galaxy S5, denn mit einem solchen Smartphone haben wir die App ausprobiert.

Sky Snap-App auf Galaxy S5 | Foto: Redaktion
Sky Snap-App auf Galaxy S5 | Foto: Redaktion

All diese Geräte haben einen großen oder zumindest vergleichsweise großen Bildschirm, was für das Ansehen von Spielfilmen und TV-Serien generell zu empfehlen ist. Angesichts der insbesondere bei den Detailseiten kleinen Schrift wäre auf Smartphones mit kleinen Displays und niedriger Auflösung vermutlich nicht genug zu erkennen, worum es jeweils geht. Das gilt noch mehr für die Abbildungen der Film- und Serien-Coverbilder, die bei der Auswahl entscheidende Elemente sind.

Schlecht lesbare Titel

Titel werden nicht vollständig angezeigt | Screenshot: Redaktion
Titel werden nicht vollständig angezeigt | Screenshot: Redaktion

Unter den Coverbildern steht der Titel auf der Startseite zwar als Text, aber der Platz reicht dafür eigentlich nicht aus. Zudem werden Titel in Großbuchstaben dargestellt, was das Platzproblem verstärkt. Kurze Titel wie “Ungeküsst”, “Pocahontas”, “Tron” und “Inception” sind zwar vollständig, aber viel zu viele Namen sind nur teilweise lesbar: “JUNIORS FREIER T…”. “MICKEY’S DIE DRE…”, “MÄNNER, DIE AUF…”, “DAS GESETZ DER…”, “IM LAND DER 1000 A…”. Selbst man sich gut mit Filmtiteln auskennt, kann man aus “HIGH SCHOOL MU…” nicht darauf schließen, dass es sich um den dritten Teil der Reihe “High School Musical” handelt.

Nein, den Bildschirm zu drehen hilft nicht, denn das ist gar nicht möglich. Die Navigation in der Snap-App erfolgt “hochkannt”, das Anschauen der Videos ist dagegen nur im Querformat möglich.

Man muss also immer das Gerät drehen, wenn man zwischen der Navigation und dem Ansehen von Videos wechselt. Das ist nicht schlimm, denn Filme, Serien und Dokus dauern ja einige Zeit. Dennoch ist es unverständlich, dass das Navigieren durch das Angebot nicht auch im Querformat möglich ist.

Bei der Sortierung nach Anfangsbuchstaben oder Produktionsjahr gibt es das Platzproblem bei der Beschriftung nicht, denn die einzelnen Titel in einer Liste werden untereinander angezeigt. Im Bereich Serien ist das angenehm übersichtlich, aber im Filmbereich muss man viel scrollen bzw. wischen.

Nützliche Infos, gut strukturiert

Detailseite zu einer Folge von "The Wire" | Screenshot: Redaktion
Detailseite zu einer Folge von “The Wire” | Screenshot: Redaktion

Die Detailseiten bieten gut strukturiert viele Informationen. Ein wenig stört die kleine Schriftgröße. Wieso lässt sie sich nicht größer einstellen? Trotz der genannten Mängel kann die Navigation überzeugen, denn die Bedienung wirkt durchdacht und erklärt sich von selbst. Eine gute Idee sind die Filter, mit denen man in den Listen die Anzeige zum Beispiel auf “Thriller” oder “Dramaserie” beschränken kann. Im KIDS-Bereich ist eine solche Filterung leider nicht möglich.

Wer weiß, wonach er sucht, kann nach dem Tippen auf das Lupen-Symbol über Suchbegriffe zum gewünschten Video gelangen. Gut: Gefunden werden nicht nur Videos, die den Suchbegriff im Titel haben. Eine Suche nach “Hotel” zeigte in unserem Test neben “Hotel der Toten Gäste” und “Hotel New Hampshire” beispielsweise auch “Noch einmal Ferien”, “The Big Kahuna” und “Manch mögen’s reich”.

Geräteübergreifende Merkliste

Hauptmenü in Snap-App | Screenshot: Redaktion
Hauptmenü in Snap-App | Screenshot: Redaktion

Nahezu selbstverständlich: Snap-User können ihre bereits mit anderen Geräten vorgemerkten Inhalte direkt über den Merklisten-Bereich der App erreichen. Aus der App heraus können zudem unkompliziert Inhalte auf die Merkliste gesetzt werden. Sinnvoll ist das etwa, wenn man auf dem Weg nach Hause auf dem Smartphone im Angebot der Onlinevideothek stöbert, um ausgewählte Videos später zu Hause mittels der Smart TV App für Snap auf dem Fernseher anzuschauen. Praktisch: Zu einigen Inhalten sind Trailer verfügbar, die in der App angeschaut werden können. Unpraktisch: Ob es einen Trailer gibt, sieht man erst, wenn man den Menü-Button oben rechts antippt.

Die wichtigste Frage bei einem solchen Test ist natürlich, ob die Videos in guter Qualität ohne Aussetzer oder Ruckler angeguckt werden können. Auf dem von uns verwendeten Galaxy S5 sahen die Videos sehr gut aus und beim Streamen gab es keine nennenswerten Probleme. Die Videos starteten immer schnell und auch beim Springen an verschiedene Stellen innerhalb eines Videos mussten wir nur kurz warten.

Zwischen Deutsch und Originalversion wechseln

Zu den weiteren Stärken der Snap-App gehört die Möglichkeit zum Wechsel der Sprachversion im laufenden Film. Er stoppt dabei nur eine knappe Sekunde. Das wurde vorbildlich unkompliziert gelöst.

Sprachversion lässt sich im Film umstellen | Screenshot aus Film "Showtime": Redaktion
Sprachversion lässt sich im Film umstellen | Screenshot aus Film “Showtime”: Redaktion

Leider gibt es keinen Offline-Modus wie bei der Konkurrenz von maxdome und WATCHEVER. Unterwegs können die Videos zwar über mobiles Internet gestreamt werden, was in unserem Test dank LTE-Verbindung problemlos funktionierte. Durch die großen Datenmengen kommt man jedoch viel zu schnell ans Traffic-Limit, sodass man ohne WLAN-Verbindung allenfalls ein paar Trailer anschauen sollte.

Fazit

Die Android-App der Onlinevideothek Snap ist insgesamt gut gelungen. Sie lief in unserem Test sehr stabil und ermöglichte ruckelfreies Streaming mit ansprechender Bildqualität. Die optisch angenehm gestaltete App ist gut strukturiert, sodass sie sich leicht bedienen lässt. Sollten doch Fragen auftreten, lohnt ein Blick in die FAQ, was direkt in der App möglich ist. Im Detail ist Raum für einige Verbesserungen, aber uns ist beim Ausprobieren kein schwerwiegendes Problem begegnet.

Der größte Nachteil ist die Beschränkung auf viel zu wenige Endgeräte. Hier sollte Sky dringend handeln, denn auf dem deutschen Video-on-Demand-Markt ist der Wettbewerb hart und im September will Netflix in Deutschland starten. Der zweite echte Nachteil ist das Fehlen eines Offline-Modus, was die mobile Nutzung stark einschränkt.

Über Oliver Springer 796 Artikel
Seit 2008 bin ich im Hauptberuf Blogger und schreibe für eigene Projekte und im Auftrag zu einer Reihe von Themen, darunter Telekommunikation, Medien, Video-on-Demand, Fernsehen, Kabelanschluss, IPTV, Instant Messaging, Musik und Kaffee. Als Serienfan interessiere ich mich besonders für Onlinevideotheken und Pay-TV. Vor meiner Zeit als Blogger hatte ich 14 Jahre lang als Moderator und Redakteur für den Radiosender JAM FM gearbeitet, wo ich später auch den Internetauftritt betreute.

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